Obermünsterquartier in Regensburg: Der Durchgangsverkehr muss bald raus

Von Juliana Ried · 4. März 2026 um 13:00

Zuletzt hatte es Brücke-Stadtrat Florian Rottke „nur lächerlich“ genannt, dass er einfach keine Antwort auf seine Frage bekam, wann die Stadt die im Herbst 2024 beschlossene Verkehrsberuhigung des Obermünsterviertels auf Basis einer entsprechenden Beschilderung um- und durchsetze. Der zuständige Ausschuss des Stadtrats hatte auf Antrag der Brücke bereits am 1. Oktober 2024 entschieden, das Obermünsterquartier „vom Durchgangsverkehr zu befreien“, so lautete damals die Forderung.

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Im Beschluss, der mit nur einer Gegenstimme (von der FDP) zustande kam, hieß es wörtlich: „Die Verwaltung wird beauftragt, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um den motorisierten Verkehr im Obermünsterquartier erheblich zu reduzieren.“ Parkflächen sollten weichen und nur Anwohnerstellplätze erhalten bleiben, der gewonnene öffentliche Raum umgestaltet werden, etwa mit mehr Grün und Aufenthaltsmöglichkeiten - was passiert ist. Dass nur noch Anwohner und berechtigte Anlieger in dringenden Fällen Obermünsterstraße und -platz befahren dürfen, schilderte die Stadt aber nicht aus, was Brücke-Stadtrat Rottke im Planungsausschuss und im Stadtrat wiederholt bemängelte.

Oberbürgermeisterin: Schilder „nicht so einfach“ durchzusetzen

Zuletzt hatte er im Februar die OB in Bezug auf die ausstehende Beschilderung aufgefordert: „Setzen Sie’s einfach um. Sie sind die Oberbürgermeisterin. Wenn Sie meinen, das geht, dann geht’s.“ Damals hatte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) geantwortet: „So ist es nicht immer.“ Bei den Sofortmaßnahmen handle es sich um einen Pilotversuch. Nach den Regularien müsse man mit Schildern warten, bis die Straße offiziell umgewidmet sei, sage das Ordnungsamt. Sie kümmere sich darum, dass sie früher kommen, „und hoffe, dass das demnächst passieren wird“.

Nun hat die Stadtverwaltung offenbar eine Lösung für das Problem gefunden. Diese verkündete Rechtsreferent Walter Boeckh vergangene Woche im Stadtrat, als Rottke ein weiteres Mal nachhakte. „Da habe ich schon einen neuen Stand und zwar erfolgt die Ausweisung als Wohnverkehrsstraße zum 1.4.2026“, lauteten Boeckhs Worte. Rottke sagt dazu mit Blick auf die Kommunalwahl: „Insofern haben wir kurz vor Schluss noch einen kleinen Erfolg.“ Leider gelte aber auch: „Darauf haben wir jetzt eineinhalb Jahre gewartet.“

Wohnverkehrsstraßen, wie etwa auch die Gesandtenstraße eine ist, sind eine Regensburger Besonderheit. Passieren dürfen sie neben Anwohnern auch Fahrzeuge, die hier be- und entladen, Handwerker oder ähnliche Betriebe, die in der Straße tätig sind sowie Taxis und Ärzte. Obermünsterstraße und -platz sollen ab 2028 ohnehin umgestaltet werden, das beschloss der Planungsausschuss im Februar. Einen Park und einen Wasserlauf soll es dann geben, aber gar keine Parkplätze mehr – auch nicht für Anwohner.