Überraschungen bei der Stadtratswahl in Schwandorf: Prominente Namen scheiden aus

Das vorläufige Endergebnis der Stadtratswahl in Schwandorf steht fest. Und für den ein oder anderen Bewerber hagelte es eine bittere Niederlage. Mehrere etablierte Stadträte verpassten den Wiedereinzug in den Stadtrat.
Vor allem auf der Liste der CSU gab es einige Überraschungen. Weder Sonja Dietl noch Alfred Merl, Robert Heinfling, Tim Diermeier und Alexandra Graf konnten genügend Stimmen sammeln, um eine weitere Wahlperiode Teil des Schwandorfer Stadtrats zu sein. Das hängt aber auch mit dem enttäuschenden Abschneiden ihrer Partei zusammen.
Sonja Dietl (CSU) könnte noch von einem Wahlsieg Wopperers profitieren
Hätte die CSU wie noch vor sechs Jahren zwölf statt nun acht Sitze geholt, hätte es zumindest für Sonja Dietl als auch für Alfred Merl gereicht. Sie landeten auf der CSU-Liste nach der Auszählung auf Platz neun bzw. zehn.

„Natürlich bin ich enttäuscht“, sagte Dietl in einer ersten Reaktion auch angesichts des generellen Ergebnisses ihrer Partei. Ein Trost sei aber, dass es CSU-Oberbürgermeisterkandidat Andreas Wopperer in die Stichwahl geschafft hat. „Nun müssen wir Gas geben, dass wir mit unserem Kandidaten die Wahl gewinnen“, so Dietl.
Sollte Wopperer OB werden, hätte das auch für sie direkte Auswirkungen. Als erste Nachrückerin würde es Dietl doch noch in eine dritte Wahlperiode als Stadträtin schaffen.
Für Alfred Braun und Manfred Schüller hat es nach vielen Jahren nicht mehr gereicht
Auch die SPD muss zwei prominente Verluste hinnehmen. Weil die Sozialdemokraten diesmal nur noch fünf statt sieben Sitze (2020) holten, reicht es für Manfred Schüller und Alfred Braun nicht mehr. Schüller lag nach Auszählung der Stimmen auf Platz sechs der SPD-Liste, Braun folgte auf Platz sieben.

Das ist durchaus überraschend. Schließlich waren beide seit vielen Jahren im Schwandorfer Stadtrat vertreten. Schüller gehörte dem Gremium 24 Jahre an, war zuletzt gar Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Seine Wahlniederlage nimmt der SPD-Mann sportlich. „Wir sind keine Monarchie. Es gehört dazu, dass man auch mal abgewählt wird“, sagte er. Manchmal sei eben ein Wechsel gewünscht. Für ihn breche aber nun keine Welt zusammen.
Schüller ist gespannt, wie der zukünftige Stadtrat zusammenarbeitet. „Es ist jedenfalls eine wilde Zusammensetzung.“
Amtierende 3. Bürgermeisterin wird nicht mehr im Stadtrat vertreten sein
Bei den Schwandorfer Grünen scheidet mit der derzeit amtierenden 3. Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller ebenfalls eine bekannte Lokalpolitikerin aus. Sie kandidierte diesmal auf Listenplatz 17 der Partei, konnte mit ihren Stimmen aber viele Plätze gut machen. Letztlich reichte es intern für Platz drei. Da die Grünen nur einen Sitz ergattern konnten, geht Juniec-Möller trotzdem leer aus.

Auf Nachfrage der MZ zeigte sie sich dennoch zufrieden. Sie freute sich, dass sie einige Stimmen für ihre Liste sammeln konnte. Dass es am Ende jedoch nur noch für einen Sitz gereicht hat, sei sehr schade. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir zumindest wieder mit zwei Stadträten vertreten gewesen wären“, sagte sie.