Bürgermeisterkandidat Sandro Bauer hat Zukunft der Stadt Furth im Wald fest im Blick

Von Alexander Frimberger · 3. März 2026 um 11:00

Der Countdown läuft. Nur noch wenige Tage, bis am 8. März auch in Furth im Wald ein neuer Bürgermeister gewählt wird. Für den amtierenden Rathauschef Sandro Bauer Zeit, schon einmal einen Blick zurück auf den Wahlkampf zu werfen, und was den von früheren unterscheidet. Bauer verrät auch, was er nach seiner möglichen Wiederwahl sofort umsetzen würde, wenn Geld dieses eine Mal keine Rolle spielt.

Der CSU-Amtsinhaber, der natürlich darauf hofft, wiedergewählt zu werden, sitzt entspannt am Besprechungstisch und lächelt. So sieht niemand aus, der wegen der Wahl schlaflose Nächte hat.

So fair, wie diesmal war der Wahlkampf nicht immer

Die erfolgreiche Landesgartenschau im Rücken, Lob und Unterstützung von den Umlandfraktionen, mit denen die „Schwarzen“ paktieren sowie einem der zwei Gegenkandidaten, Günter Stelzer, der nicht damit rechnet, „dass man Bauer in der jetzigen Situation aus dem Sattel heben kann“, könnten Gründe dafür sein. Er selbst würde sich selbstredend niemals schon vorher zum Sieger erklären, sagt vielmehr, dass er zwei respektable Mitbewerber hat, Stelzer und Stefan Zeller von den Grünen. „Wir sind im Wahlkampf fair miteinander umgegangen“, findet er. Es liegt in der Natur der Sache, dass man nicht immer einer Meinung ist. Das sei im politischen Diskurs aber ganz normal und auch gewünscht. Erwähnenswert ist das für ihn, weil er auch andere Wahlkampfzeiten erlebt hat. Zum Teil mit wüsten Beschimpfungen der politischen Gegner, die dann hinterher Kreide fressen, auf den Wahlkampf verweisen und sagen, es sei ja nicht so gemeint gewesen. „So etwas packe ich überhaupt nicht.“ Brutal sei auch die Bürgermeisterwahl im Jahr 2011 gewesen. Damals wurde nur ein neuer Rathauschef gewählt. Bauer war gegen Anton Schmidt und Johannes Müller angetreten. Da konzentriert sich alles auf die eine Person und das Interesse innerhalb der Bevölkerung war damals enorm.

Erfolge hat er in der zurückliegenden Amtsperiode vorzuweisen. Über allem schwebt dabei die Landesgartenschau. „An solchen Beispielen sieht der Bürger schon, dass wir gut gearbeitet haben.“ Doch Bauer ist keiner, der sich das nur auf sein oder das Banner der CSU schreibt. Es habe immer Mehrheitsentscheidungen quer über alle Fraktionen geben. Es wurde diskutiert und dann gemeinschaftlich ein Beschluss nach bestem Wissen und Gewissen gefasst. Er betont das, weil heute häufig in den sozialen Medien kolportiert wird, es gebe immer einfache Lösungen. Stellt sich ein Sachverhalt komplexer dar, werden Fehler oder Absicht unterstellt. Kommunalpolitik sei aber nicht nur schwarz oder weiß. „Ich kann für jeden Stadtrat unterschreiben, man entscheidet nie absichtlich falsch.“ Konkretes Beispiel ist da der Abriss der Festhalle. Jeder seiner Kollegen habe Argumente dafür und dagegen gesucht. Es wurde lang und viel diskutiert und dann eine Entscheidung getroffen.

Sollte er die Wahl gewinnen, würde er gerne die Zusammenarbeit mit den Umlandfraktionen wie bisher fortführen. Er sagt aber auch, dass er nicht auf die Expertise anderer Kollegen verzichten möchte und nennt dabei beispielhaft Silke Schell von der SPD für den Bereich Soziales, ihre Kollegin Jennifer Dietl mit ihrem Fachwissen oder Anton Schmidt von den Freien Wählern beim Thema Stadtentwicklung. „Auch Zeller und Stelzer möchte ich nicht ausnehmen.“

Mittelfristig ist auf dem Späthgelände Wohnbebauung geplant - Foto: Alexander Frimberger

Geschafft hat das Gremium viel in den letzten Jahren, nicht nur die LGS. Die Turnhalle und die Schule wurde saniert, er verweist weiter auf die Kläranlage, das Amtsgerichtsgebäude oder das Pädagogische Bildungszentrum, das kontinuierlich wächst. Sollte er am kommenden Sonntag eine Mehrheit bekommen, geht die Arbeit natürlich nicht aus. Das Späthgelände wird ein Thema werden. Dort soll es Wohnbebauung geben. Vom ursprünglichen Plan, dort 30 bis 40 Wohneinheiten zu bauen, hat man Abstand genommen, ungefähr die Hälfte sollen es jetzt werden. Im Bereich der Lorenz-Zierl-Straße mit dem Kanal, will man eine Freifläche mit Aufenthaltsqualität behalten, dann soll das Gebäude entstehen und dahinter zur Bräuhausstraße wieder eine Freifläche.

Furth hat immer nur eine Chance für ein Projekt

Einen Zeitplan gibt es noch nicht, einen Bewerber schon. „Mittelfristig“, mehr lässt sich Bauer nicht entlocken. Was allerdings für ihn klar ist: „Wir brauchen eine gute Planung.“ Vor Jahren als junger Bürgermeister hat man ihm das mit auf den Weg gegeben: „Wir in Furth haben immer nur eine Chance ein Projekt umzusetzen.“ Da muss alles passen. Ein Gedankenspiel zum Schluss: Wenn am Tag nach seiner möglichen Wiederwahl eine gute Fee erscheint und sagt, für das erste Projekt, das er anpackt, spielt Geld keine Rolle und Genehmigungen liegen alle vor, welches wäre das? Ohne zu zögern, sagt Bauer: „Das Hallenbad.“