Erste Ergebnisse zur Auszählung der Wahl des Stadtrats in Regensburg: Linke und AfD legen zu

Wie groß ist der Anteil an Wählerstimmen für die Grünen, nachdem diese bei der Kommunalwahl im Jahr 2020 ein Allzeit-Hoch erlebten und mit elf Sitzen im Stadtrat so viele wie noch nie ergatterten? Wird die Brücke bei der zweiten Kommunalwahl ihrer Geschichte die SPD übertrumpfen, von der sich einige Brücke-Köpfe vor sieben Jahren abgespalten hatten? Und wie wird die AfD abschneiden? Fragen wie diese stellten sich am Sonntag viele.
Bis es Antworten gab, mussten sich alle gedulden. Zunächst wurden die Stimmen der Oberbürgermeister-Wahl ausgezählt. Deswegen und weil die Auszählung der Stimmen für den Stadtrat komplexer ist, gab es die ersten Ergebnisse dieses Wahlgangs erst gegen 22 Uhr. Weil bei Redaktionsschluss erst 56 von 223 Wahlbezirken (Stand: 22.38 Uhr) ausgezählt waren, sind noch Veränderungen möglich.
Starke Verluste auch bei den Grünen
Stärkste Kraft bleibt die CSU. Vergleichbar mit ihrem Ergebnis von der Kommunalwahl 2020 sind neben dieser Partei auch die SPD und die Freien Wähler. Am stärksten zugelegt hatten zu diesem Zeitpunkt die Linke mit einem Plus von 7,3 und die AfD mit einem Plus von 6,4 Prozent. Die stärksten Verluste fuhr mit einem Minus von 5,3 Prozent die Brücke ein. Die Grünen verloren 4,1 Prozent.

Die CSU brachte es bei Redaktionsschluss auf 26,4 Prozent. Im statistischen Wahlbericht der Kommunalwahl aus dem Jahr 2020 steht, dass diese Partei damals 25,7 Prozent der Stimmen errang, was ihr 13 Sitze im Stadtrat einbrachte. Sechs Jahre zuvor hatte die CSU noch 32,8 Prozent und 16 Sitze eingefahren. 5,2 Prozent der Stimmen hatten die Freien Wähler am Sonntagabend gesammelt. Vor sechs Jahren war ihr Ergebnis bei 5,9 Prozent gelegen, wodurch drei Sitze im Stadtrat heraussprangen. Bei der Wahl im Jahr 2014 hatten es die Freien Wähler auf 6,9 Prozent und ebenfalls drei Sitze gebracht. Die AfD landete laut der ersten Zahlen von Sonntag bei 10,8 Prozent. 2020 war ihr Anteil an Wählerstimmen bei 4,4 Prozent gelegen. Damals zog die AfD erstmals mit zwei Sitzen in den Regensburger Stadtrat ein. Die Grünen lagen am Sonntagabend bei einem Ergebnis von 17,6 Prozent. Das Ergebnis dieser Partei bei der Kommunalwahl 2020 war 21,7 Prozent, wodurch sie es auf elf Sitze im Stadtrat brachte. Damit hatte sie sich nahezu verdoppelt. Bei der Wahl im Jahr 2014 war das Ergebnis bei 10,5 Prozent gelegen, was fünf Sitze im Stadtrat bedeutete. 12,3 Prozent der ausgezählten Stimmen konnte sich am Sonntag die SPD sichern. 2020 hatte diese Partei ein Ergebnis von 12,2 Prozent eingefahren und sechs Sitze im Stadtrat halten können. Damit hatte sie heftig Federn gelassen: Sechs Jahre zuvor hatte die SPD 17 Sitze bei einem Ergebnis von 33,7 Prozent ergattert.
Die Brücke konnte laut der letzten Zahlen vor Redaktionsschluss sieben Prozent der Stimmen hinter sich vereinigen. Als die Kandidaten vor sechs Jahren zum ersten Mal angetreten waren, brachten sie es aus dem Stand auf 12,3 Prozent der Wählerstimmen, was sechs von ihnen einen Sitz im Stadtrat sicherte. Bei 4,3 Prozent lag am Ende des Abends die ÖDP. Im Jahr 2020 hatte diese Partei 7,2 Prozent der Stimmen gesammelt, was ihr drei Sitze im Stadtrat eingebracht hatte. Nach den Wahlen im Jahr 2014 war sie mit einem Ergebnis von 6,4 Prozent ebenfalls mit drei Sitzen im Stadtrat vertreten. Das Ergebnis der FDP lag am Sonntagabend bei 2,2 Prozent. Im Jahr 2020 war sie auf 3,3 Prozent gekommen, was ihr zwei Sitze im Stadtrat verschaffte. Bei der Wahl im Jahr 2014 hatte sich die FDP bei einem Ergebnis von 3,0 Prozent ebenfalls zwei Sitze gesichert. Die Linke konnte am Sonntag 7,3 Prozent der ausgezählten Stimmen sammeln. Das Wahlergebnis aus dem Jahr 2020 dieser Partei lag bei drei Prozent und einem Sitz. Nach den Wahlen im Jahr 2014 hatte es bei einem Ergebnis von 3,1 Prozent noch zwei Stadträte dieser Partei gegeben. Die Partei war im Jahr 2020 erstmals mit einem Sitz in den Stadtrat eingezogen, nachdem sie bei den Wahlen 1,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte, lag ihr Ergebnis am späten Sonntagabend bei 0,8 Prozent. Die CSB brachten es zu diesem Zeitpunkt auf 0,8 Prozent. Ihr Ergebnis war 2020 bei 1,3 Prozent gelegen, was einen Sitz im Stadtrat für Christian Janele bedeutete. Auch nach den Wahlen im Jahr 2014 war er bei einem Ergebnis von 1,5 Prozent einziger CSB-Stadtrat. 1,3 Prozent gab es am Sonntag für die Ribisl-Partie. Diese war im Jahr 2020 erstmals angetreten und bei einem Ergebnis von 1,1 Prozent mit einem Sitz vertreten.
So schnitten die zwei neuen Wahlvorschläge ab
Zwei angetretene Parteien waren bisher nicht im Stadtrat. Das Ergebnis von Volt lag zuletzt bei 2,9 Prozent und das von Zukunft bei 1,0 Prozent. Bei Redaktionsschluss war nicht klar, welche Kandidaten dem Gremium angehören werden. Die Auszählung aller Stimmen für den Stadtrat soll heute erfolgen.