Grüneißl-Areal in Cham: Baufirma Rädlinger gibt den Startschuss für Abriss und Neubau

Von Christoph Klöckner · 6. März 2026 um 19:00

Es ist heute noch ein imposanter Leerstand, der hier mitten in der Altstadt Chams thront: das alte Grüneißl-Gebäude. Es reicht vom großen Lagerhaus an der Ecke Obere Regenstraße/Schmidstraße bis weit hinauf in die Fuhrmann-straße, umfasst mehrere leerstehende Geschäfts- und Lagerräume wie auch teils vermietete Räume – mehr als 2000 Quadratmeter Grundfläche. Die Firma Rädlinger will hier nun Neues schaffen. Was genau, steht noch aus.

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Das betont Rädlinger-Geschäftsführer Rüdiger Altmann im Gespräch – es gehe beim eingereichten Vorbescheidsantrag, der am kommenden Donnerstag im Stadtrat behandelt wird, rein um das Abklären, was hier überhaupt möglich sei. „Es geht rein um die Kubatur“, sagt Altmann – also, wie groß überhaupt ein Neubau an dieser Stelle werden könne und was für die Stadt hier akzeptabel sei. Es lägen daher bislang nur Skizzen zur Planung vor. Man wolle sehen, was dort erlaubt sei.

Konkretere Planungen sollen später folgen

Genaueres, etwa, wie viele Wohnungen oder Geschäftsräume geschaffen werden sollen, sei noch offen, so Altmann: „Wir wollen erst Planungssicherheit, bevor wir mit den Details beginnen. Konkrete Planungen gibt es noch nicht.“ Auch einen Zeitplan für Abriss und Neubau gebe es noch nicht – doch wenn man „grünes Licht“ von der Stadt bekomme, werde man zeitnah mit der Umsetzung der Pläne starten, wie dies bei der Firma Rädlinger immer der Fall sei.

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„Wir wollen hier etwas ins Rollen bringen“, betont der Geschäftsführer des Chamer Bauunternehmens. Der Vorbescheidsantrag sei der „Startschuss“ für die folgende Umsetzung des Neubaus. „Das ist ein tolles Projekt“, sagt Altmann, zudem werde Wohnraum gebraucht, doch mit dem Baubooster habe das aktuell nichts zu tun.

Seit Jahren Leerstand in der Mitte der Stadt

Seit etwa 15 Jahren steht der Komplex in Cham weitgehend leer. Zunächst hatten die Gebrüder Altmann die Immobilie gekauft, 2022 dann die Firma Rädlinger die Gebäude übernommen. Geplant war bereits ein Neubau, der eine Mischung aus Geschäftsräumen und Wohnungen vorsah. So soll es nun auch werden. Alleine das Grundstück hat 2000 Quadratmeter Grundfläche, das Gebäude ist teils fünf Stockwerke hoch – genauso hoch wie die benachbarte Frey-Passage.

Neben dem Gebäude, wo Sneaker dransteht, soll der Neubau an der Fuhrmannstraße beginnen, der deutlich höher wird. - Foto: Christoph Klöckner

Zum Umgriff gehören aber bis hinauf zur Fuhrmannstraße noch das ehemalige Dimpfl-Wirtshaus und die Gebäude der ehemaligen Metzgerei Frisch. Für die Stadt Cham an sich ist der Leerstand eine Schlüssel-Immobilie, wenn es um die Belebung der Altstadt geht.

In den vorgelegten Plänen ist das zu erkennen, was bereits 2024 angedeutet wurde – ein großer Innenhof, um die Belichtung für die Gebäude zu bekommen. Umgesetzt werden solle hier das „Wohnen der Zukunft“, qualitativ hochwertig und nachhaltig. Dazu soll eine Parkgarage unter den Neubau gesetzt werden. Die Firsthöhe der einzelnen Neubauten variiert laut Plan und nach Straßenansicht. 20,75 Meter Dachhöhe an der Fuhrmannstraße, damit deutlich höher als die jetzige Bebauung, die bei 15,40 Metern liegt, ist hier vorgesehen. Das Gebäude würde hier sechs Stockwerke hoch sein.

Das gegenüberliegende Gebäude der Firma Frey als direkter Bezugspunkt ist 21,83 Meter hoch, das ehemalige K+L-Gebäude (heute Frey Stores) 16,22 Meter hoch. An der Schmidstraße liegt die Gebäudehöhe drei neuer Gebäude, die hier gebaut werden sollen, zwischen 20,75 und 18,23 Metern. In unmittelbarer Umgebung, so führt der Antrag aus, seien auch die viergeschossigen Neubauten maßgebliche Bezugspunkte für die Bewertung zukünftiger Gebäudehöhen. Die Gebäudehöhen etwa des Spitalhof lägen bei 13,72 Metern, die des Brunnenhofs bei 15,22 Metern.

Viel Platz für Wohnen, Gewerbe und Parken

Das neue Gebäude am Floßhafen solle als großflächige Gewerbeeinheit genutzt werden und wird eine Firsthöhe von 18,56 Metern statt bisher 15,52 Metern haben. Es ist als überwiegend giebelständiges Gebäude geplant, wie sie in der Innenstadt zu finden sind. Nach Einschätzung der Planer fügen sich die Neubauten in die nähere Umgebung ein. Was hier geplant wird, geben in etwa die Zahlen wieder, die dem Vorbescheid beigefügt sind.

Auf den 2000 Quadratmetern Grundfläche sind dabei fürs Parken in der Parkgarage auf mehreren Ebenen fast 1400 Quadratmeter vorgesehen, für Gewerbe stehen im Neubau etwas mehr als 1822, für Büros etwa 800 Quadratmeter und fürs Wohnen inklusive Treppenhäuser und anderer Erschließungen gut 5900 Quadratmeter zur Verfügung.