CWG Furth im Wald will Ansprechpartner für die Bürger im Umland sein

Von Alexander Frimberger · 28. Februar 2026 um 15:00

Dem Further Umland eine Stimme geben, darin sieht die Christlichen Wählergemeinschaft ihre Aufgabe. Am 8. März stellt sich eine motivierte Mannschaft zur Wahl. Ein Erfolg wäre, wenn man wieder mit drei Kandidaten ins Stadtparlament einziehen würde.

Die Further CWG feiert heuer 60. Geburtstag. Von 1966 bis 90 war sie mit Kandidaten aus Stadt und Umland besetzt. Danach waren nur noch Bürger aus den Ortsteilen darin vertreten. Seit 1996 ist die CWG grob gesagt für Lixenried, Daberg, Grabitz und Schafberg zuständig.

Langwierige Diskussionen bis nach Mitternacht

Martin Schneider und Michael Engl sind Urgesteine der Umlandfraktion und paktieren, wie die Gruppierungen aus Ränkam und Sengenbühl, mit der CSU. „Wir bilden eine Großfraktion, einen Fraktionszwang gibt es allerdings nicht“, betont Schneider. Trotzdem habe die Zusammenarbeit entscheidende Vorteile. Man könne sich im Vorfeld absprechen, danach tut man sich bei Entscheidungen im Stadtrat leichter. Was passiert, wenn es die Vorbesprechungen nicht gibt, habe man früher gesehen. Sitzungen bis Mitternacht, in denen endlos diskutiert wurde, waren keine Seltenheit.

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Ein weiterer Vorteil, man hat den Bürgermeister mit am Tisch. Der amtierende soll es laut Engl auch diesmal wieder werden: „Wir unterstützen Sandro Bauer als Bürgermeisterkandidaten.“ Als Listenkandidaten der CSU allerdings nicht. Schließlich möchte man selbst möglichst viele Stimmen abbekommen, damit es wieder gelingt, mit drei Personen in den Stadtrat einzuziehen und weiter als starke Kraft zu agieren. Seit der Gründung der Wählergemeinschaft war man immer im Stadtrat vertreten. Ab 2020 mit Martin Schneider (Listenplatz 1), Michael Engl (Listenplatz 2) und 3. Bürgermeister Franz Former. Der 73-jährige hat allerdings einen Schlussstrich gezogen. Im Gespräch mit unserer Zeitung hatte er sich auf sein Alter berufen und den Wunsch geäußert, es zukünftig ruhiger angehen lassen zu wollen. „Es gibt Zyklen, in denen man etwas schaffen will, und solche, in denen man mehr Ruhe und Freiraum braucht“, lautet sein Fazit.

Wer es nun für die CWG richten soll, muss sich erst noch herausstellen, eine Prognose wollen Engl, der seit 2002 dabei ist und Schneider, der zum zweiten Mal ins Gremium einziehen würde, nicht abgeben. Natürlich würden beide gerne wieder dabei sein, aber man sieht sich seitens der CWG auch als starke Gemeinschaft. Es herrschen beinahe familiäre Verhältnisse. Einmal im Jahr gibt es ein großes Treffen, bei dem die aktuellen Listenkandidaten dabei sind, aber auch ehemalige Aktive. „Häufig ist es so, das schon der Großvater dabei war und jetzt lässt sich eben die Enkeltochter aufstellen“, sagt Engl. Der Aussage, dass die Stadtratsmitglieder als Berichterstatter für alle anderen fungieren, stimmen beide zu.

Die letzte Amtsperiode bewertet die CWG als gut. Auch nach der Landesgartenschau sei der Haushalt erträglich. Man müsse eben priorisieren, was man macht. Doch Schneider prophezeit: „Es werden keine ganz schlechten sechs Jahre werden.“ Man könne sich etwas leisten, aber müsse auch schauen, dass der Schuldenstand nicht wieder in astronomische Höhen steigt. Engl erinnert sich an ein dunkles Kapitel der Stadt, als man vom Landratsamt immer wieder aufgefordert wurde zu sparen. „Da wurden nachts sogar die Straßenlaternen ausgeschaltet.“ Ab 2027, wünscht sich Schneider, soll der Schuldenstand abgebaut werden. Dazu sei es wichtig, dass im Rathaus eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen geschaffen wird, damit die Steuereinnahmen nicht versiegen. Engl warnt in diesem Zusammenhang, neue Ideen seien immer gut, aber man müsse auch bedenken, dass nicht alles, was wünschenswert wäre, umgesetzt werden kann. Beide Listenführer betonen, dass sich die Mitglieder der CWG als Further verstehen und auch für die Stadt mitentscheiden und sie voranbringen wollen. „Wir sehen Furth als unsere Stadt“, so Engl. Genauso sei man aber auch Sprachrohr der Umlandgemeinden. „Wir sind die Ansprechpartner vor Ort.“ Da gebe es viele kleinere Probleme, die im Außenbereich durchaus relevant sind. Ein Beispiel: Ein Bürger hat angeregt, einen Rettungspunkt im Wald zu installieren, damit Helfer im Notfall wissen, wo sie überhaupt hinmüssen.

Es sind die kleinen Erfolge, die die CWG ausmachen

So sieht man die eigenen Erfolge eher im Kleinen. Das heißt nicht, dass sie weniger wichtig sind. Auf Anregung der CWG wurde zum Beispiel ein Wanderparkplatz im Bereich Dieberg geschaffen oder der Friedhof in Lixenried saniert. Wünschenswert wären auch Teilbürgerversammlungen, damit man im Rathaus weiß, was die Umlandgemeinden bewegt.

Zentral ist auch die Forderung, junge Leute, die hier aufgewachsen sind, auch im Außenbereich bauen zu lassen. Schneider betont immer wieder, es gehe nicht darum, Auswärtigen zu erlauben, sich hier Villen hinzustellen, aber wenn jemand aus der Verwandtschaft bauen wolle und die Erschließung gesichert ist, dann sollte das genehmigt werden.