„Wir sind sehr besorgt über die Situation“: Regensburger Großunternehmen holen Leute heim

Nach der Eskalation in Iran beobachten die Global Player in Regensburg die Lage genau - Die Maschinenfabrik Reinhausen entsendet keine Mitarbeitenden ins Krisengebiet. Techniker mit deutschem Arbeitsvertrag hat sie zurückgeholt. Krones ordnet an, die Beschäftigten in Nahost sollen im Hotel oder Homeoffice bleiben.
Die Luftangriffe Israels und der USA auf Iran seit Ende Februar und die Gegenschläge halten auch Regensburger Unternehmen und Konzern-Standorte in Atem. Servicetechniker, Projektleiter oder Entwicklungsingenieure arbeiten für sie im Nahen und Mittleren Osten.
Unternehmen passen Einsatzregeln an
Der Neutraublinger Maschinenbauer Krones hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um Mitarbeitende vor Ort, Geschäftsreisende oder auch Beschäftigte, die sich in der Region im Urlaub befinden, zu schützen. Kommunikationschefin Dr. Anne-Kathrin Bräu sagt, die Maßnahmen reichten von Weisungen, von zu Hause zu arbeiten oder im Hotel zu bleiben bis hin zu der Aufforderung, im Alarmfall Schutzräume aufzusuchen. Aktuell beobachte Krones die Situation genau und reagiere auf eventuell neu eintretende Geschehnisse. „Unser Interesse besteht darin, die Kolleginnen und Kollegen vor Ort bestmöglich zu schützen“, sagt Bräu.
Siemens-Beschäftigte und Einrichtungen sind bislang nicht zu Schaden gekommenChristoph Erhard, Sprechner München
In Iran arbeiten keine Krones-Beschäftigten. Die Hauptzentrale in der Region befindet sich in Dubai. Dort ist der Großteil der Mitarbeitenden lokal ansässig. Fachleute des Unternehmens begleiten vor Ort die Installation der Getränkeabfüll- sowie Verpackungsanlagen und nehmen sie in Betrieb. Sie inspizieren die Maschinen, überholen sie und bauen Ersatzteile ein. Die Servicetechniker werden für die Region je nach Einsatzort und -dauer unterschiedlich eingeteilt. Weltweit sind 3000 Krones-Techniker unterwegs.
„Wir sind sehr besorgt über die Situation in der Region und hoffen auf eine friedliche Lösung“, betont Sprecher Christoph Erhard von der Siemens-Pressestelle München. Der Konzern ist in Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, Qatar, Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain und dem Irak tätig – nicht in Iran. Die Sicherheit der Mitarbeitenden, die in der Region leben und arbeiten, habe höchste Priorität. „Siemens-Beschäftigte und Einrichtungen sind bislang nicht zu Schaden gekommen“, sagt Erhard.
Techniker vorsorglich zurückgeholt
Für die meisten der Mitarbeitenden in der Region gilt eine Homeoffice-Regelung. Arbeitseinsätze in Präsenz werden je nach Fall bewertet und gehandhabt. Siemens-Geschäftsreisende im Nahen Osten unterstützt der Konzern dabei, schnellstmöglich, sobald es die Sicherheitslage erlaubt, die Rückreise anzutreten. Siemens beobachtet die Lage und „konzentriert sich darauf sicherzustellen, dass die eigenen Geschäftsabläufe in der Region sowie die der Kunden nicht beeinträchtigt werden“.
„Techniker mit deutschem Arbeitsvertrag haben wir vorsorglich zurückgeholt und stellen zugleich umfassende Schutz- und Vorsorgemaßnahmen für unsere lokalen Teams sicher.Oliver Reetz, MR-Sprecher
Die Maschinenfabrik Reinhausen (MR) entsendet kein Personal in „aktive Krisengebiete“. Aus Sicherheitsgründen fänden aktuell keine Serviceeinsätze im Nahen Osten statt, sagt Sprecher Oliver Reetz. Die Sicherheit der Mitarbeiter – lokal Beschäftigte und Kollegen aus Deutschland – sei wichtigstes Ziel. „Techniker mit deutschem Arbeitsvertrag haben wir vorsorglich zurückgeholt und stellen zugleich umfassende Schutz- und Vorsorgemaßnahmen für unsere lokalen Teams sicher.“ Flüge über regionale Drehkreuze oder Flughäfen seien untersagt, da diese wegen der aktuellen Lage nicht sicher erreichbar sind.
Für Infineon arbeiten 40 einheimische Chipdesigner im israelischen Netanja. „Mitarbeiter dort rausholen, das geht nicht“, sagt der Münchner Sprecher Felix Sparkuhle. Diese hätten dort ihr privates Umfeld.