Mehr Barrierefreiheit: Bauarbeiten rund um Pfarrkirche St. Jakob in Schwandorf haben begonnen

Von Jonas Neubauer · 11. März 2026 um 15:00

Mit dem Beginn der Bauarbeiten zur Neugestaltung des Umgriffs rund um die Pfarrkirche St. Jakob ist am Montag ein weiteres städtebauliches Projekt in der Schwandorfer Innenstadt gestartet. Vertreter der Stadt, der Kirche sowie der beteiligten Planungsbüros informierten bei einem Pressetermin über die Maßnahme, die in den kommenden Monaten umgesetzt werden soll.

Das Projekt wird im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ gefördert. Insgesamt sind nach aktuellem Stand rund 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Etwa 60 Prozent der Kosten werden über das Förderprogramm getragen, den verbleibenden Anteil übernehmen die Stadt Schwandorf sowie weitere Beteiligte. Die Maßnahme wird von der Stadt koordiniert, die auch den kommunalen Eigenanteil beisteuert. Auch die Regierung der Oberpfalz ist über das Förderprogramm eingebunden.

Ausgangspunkt für die Neugestaltung war vor allem der bauliche Zustand der bestehenden Anlagen. Die Stufen und Pflasterflächen rund um die Kirche stammen im Wesentlichen aus den 1980er Jahren. Wie Pfarrer Christian Kalis von der Pfarrei St. Jakob erklärte, habe sich im Laufe der Zeit gezeigt, dass die damalige Bauweise Probleme verursache. Die Granitstufen hätten sich teilweise verschoben und dadurch zunehmend eine Unfallgefahr dargestellt. „Die Granitblöcke haben sich nach und nach herunter geschoben“, erläuterte Kalis. Gerade bei schmalen Absätzen oder Stöckelschuhen sei es möglich gewesen, dass sich Schuhe in den Spalten verfingen.

Barrierefreiheit steht im Mittelpunkt der Planungen

Neben der baulichen Erneuerung steht insbesondere eine bessere Barrierefreiheit im Mittelpunkt der Planungen. Ziel sei es, die bestehenden Treppenanlagen neu zu ordnen und Wege barriereärmer zu gestalten. Ein Seiteneingang der Kirche sowie der Zugang zum Pfarrhaus sollen künftig vollständig barrierefrei erreichbar sein. Auch die Entwässerung und der Anschlussbereich zwischen Gebäude und Außenflächen werden im Zuge der Arbeiten grundlegend erneuert. Darüber hinaus sollen die Platzflächen insgesamt neu strukturiert werden.

Planerisch betreut wird die Maßnahme von mehreren Partnern. Während das Schwandorfer Architekturbüro Popp unter anderem die Arbeiten im Bereich des Gebäudes und der Sockelgestaltung begleitet, ist das Büro landimpuls aus Regenstauf für die Freiraumplanung verantwortlich. Die Ausführung der Arbeiten erfolgt durch mehrere Baufirmen, da die Bauleistung in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt ist – unter anderem in die Fundament- und Sockelsanierung sowie die Neugestaltung der Außenanlagen.

Eine besondere Situation ergibt sich aus den Eigentumsverhältnissen der Flächen rund um die Kirche. Die Grundstücke gehören kirchlichen Stiftungen, werden jedoch seit langem öffentlich genutzt. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen die Wege täglich – etwa als Verbindung zwischen Marktplatz, Schule, Kinderhaus oder Rathaus. „Hier laufen Schulkinder und Kindergartenkinder rund um die Kirche“, erklärte der Pfarrer. Manche nutzten den Bereich sogar als Abkürzung zwischen Innenstadt und Parkhaus. Um diese Nutzung auch künftig zu ermöglichen, wurden die Flächen im Rahmen eines Gestattungsvertrags für 25 Jahre öffentlich gewidmet.

Während der Bauzeit müssen Besucher der Kirche allerdings mit Einschränkungen rechnen. Zeitweise können Seiteneingänge nicht genutzt werden, der Zugang erfolgt dann ausschließlich über den Haupteingang. Die Arbeiten beginnen zunächst im oberen Bereich des Areals und setzen sich anschließend Schritt für Schritt nach unten fort. Dabei arbeiten die beteiligten Firmen eng zusammen, damit die einzelnen Bauabschnitte möglichst reibungslos ineinandergreifen.

Vor dem eigentlichen Baubeginn wurden bereits mehrere Voruntersuchungen durchgeführt. Dazu zählen archäologische Begleitungen, Untersuchungen zum Denkmalschutz sowie eine Kampfmittelprüfung. Erst nachdem diese Prüfungen abgeschlossen waren, konnte grünes Licht für den Baustart gegeben werden. Auch während der Bauphase wird eine archäologische Baubegleitung vor Ort sein.

Gebaut wird voraussichtlich bis in die Sommermonate

Die Bauarbeiten werden sich voraussichtlich über den Sommer erstrecken. Die abschließenden Pflanzarbeiten sind nach Angaben der Planer für Herbst oder das Frühjahr kommenden Jahres vorgesehen. Ziel ist es, den Bereich rund um St. Jakob langfristig aufzuwerten und gleichzeitig als wichtigen Durchgangs- und Aufenthaltsort in der Innenstadt zu sichern. Gleichzeitig soll der Kirchenumgriff künftig nicht nur funktionaler, sondern auch gestalterisch besser in das historische Umfeld des Marktplatzes eingebunden werden.

Mit Absperrungen rund um die Kirche haben die Arbeiten begonnen. Besucher müssen zeitweise mit Einschränkungen und veränderten Zugängen rechnen. - Foto: Jonas Neubauer