Neue szenische Führung in Abensberg: Diesmal geht‘s ums Bier

Kleine Anekdoten und Geschichten erfahren die Teilnehmer der neuen szenischen Führung „Abensberg und seine Brauereien“. Ulli Holzapfel, Agnes Englert und Veronika Wimmer vom Stadtmuseum haben wieder eine historische Führung entworfen, die Interessierte in das Jahr 1929 zurückkatapultieren soll.
Video aus dem Jahr 2024
Der Saurausch kostete 3,44 Reichsmark, den Spitzl gab‘s aber schon für 24 Kreuzer. Die „Rauschtafel“ ließ die Kundschaft nicht im Unklaren. Wer 1929 ins Wirtshaus ging, wusste also mit einem kurzen Blick bestens Bescheid darüber, welcher „Gemütszustand“ im Budget lag.
Kleine Anekdoten und Geschichten wie diese erfahren die Teilnehmer der neuen szenischen Führung „Abensberg und seine Brauereien“. Ulli Holzapfel, Agnes Englert und Veronika Wimmer vom Stadtmuseum haben wieder eine historische Führung entworfen, die Interessierte in das Jahr 1929 zurückkatapultieren soll. Erst 1880, dann 1970 und jetzt eben 1929: „Wir wollten bewusst den Abschnitt vor der Weltwirtschaftskrise beleuchten“, so Holzapfel, „in unserer Führung soll es nicht um Probleme gehen, schon gar nicht in dieser Zeit“.

Amüsantes rund um Hopfen und Bier
Vielmehr wird sich die Führung informativ, aber vor allem auf amüsante Weise mit dem Thema Brauereien und Hopfen beschäftigen. „Immer wieder fragten die Leute, warum wir nicht mal eine Führung um diese Themen machen“, schildert Holzapfel.
Auch das könnte Sie interessieren: Haushalt als Schulfach: Besondere Schule in Abensberg lädt zum Schnuppern ein
Sie wird nun als „Wirtin Theres“ durch Abensberg führen, und zwar zusammen mit Englert, die die Frau vom Brauersknecht, die „Wally“ spielt (abwechselnd mit Marlene Forstner und Nicole Euringer). Die Teilnehmer erfahren unter anderem, wo die verschiedenen Braustätten waren – und das waren so einige. Etwa 13 Brauereien habe es zu dieser Zeit in der Stadt gegeben, hat Holzapfel mit Hilfe von Wimmer und Stadtarchivar Ludwig Stockert herausgefunden.

Die Führung wird unter anderem den Bogen spannen über die Hopfenzupfer, die alljährlich zur Saison in die Stadt strömten, bis zu den Gesellschaftstagen – bestimmte Tage in der Woche, zu denen man sich in seinem Stammwirtshaus blicken lassen musste. „Stammkunden hatten dort sogar ihre persönlichen Steinkrüge“, so Holzapfel. Auch Anekdoten wie die vom Bürstenbinder und seinem großen Durst, von der „Gifthütt‘n“ oder der Rauschtafel, die in einer detaillierten Preisliste alle Stufen des Rausches nannte, gehören zur Führung. Selbstredend, dass die Hygienestandards beim Bierbrauen damals, trotz Reinheitsgebots, freilich nicht mit denen von heute vergleichbar waren.
Bier: Zwischen Krawall und Betteln
Was das wiederum mit dem Bierkrawall zu tun hatte, auch darüber wird berichtet. Und, dass früher zu Weihnachten das Bierbetteln ganz normal war, auch das erfahren die Teilnehmer. Mit „Bierbetteln“, einer kleinen Kostprobe vom Ottenbräu, findet die Führung einen passenden Abschluss. „Das ist eine Führung, die sicherlich auch Männer interessiert“, ist Holzapfel überzeugt.
Am 27. März geht es los
Inhalt: Wie ging es in den Abensberger Brauereien und in den Wirtshäusern in den späten 1920ern zu? Die Teilnehmer erwartet auch das ein oder andere vielleicht nicht ganz so gut gehütete Geheimnis sowie sicherlich viele lustige Anekdoten.
Zeit: 27. März, 18.30 Uhr vor dem Rathaus, Eingang Stadtplatz; weitere Termine:24. April, 29. Mai; 26. Juni; Kosten: 12 Euro; kann auch für Gruppen extra gebucht werden.
Veranstalter: Stadtmuseum Abensberg, Theatrum Urbis