Martin Birner steht weiter an Neunburgs Rathausspitze

Von Jan Lange · 8. März 2026 um 22:41

Dass Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) auch in den nächsten sechs Jahren die Geschicke der Pfalzgrafenstadt leiten wird, daran gab es vor der Wahl keinen Zweifel. Denn der Rathauschef hatte erstmals in seiner 15-jährigen Amtszeit keinen Gegenkandidaten. Und so war am Wahlsonntag vor allem die Frage spannend, wie viel Prozent der 55-Jährige erhält. Am Ende waren es knapp 81.

Dass Birner sein Ergebnis von 2020 (73,5 Prozent) verbessern würde, war angesichts fehlender Mitbewerber selbstredend. Letztlich war das Vertrauen der Neunburger in ihr Stadtoberhaupt relativ groß: Der CSU-Politiker erhielt 80,8 Prozent und konnte seinen Stimmenanteil um mehr als sieben Prozent steigern. „Es ist ein tolles Wahlergebnis, mit dem ich sehr zufrieden bin“, kommentierte Birner sein Abschneiden.

Die erste Wahlperiode freiwillig verkürzt

Es ist sein bestes Ergebnis seit dem Amtsantritt 2011. Bei Birners erster Wahl vor 15 Jahren hatte er es noch mit vier Gegenkandidaten zu tun. Im ersten Wahlgang erhielt er damals 41 Prozent. Gegen Johanna Gückel setzte er sich dann mit knapp 64 Prozent durch. Birner wurde damit Nachfolger des langjährigen Bürgermeisters Wolfgang Bayerl (FW), der aus Altersgründen nicht mehr angetreten war. Aufgrund von Bayerls Rückzug fand die Bürgermeisterwahl außerhalb des sechsjährigen Kommunalwahl-Rhythmus statt.

Es ist ein tolles Wahlergebnis, mit dem ich sehr zufrieden bin.Martin Birner, Neunburgs wiedergewählter Bürgermeister über sein Abschneiden

Um Stadtrats- und Bürgermeisterwahl wieder parallel abzuhalten, stellte sich Birner bereits nach drei Jahren, also 2014, erneut zur Wahl. Herausgefordert wurde er erstmals von Martin Scharf (FW). Das Duell ging mit 78 zu 22 Prozent klar für den CSU-Mann aus. Sechs Jahre später, 2020, kam es erneut zum Zweikampf zwischen Birner und Scharf, bei dem der Amtsinhaber 73,5 Prozent erhielt.

Ein drittes Mal wollte sich der FW-Politiker, der seit Oktober 2023 auch im Landtag sitzt, dem Duell mit Birner nicht stellen. Bei den Freien Wählern fand sich kein anderer Bewerber – und so blieben sie ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten.

715 Wähler schrieben einen anderen Namen auf den Stimmzettel

Birner hätte nichts gegen einen Mitbewerber gehabt. Doch auch alle anderen Parteien und Gruppierungen verzichteten auf einen eigenen Kandidaten. So kam es in der Pfalzgrafenstadt zu einer besonderen Situation, die es so seit Jahrzehnten nicht gegeben hatte: Auf dem Stimmzettelstand nur ein Name.

Man trete gegen die ganze Stadt an, kommentierte Birner diese Situation im Vorfeld. Denn die Neunburger konnten nicht nur ihr Kreuz bei Martin Birner machen, sondern alternativ auch den Namen eines x-beliebigen Neunburgers auf den Stimmzettel schreiben. 715 Wähler taten dies. Welche Namen sie auf den Stimmzettel schrieben, blieb bis Redaktionsschluss unklar.

Ob es ein paar Prozente mehr oder weniger sind, ist nicht entscheidend.Martin Birner hatte schon im Vorfeld seine Erwartungen an das Ergebnis tief gestapelt

An Birners klarem Sieg änderte dies nichts. Er selbst habe sich im Vorfeld kein Ziel bezüglich des Ergebnisses gesetzt, so der Bürgermeister. Der 55-Jährige hatte sich wenige Tage vor der Wahl sogar eher bescheiden gegeben: Wenn er das Ergebnis von vor sechs Jahren erreiche, sei er zufrieden. Insofern habe er mit seinen knapp 81 Prozent seine Erwartungen übertroffen. „Ob es ein paar Prozente mehr oder weniger sind, ist nicht entscheidend.“ Die Neunburger sollten ihn an seiner Arbeit messen, fand der Bürgermeister.

Und die scheint er gut zu machen – wie sein Ergebnis vom Sonntag zeigt. Auch Birner sieht sein Abschneiden als Bestätigung seiner bisherigen Arbeit.

Im Wahlkampf sei die Zufriedenheit mit ihm deutlich geworden, so Birners eigenes Erleben. Bei einer Wahlveranstaltung in Penting sei beispielsweise ein kaputtes Buswartehäuschen angesprochen worden. „Wenn die Bürger nicht mehr Probleme haben, bin ich zufrieden“, meinte Birner darauf.

Rathauschef will Neubau des Eisernen Steges umsetzen

Kaum wiedergewählt, denkt Birner schon wieder an die Arbeit. Für die nächsten sechs Jahre will er unter anderem den Neubau des Eisernen Steges umsetzen, die Erweiterung der Grundschule abschließen und das Gesundheitszentrum Ostoberpfalz unter einem Dach vereinen. In der Altstadt soll ebenfalls das eine oder andere Projekt realisiert werden. Dafür wolle er sich gegebenenfalls auch mit dem Denkmalschutz anlegen. Um dies umsetzen zu können, hofft er weiterhin auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Stadtrat – so wie es in der Vergangenheit der Fall gewesen sei.

Seine Stimme hatte Birner am Sonntagvormittag in der Schwarzachtalhalle abgegeben. Den Wahlabend verbrachte der 55-Jährige in seinem Büro im Rathaus – zusammen mit ein paar engen Parteifreunden.