Brauerei Mayer ist die Zukunft der Braukunst in Furth im Wald

Von Alexander Frimberger · 26. Februar 2026 um 19:00

Andreas Mayer hat eine steile Karriere hingelegt. 2019 Abitur und Start einer Lehre zum Brauer, nebenberufliche Selbständigkeit ab 2024 und seit einem Monat ist er Geschäftsführer der ehemaligen Brauerei Dimpfl. Mit der hat er in Zukunft so einiges vor.

„Bist a Bayer, trinkst a Mayer“, steht kurz und knackig auf einem Lieferwagen im Hof von Mayerbräu. Der Werbespruch strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Das gilt auch für den Neugeschäftsführer. Man merkt sofort: Er weiß, wovon er spricht. Ob er mit 25 Jahren der jüngste Brauerei-Pächter ist, kann er nicht sagen. Er lächelt verschmitzt: „Wäre interessant das in Erfahrung zu bringen“, sagt er.

Nach zwei Tagen war die Entscheidung gefallen

Schon außergewöhnlich, was er bisher geschafft hat. „2018, kurz vor dem Abitur, habe ich keine Ahnung gehabt, was ich machen soll.“ Also hat er zwei Praktika gemacht. Eines bei der Brauerei Dimpfl. Gut für alle Bierliebhaber, dass es ihm dort besser gefallen hat als die Schnupperzeit bei einem orthopädischen Schuhmacher. Nach zwei Tagen unter seinem Chef Matthias Strauß war für den Auszubildenden klar, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat. Wie aufs Stichwort steckt der ehemalige Brauereichef den Kopf zur Tür herein. Kurzes Fachsimpeln und er ist wieder draußen. Klappt das mit den beiden? Mayer nickt: „Wir haben ein gutes Verhältnis. Matthias nimmt sich zurück und hilft, wenn er kann.“ Auch am Wochenende, wenn zum Beispiel die Kühlanlage eingeschaltet werden muss. Es ist ein gedeihliches Miteinander.

Wahrscheinlich auch, weil Strauß, überzeugt von den Qualitäten seines ehemaligen Schützlings, guten Gewissens loslassen konnte. Der hat früh begonnen, nebenher in der Waschküche seiner Mutter sein eigenes Biersüppchen zu kochen, um es dann zusammen mit Freunden zu verköstigen. Die haben erfreut zugegriffen, so dass die Kapazitäten bald nicht mehr ausgereicht haben. In Gleißenberg hat Mayer 2024 ein Jahr lang ein altes Schlachthaus umgebaut und in Frankfurt am Main eine komplette gebrauchte Brauanlage ab- und in der Oberpfalz wieder aufgebaut. Von Februar 2025 bis heute braut er dort einen hellen Bock mit 6,3 Prozent, den es nur beim Gleißenberger Bockbierfest gibt (heuer am 21. März). Ebenfalls exklusiv für seinen Heimatort: das Gleißenberger Kirta-Bier.

Schnell ist er wieder an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen, denn der rührige Brauereichef wollte mehr. So war es ein konsequenter Entschluss, dort einzusteigen, wo alles begonnen hat: in der Dimpflbrauerei. Ein Problem damit einen Betrieb zu führen, hat er nicht. Schließlich ist er nicht ins kalte Wasser gesprungen, sondern kennt den Grundstress schon von seiner nebenberuflichen Selbständigkeit. „Obwohl“, räumt er ein, „es schon noch mal etwas anderes ist, Arbeitgeber zu sein und eine Brauerei mit großen Mengen zu managen.“

Erste große Bewerbungsprobe wird das Pfingstfest in Bad Kötzting sein, für das er das Bier braut. Festwirt bleibt Strauß. Doch der 25-Jährige gibt sich abgeklärt: Am 3. März ist die letzte Charge eingelagert. Von der Qualität des Festbieres, das etwas stärker, als ein normales Helles und hopfiger daherkommt, ist er überzeugt: „Ich braue das ja schon die letzten drei Jahre.“ Dann ist das Drachenstichfest dran. Auch da braut er das Festbier, wieder etwas anders in der Hopfen- und Malz-Rezeptur. Auch das Dunkle Cave und das Cave-Radler wird es wieder geben. Apropos Radler: „Geplant ist, dass ich ab Mai mein erstes Mayer-Radler auf den Markt bringe.“ Ein naturtrüber Biergenuss, das mit einer speziellen Zitronenlimonade eine fruchtige Note bekommen soll. Ebenfalls noch für dieses Jahr geplant: Die Markteinführung eines Weißbiers. Schon lange versucht er sich daran. Bisher scheiterte es immer an den Tanks, die er dafür braucht. Deshalb laufen gerade Gespräche, sich für die Herstellung mit einer anderen Brauerei zusammenzuschließen. Stellt sich die Frage, wie der Weg von der Idee bis zum Gerstensaft im Glas ist?

Hygiene ist unerlässlich in einer Brauerei

Zuallererst muss man sich eine Rezeptur überlegen. Wenn der Prozess läuft, kann man nicht mehr mit ein wenig mehr hiervon oder einer Brise davon, eingreifen. Ist das Bier fertig, weiß man, ob es ein Erfolg war. „Bei mir war das zum Glück meistens so“, sagt Mayer.

Bei der Frage, ob er sich als Handwerker oder gar Künstler sieht, überlegt er kurz. Zu 60 bis 70 Prozent sei ein Brauer Putzmann, denn Hygiene ist das A und O in einer Brauerei. Die restlichen Prozent lassen sich mit einem Koch vergleichen. Auch der braucht ein Rezept und beginnt dann die Zubereitung.

Das Mayer Helle ist ja schon auf dem Markt. Im nächsten oder übernächsten Jahr möchte er auch eine alkoholfreie Variante auf den Markt bringen. „Das ist einfach der Trend im Moment.“ Die Ideen, das merkt man, gehen dem jungen Geschäftsführer nicht aus. Selbst trinkt er hauptsächlich Wasser. „Du kannst heute nicht mehr so trinken, wie das früher einmal üblich war.“ In Gesellschaft lässt er sich aber natürlich ein Bier schmecken. Dann am liebsten einen Weizenbock. Er mag die Süße, den der hat.

Die Produktpalette wird kontinuierlich größer. - Foto: Christoph Muhr