Die Further Festspielsaison naht: Fanny bekommt einen Check-up bei den Drachendoktoren

Von Alexander Frimberger · 11. März 2026 um 05:00

Fanny, Hauptfigur des Drachenstichs in Furth im Wald (Landkreis Cham) schnaubt, Fanny brüllt, spukt Rauch und Feuer – allerdings nur, wenn sie fit ist. Im Moment kränkelt sie ein wenig. Doch zum Glück gibt es Basti Bauer und Kevin Roßmann, die Drachendoktoren.

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Fanny schnaubt, sie brüllt, spukt Rauch und Feuer – allerdings nur, wenn sie fit ist. Im Moment kränkelt sie ein wenig. Doch zum Glück gibt es Basti Bauer und Kevin Roßmann, die Drachendoktoren.

Die beiden jungen Männer operieren gerade am offenen Schädel. Dazu wurde die Lefze auf der linken Seite entfernt. Seilzüge, Druckluftmuskeln, im Kopf befindet sich alles, was die Gesichtsmimik betrifft.

Die Wehwehchen haben sich in der Saison angekündigt

Die aktuelle Diagnose lautet: Die Umlenkrollen für die Seilzüge sind defekt. Gibt es dafür im Lager Ersatzteile? Gibt es nicht, die beiden Drachen-Chirurgen stellen sie selbst aus Kunststoff her. „Im Moment probieren wir gerade die Fertigung im 3D-Drucker“, sagt Roßmann. Natürlich öffnet man den Drachen nicht einfach irgendwo, um nachzusehen, ob etwas defekt ist. Kevins Papa Thomas, Chef der Drachenmannschaft, erklärt dazu: „Es hat sich während der letzten Saison angekündigt, weil einiges nicht mehr richtig funktioniert hat.“

Zur Vorgehensweise sagen die beiden Spezialisten, man verschaffe sich mit den Plänen einen groben Überblick, auch um herauszufinden, wo die Verkleidungsteile sind, die man abnehmen kann. Wenn das Wehwehchen aber an einer Stelle ist, wo die Verkleidungsteile nicht abgehen? Bauer lächelt: „Dann muss es trotzdem gehen.“

Nicht immer ist der Zugang so problemlos möglich, wie im aktuellen Fall. Häufig müssen die Drachen-Mediziner ins Innere des Körpers krabbeln. Da kann es ganz schön eng werden. Bauer: „Man muss sich vorher überlegen, ob man mit den Beinen oder dem Kopf voraus reingeht.“ Platzangst darf man da nicht haben. Haben sie auch nicht. Im vergangenen Jahr gab es so einen Einsatz, da ist Fanny während einer Nachmittagsvorstellung einmal in den Streik getreten. Ein Kupplungselement ist defekt gewesen (wir berichteten).

Im Moment werden neben den Umlaufrollen auch die Hauptschlagadern, besser gesagt die Druckluftschläuche, komplett ausgewechselt. Nach 15 Jahren im Einsatz ist der Kunststoff an sein Lebensende gekommen. Sicherheitshalber machen die beiden das. Schließlich sind letztes Jahr schon einige andere Schläuche porös geworden. Vor zwei Jahren wurden die Schuppen vom Körper teilweise entfernt, um im Inneren arbeiten zu können. Das ist nicht ohne, denn sie müssen in genau der richtigen Reihenfolge wieder angebracht werden.

Damit Fanny rechtzeitig fit ist, wird mit viel Kreativität und Fachwissen an den Wehwehchen gearbeitet. - Foto: Kevin Roßmann

„Das machen wir heuer nicht“, sagt Thomas Roßmann. „Warte es ab“, antwortet sein Sohn. Seit 2018 sind Kevin und Basti bei der Drachenmannschaft. Als es darum ging, wer sich denn in Zukunft um die Wartung des größten Schreitroboters kümmert, „sind alle Älteren einen Schritt zurückgetreten“, grinst der Chef der Drachenmannschaft.

Bis zu zehn Stunden in der Woche kümmert sich jeder der beiden um Fannys Gesundheit. „Irgendwann werden auch Nachtschichten dazu kommen“, prophezeien beide. Schließlich muss Fanny bis Ostern, wenn die Vorführungen beginnen, wieder topfit sein. Es ist halt wie bei einem menschlichen Patienten, je älter der Drache wird, um so mehr Behandlung braucht er. Die Garantie von 20 bis 25 Jahren reiner Betriebsstunden habe er längst erreicht, so Thomas Roßmann. Aber man bleibe immer optimistisch.

Wenn die Seilzüge aus den Rollen hüpfen, können diese weitere Schäden anrichten. - Foto: Kevin Roßmann

Manchmal ist man noch erstaunt, wenn etwas passiert, aber man bekomme auch Routine mit der Zeit. Das Skelett beherrschen die beiden Doktoren also. Aber was ist mit der Haut? Können einzelne Teile hergestellt werden?

Ein Drachenkopf im Museum Regensburg

„Wir haben alle Formen, die man zur Herstellung braucht.“ Ein Eins-zu-eins-Modell des Drachenkopfes ist zum Beispiel im Museum Haus der Geschichte in Regensburg zu sehen.

Der Lohn für die Arbeit ist der Dank der ganzen Stadt dafür, dass der Further Drache auch in Zukunft immer zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird. Auch wenn Bauer oft gefragt wird, weil seine Schwester Rebecca Ritterin war: Ritter will er nicht werden. „Man entscheidet sich für die eine oder die andere Seite.“