Vor der OB-Stichwahl: Regensburger SPD muss um Unterstützer buhlen

Es steht fest: Das Rennen um das Oberbürgermeisteramt in Regensburg entscheidet sich in einer Stichwahl. Bis dahin wird es auch auf die Wahlempfehlungen der Parteien ankommen, deren Kandidaten es nicht dorthin geschafft haben. Zwar lag am Sonntag Astrid Freudenstein (CSU) deutlich vorn. Dennoch könnte Burger (SPD) an ihr vorbeiziehen. Das links-grüne Spektrum in Regensburg ist groß.
Insgesamt zwölf OB-Kandidaten gingen diesmal ins Rennen, ein Rekord-Wert. 14 Stadtratslisten standen zur Wahl: Zu den bereits im Stadtrat vertretenen Parteien und Gruppierungen CSU, Grüne, SPD, Brücke, Freie Wähler, ÖDP, FDP, AfD, Christlich-Soziale Bürger, Ribisl-Partie und Die Partei kamen die Linke, Volt und die von der Jungen Union initiierte Liste „Zukunft“, die als Einzige vor der Wahl eine Oberbürgermeister-Kandidatin unterstützte, die nicht auf ihrer eigenen Liste steht: CSU-Frau Astrid Freudenstein.
SPD-OB Gertrud Maltz-Schwarzfischer hatte 2020 von Wahlempfehlungen profitiert: von den Grünen, der Brücke, der ÖDP, der Linken sowie Politkünstler Jakob Friedl. Von den Freien Wählern gab es damals keine Wahlempfehlung.
Mehrere Gruppierungen schließen sich zusammen
Diesmal formierte sich das Lager der CSU-Gegner schon vor der Wahl. Wie Ribisl-Stadtrat Friedl ankündigte – und zwar schon bevor feststand, wer gegen Freudenstein in die Stichwahl zieht, – lädt er am Samstag zum Unterstützer-Fest für ihren Gegner auf den Neupfarrplatz ein. „Wir gehen fest davon aus, dass der Söder nach Regensburg kommt und in eine Semmel beißt“, sagte er.
Dem wollten die Gruppierungen, die keine CSU-Oberbürgermeisterin wollen, etwas entgegensetzen. SPD und Grüne seien mit von der Partie, sagte er, was allerdings weder die grüne OB-Kandidatin Helene Sigloch noch Stichwahl-Kandidat Burger bestätigen wollten. Der SPD-Mann dementierte allerdings nicht, dass es Gespräche zwischen SPD und Grünen im Hinblick auf eine mögliche zweite Runde gegeben habe. „Wir haben schon mal abgeklopft.“ Zum weiteren Vorgehen sagte er nur: „Wir werden jetzt Gespräche führen.“
Brücke-OB-Kandidat Thomas Thurow verwies auf die heutige Mitgliederversammlung. Vorher äußere er sich nicht. ÖDP-Spitzenkandidatin Astrid Lamby sagte, die Stadträte wollten sich am Montag mit dem Parteivorstand besprechen. Sie persönlich könne es sich „nicht gut vorstellen“, Freudenstein zu unterstützen. „Es war die größte Fraktion mit der geringsten Verlässlichkeit“, so Lamby über die CSU. Horst Meierhofer (FDP) sagte, für die Frage, ob es von seiner Partei eine Empfehlung geben werde, sei auch das Ergebnis der Stadtratswahl relevant.