Sanierung des Obermünsterviertels: Sieht so die Zukunft von Regensburgs Altstadt aus?

Von Juliana Ried · 4. Februar 2026 um 19:00

Die Sanierungsplanung für das Obermünsterviertel hat eine lange Vergangenheit. Bis 2006 reicht sie zurück. 2028 soll eine Zukunft beginnen, die beispielgebend sein soll für die Altstadt: Der Planungsausschuss des Stadtrats hat am Dienstag die Neugestaltung von Obermünsterplatz und -straße beschlossen. Einen Park und einen Wasserlauf soll es dann geben, aber keine Parkplätze mehr.

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Die öffentlichen Parkplätze sind im Zuge von „Sofortmaßnahmen“ schon im vergangenen Jahr verschwunden, es kamen Sitzmöbel, Fahrradstellplätze, Bäume in Kübeln und eine neue Grüne Oase mit Tischen, Stühlen und Rankgerüsten für Pflanzen. Als „Highlight“ der Neugestaltung ab 2028 benennt die Stadt einen Vitus-Spielbach mit Trittsteinen, Stau-Bereichen und Wasserspielelementen für Kinder, der den historischen Verlauf des Vitusbachs aufgreift.

Bürger stimmten über Anwohnerparkplätze ab

Zwischen Jesuitengässel und der Simadergasse ist ein Schöpf- und Trinkbrunnen geplant. Zudem wird die Obermünsterstraße barrierefrei umgestaltet: Bordsteine entfallen, das Pflaster wird erneuert und es werden – wo möglich – weitere Flächen entsiegelt. In Hochbeeten sollen „Kleinbäume“ wachsen. Am Obermünsterplatz soll mit einem Brunnen und Sitzgelegenheiten im Schatten ein „ruhiger, grüner Ort“ entstehen.

Es sei bei der Bürgerbeteiligung lange diskutiert und auch abgestimmt worden, ob dort Anwohnerparkplätze bleiben sollen, sagte Planungsamtschefin Tanja Flemmig. „Die Mehrheit hat sich entschieden: Wir wollen dort den kleinen Pocket-Park.“ Sie nannte die gesamte Neugestaltung „eine Art Blaupause“ für eine an den Klimawandel angepasste Altstadt. Um die Autos auszusperren, setzt die Stadt auf Poller oder auf kameragestützte Kennzeichenerfassung.

Für diese Planung, deren Umsetzung circa 8,6 Millionen Euro kosten soll, bekam die Verwaltung viel Lob von den Stadträten und am Ende einen einstimmigen Beschluss. Kathrin Fuchshuber und Josef Zimmermann (beide CSU) stellten allerdings mehrere kritische Fragen. „Wie kommt es zu der Kostensteigerung von 56 Prozent?“, fragte Fuchshuber und nannte diese „sehr hoch“. „Drängen wir freies Parken zurück?“, wollte Zimmermann in Bezug auf den nahen Emmeramsplatz wissen. Gabriele Opitz (FDP) dagegen sagte, sie wolle ihre Trauer über die wegfallenden Parkplätze gar nicht vertiefen, sondern lieber fragen, ob die Stadt hier statt des gesägten Pflasters nicht Platten nehmen könne, auf denen es sich angenehmer laufe und Rad fahre. Für Flemmig passen die allerdings nicht ins Viertel.

Lesen Sie hier einen Kommentar zum Thema: Die Regensburger Oberbürgermeisterin muss handeln statt hoffen

Grünen-Stadtrat Michael Achmann-Denkler sagte: Seiner Fraktion gefalle das Konzept mit Wasserspielen und dem Park, „der spürbar mehr Grün in die Altstadt bringt“, aber auch die Einbindung der Bürger mit ihren unterschiedlichen Meinungen, etwa zum Parken. SPD-Stadtrat Klaus Rappert lobte das Konzept ebenfalls: „So stellen wir uns eigentlich die Zukunft der Stadt vor.“

Wann kommen Schilder zur Verkehrsberuhigung?

Brücke-Stadtrat Florian Rottke würdigte die Planung sogar als „Prototyp, wie wir in Zukunft Änderungen schrittweise mit den Menschen angehen und gestalten“, den Ist-Zustand allerdings kritisierte er zum wiederholten Mal. „Noch schöner wäre es, wenn wir das, was wir schon längst beschlossen haben, auch umsetzen, nämlich die Verkehrsberuhigung: mit Beschilderung und Durchsetzung.“ Täglich seien dort viele auswärtige Autos unterwegs, dabei will die Stadt den Durchgangsverkehr aussperren. Als zunächst niemand auf der Verwaltungsbank reagierte, hakte Rottke nach: „Wann kommen die Verkehrsberuhigung und die Beschilderung?“ Er finde es „lächerlich“, dass er darauf keine Antwort bekomme, sagte er zur OB. „Setzen Sie’s einfach um. Sie sind die Oberbürgermeisterin. Wenn Sie meinen, das geht, dann geht’s.“

OB Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) erklärte dazu: „So ist es nicht immer.“ Bei den Sofortmaßnahmen handle es sich um einen Pilotversuch. Nach den Regularien müsse man mit Schildern warten, bis die Straße offiziell umgewidmet sei, sage das Ordnungsamt. Sie kümmere sich darum, dass früher eine korrekte Beschilderung kommt, „und hoffe, dass das demnächst passieren wird“. Den CSU-Stadträten antwortete sie, am Emmeramsplatz gebe es künftig mehr Anwohnerparkplätze und weniger öffentliche. Im Parkhaus komme ein Anwohnertarif. Baureferent Florian Plajer bezeichnete die Kosten angesichts einer Baukostensteigerung von 34 Prozent zwischen 2022 und 2026 und der Ausweitung des Sanierungsareals um die Simadergasse als „noch im grünen Bereich“.