Großprojekt geht in die zweite Runde: Bauarbeiten an der St. 2150 bei Rötz werden fortgesetzt

Ende November wurde ein Meilenstein des Großprojekts erreicht: Der erste Bauabschnitt der Staatsstraße 2150, die zwischen Rötz und der Bauamtsgrenze beim ehemaligen Camp Reed ausgebaut wird, wurde fertiggestellt. Im Anschluss konnte die wichtige Verkehrsader während der Wintermonate, als die Bauarbeiten ruhten, gut ein Vierteljahr genutzt werden, bevor es nun wie geplant mit dem zweiten Abschnitt losgeht.
Die Staatsstraße 2150 hat für den nördlichen Landkreis eine große Bedeutung – wer beispielsweise aus Rötz Richtung Regensburg fährt oder an den weiterführenden überörtlichen Verkehr gelangen will, nutzt dafür im Normalfall diese Strecke.
Darum war die zwischenzeitliche Freigabe auch von vielen Verkehrsteilnehmern, ob Bürger oder Unternehmer, herbeigesehnt worden. Eine Verkehrszählung hatte 2024 laut Projektleiter Mohamad Alnaasan vom Staatlichen Bauamt Regensburg ergeben, dass 1142 Fahrzeuge pro Tag, davon 51 Schwerlast-Verkehr, die Strecke nutzen.
Straße war in schlechtem Zustand, schmal und kurvig
Gleichzeitig wird gerade beim Vergleich des ersten mit dem zweiten, noch nicht sanierten Abschnitt überdeutlich, in was für einem schlechten Zustand die bisherige Straße war und wie angenehm es sich nun fahren lässt auf der Strecke, die vorher schmal und kurvig war und stellenweise an einen Flickenteppich erinnerte. Auch für den Winterdienst ist sie allein wegen des Höhenunterschieds eine der anspruchsvolleren Strecken im Gemeindegebiet.
Die Sanierung der Strecke bringt jedoch einige, nicht alltägliche Aufgaben mit sich, hatte Dr. Richard Bosl, Leiter der für den Landkreis Cham zuständigen Abteilung und Gesamtprojektleiter, bereits vor Beginn der Bauarbeiten informiert. Die größte Herausforderung des Projekts: Der zweite Bauabschnitt, der eine Länge von rund 1,37 Kilometern hat, führt durch das Trinkwasserschutzgebiet von Rötz. Zum Untergrund entsteht darum eine Folienabdichtung, zudem werden Schutzplanken auf beiden Straßenseiten errichtet und es wird abgedichtete, befestigte Bankette geben. Das Fahrbahnoberflächenwasser wird vollständig gefasst und über Rückhaltebecken und Rohrleitungen aus dem Wasserschutzgebiet abgeleitet. Es soll gewährleistet werden, dass es keine Versickerung gibt.

Vor allem die wasserundurchlässige Folienabdeckung zum Untergrund, um den Quellzulauf zu schützen, wird dabei als besondere Herausforderung gesehen.
Beim ersten Bauabschnitt war eine Gewässerumlegung mit Erneuerung des „Durchlassbauwerks Wolfsbach“ notwendig, rund 400 Meter Wasserleitungsbauarbeiten im Namen der Stadt Rötz sowie rund 800 Meter Kabelbauarbeiten Glasfaser und Strom.
Strecke wird für den Verkehr wieder voll gesperrt
Eine weitere große Herausforderung des Bauprojekts waren die massiven Felsbrocken, die für jeden Bagger eine Nummer zu groß gewesen wären. Vergangenen Sommer waren darum rund 400 Kilogramm Sprengstoff, eine spezielle Schwarzpulvermischung, verteilt auf 120 Bohrlöcher, zum Einsatz gekommen, um das Gestein abbaubar zu machen.
Wie für den ersten Bauabschnitt, der von der Bebauungsgrenze von Rötz bis kurz nach dem Hochbehälter reicht, ist die Firma Rädlinger auch für den zweiten Abschnitt beauftragt worden.

Für diesen muss die Strecke ab Mittwoch, 4. März, für den Verkehr erneut voll gesperrt werden. Die Vollsperrung wird nach Abschluss der Bauarbeiten Ende des Jahres wieder aufgehoben. In beiden Richtungen wird der Verkehr über Bernried – Stamsried – Friedersried – Fronau nach Neukirchen-Balbini umgeleitet. Die Umleitungen sind jeweils ausgeschildert. Haltestellen des ÖPNV sind von der Baumaßnahme nicht betroffen, teilt das Staatliche Bauamt Regensburg mit.
Nachdem die Umleitungsstrecke eingerichtet ist und die Baugeräte der Firma Rädlinger vor Ort gebracht wurden, soll zeitnah mit den Fräsarbeiten begonnen werden.