Thomas Memmel setzt sich bei der Bürgermeisterwahl in Neustadt klar durch

Von Jochen Dannenberg · 8. März 2026 um 20:45

Thomas Memmel (CSU) bleibt Erster Bürgermeister von Neustadt a.d. Donau. Der Amtsinhaber kam bei der Kommunalwahl am Sonntag auf 64,7 Prozent der Stimmen. SPD-Herausforderer Roland Artinger erreichte 35,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 55,5 Prozent äußerst niedrig.

Die Anspannung in der Wahlzentrale in der Grundschule war zum Greifen. Etliche Neustädter waren vor Ort, als um 18 Uhr die Auszählung der Stimmen begann. Die Ergebnisse wurden auf einem großen Bildschirm in der Aula präsentiert. Als um 18.17 Uhr die ersten Ergebnisse mitgeteilt wurden und anschließend alle paar Minuten die weiteren Ergebnisse der insgesamt 29 Stimmenbezirke folgten, war schnell klar: Der CSU-Spitzenkandidat, Neustadts Erster Bürgermeister Thomas Memmel, lag deutlich vor seinem Herausforderer Roland Artinger von der SPD.

Der Trend der ersten Stimmbezirke zog sich bis zum Ende der Auszählung kurz vor 19 Uhr durch. Dann stand fest, dass Thomas Memmel 64,7 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte. Herausforderer Roland Artinger kam auf lediglich 35,3 Prozent der Stimmen. Thomas Memmel hat damit sein Ergebnis von der Wahl vor sechs Jahren, wo er zum ersten Mal für das Amt des Bürgermeisters kandidierte, noch einmal deutlich – um 3,4 Prozent – verbessert. Im selben Umfang hat die SPD bei der Wahl für das Bürgermeisteramt gegenüber der Wahl von 2020 an Stimmen verloren.

Roland Artinger räumte sofort die Niederlage ein

SPD-Kandidat Roland Artinger räumte seine Niederlage nach Bekanntgabe des letzten ausgezählten Stimmbezirks unumwunden ein. „Ich gratuliere dem Sieger“, sagte er. „Der Wahlkampf war spannend. Es gab sehr viel Interesse für unsere Themen. Das war bei den Wahlveranstaltungen immer wieder zu spüren“, erklärte er in einer ersten Reaktion.

„Ich freue mich über das Ergebnis“, sagte Thomas Memmel, als er in der Wahlzentrale eintraf. Begleitet von seiner Ehefrau hatte er die Bekanntgabe der Wahlergebnisse aus den einzelnen Stimmbezirken zunächst zuhause verfolgt, ehe er in die Wahlzentrale kam. „Ich sehe das Ergebnis als eine Bestätigung der Arbeit in den vergangenen Jahren“, betonte der neue alte Erste Bürgermeister. „Es ist für mich eine Ehre, diese Arbeit weiterführen zu dürfen.“ Ursula Brandlmeier, CSU-Urgestein im Neustädter Stadtrat, lobte: „Thomas Memmel hat sich reingehängt. Die Wählerstimmen sind die Anerkennung für seine Arbeit.“

Deutliche Niederlage: Roland Artinger (2.v.li.), Herausforderer von der SPD, kam auf 35,3 Prozent der Stimmen. - Foto: Jochen Dannenberg

Der Sieg Memmels bei der Bürgermeisterwahl in Neustadt a.d. Donau kam nicht überraschend. Er hatte in seiner ersten Amtsperiode etliche Projekte angeschoben, dabei vor allem auch auf die Belange der Bürgerinnen und Bürger in den Ortsteilen geachtet. Ein besonderes Augenmerk legte er auf Familien und hierbei insbesondere auf der Versorgung mit Betreuungsplätzen für Kinder. Daneben ging Memmel mit der Wärmeauskoppelung bei der Bayernoil-Raffinerie ein Thema an, das zukunftsweisend für die Region sein könnte.

Nur fast die Hälfte der Wähler ist zur Wahl gegangen

Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 war Thomas Memmel (CSU) mit 61,3 Prozent der Stimmen erstmals zum Ersten Bürgermeister gewählt worden. Er setzte sich damals gegen den SPD-Kandidaten Marcel Prause durch, der 38,7 Prozent der Stimmen erhielt. Memmel folgte damit auf Thomas Reimer (SPD), der zuvor dreimal zum Ersten Bürgermeister gewählt wurde. Memmel knüpft mit seinem Ergebnis vom Sonntag an die Erfolge von Hans Gigl (CSU) an, der als Vorgänger von Thomas Reimer dreimal zum Ersten Bürgermeister gewählt wurde.

Altbürgermeister Thomas Reimer, einer von etlichen Neustädtern, die den Ausgang der Bürgermeisterwahl in der Grundschule beobachteten, stellte zur Wahlbeteiligung von 55,5 Prozent fest, dass er mit einer Quote von 60 Prozent gerechnet hätte. „Die Wahlbeteiligung von 55,5 Prozent ist furchtbar. Damit ist nur fast die Hälfte der Wählerinnen und Wähler zur Wahl gegangen.“

An Werbung für die Kandidaten fehlte es im Wahlkampf nicht. - Foto: Jochen Dannenberg