Franz Former nimmt nach 30 Jahren im Stadtrat Furth im Wald seinen Hut

Von Alexander Frimberger · 25. Februar 2026 um 11:00

Franz Former macht Schluss. Nach 30 Jahren, 18 davon als dritter Bürgermeister, schließt er das Kapitel Stadtrat. Er teilt mit uns seine Gedanken, was er über die Jahre bewegt hat und warum es jetzt gut ist, wie es ist.

Über die beruflichen und ehrenamtlichen Erfolge, die der noch 73-jährige (am 26. April hat er Geburtstag) gefeiert hat, ließe sich eine Abhandlung schreiben. Er hat eine steile Karriere bei der Polizei hingelegt, war mit 23 Jahren jüngster Ermittlungsbeamter in Oberbayern und 15 Jahre später nochmal jüngster, diesmal Sachgebietsleiter der bayerischen Grenzpolizei.

Viele pendeln nach Furth in die Arbeit

Weitere berufliche Erfolge führten ihn schließlich ins Kommissariat 10 am Stadtplatz. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2012 leitete er die Abteilung der Kriminalpolizei Regensburg. Verantwortung übernehmen ist in der DNA des Familienvaters (zwei Töchter und zwei Enkelkindern) verankert. So schloss er sich der Christlichen Wählergemeinschaft an. „Zum ersten Mal im Jahr 1990, damals noch als Lückenfüller“, sagt er. 1996 hat es dann geklappt, er ist in das Further Stadtparlament eingezogen. Gefragt nach der Motivation, sich im Stadtrat zu engagieren, erklärt er, sein Thema war von Anfang an die mangelhafte Wasserversorgung im Außenbereich. Dieberg, Daberg und Ösbühl gehören dazu. Die Situation ist heute besser, perfekt ist sie noch nicht, räumt er ein.

Gleiches gilt für den Straßenbau, der ihm ebenfalls am Herzen liegt. So wollte er einen Ringweg um den Dieberg realisieren. Das ist nur zum Teil gelungen, weil es zu viele Grundbesitzer gab. Es waren einige dabei, die sich quergestellt haben. Geworden ist es dann eine Teillösung. Von Anfang an kämpft Former dafür, dass Familien im Außenbereich bauen dürfen. „Wenn junge Leute, die hier aufgewachsen sind, alte Häuser wieder herrichten oder Ruinen wegreißen und dort etwas Neues bauen wollen, dann sollten wir das unbedingt genehmigen.“

Fernab von den politischen Fragen: Was hat sich in den letzten 30 Jahren in der Stadtratsarbeit verändert? „Das“, sagt er, „hängt immer von der Person des Bürgermeisters ab.“ Drei hat er erlebt. Reinhold Macho, Johannes Müller und Sandro Bauer. Macho bezeichnet er als Respektsperson und Bauer als denjenigen, mit dem man zusammen viel voran gebracht hat in den letzten Jahren. Eine Konstante hat es in der ganzen Zeit gegeben: „Im Further Stadtrat ist es immer relativ fair zugegangen.“ Auch nach hitzigen Diskussionen konnte man sich nach der Sitzung bei einem Bier die Hand reichen.

18 Jahre war Former dritter Bürgermeister. Es ist sein Verdienst, dass es den Posten überhaupt gibt. Früher gab es nur zwei. „Darüber habe ich mich geärgert“, weil es keinen Stellvertreter aus dem Umland gab. Das hat er Macho im Jahr 2000 unterbreitet, der die Idee gut fand. Erich Pongratz hat das Amt bekommen. Weil der mit der Wahl von Müller nicht mehr wollte, hat Franz Former den Posten übernommen.

Was sich seit seinem Amtsantritt im Jahr 1996 in der Drachenstadt verändert hat, kann er in einem Satz zusammenfassen: „Furth hat einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht.“ Viele Jahre herrschte aufgrund von leeren Haushaltskassen Stillstand. Angefangen bei Macho und vor allem unter der Leitung von Bauer wurde viel investiert, Fördertöpfe genutzt und die Wirtschaft angekurbelt. Ein Beispiel für Attraktivität der Arbeitsplätze vor Ort: „Ja, es pendeln viele Berufstätige aus, noch mehr pendeln aber nach Furth in die Arbeit.“

Müde davon, von Termin zu Termin zu jagen

Franz Former wirkt mit 74 Jahren nicht so, als sei er amtsmüde. Man würde ihm durchaus weitere sechs Jahre zutrauen. Doch er ist Realist: „Ich bin froh, wenn die Periode vorbei ist, weil man merkt, dass man älter wird.“ Er will nicht mehr dreimal in der Woche zu irgendwelchen Terminen. „Es gibt Zyklen, in denen man etwas schaffen will, und solche, in denen man mehr Ruhe und Freiraum braucht.“ Deshalb hat er auch sein Engagement in vielen Vereinen, in denen er in Führungspositionen tätig war, zurückgeschraubt.

Seine gewonnene Freizeit möchte er für seine Hobbys nutzen und da vor allem das Segeln auf dem Drachensee oder an der Küste von Kroatien. Klar ist er Mitglied im Segelclub. „Aber ich bin nicht mehr zweiter Vorstand“, sagt er und lacht. Rad fahren, Skifahren oder auch Langlauf, langweilig wird ihm sicher nicht. Er wünscht sich, dass Furth im Wald auch in Zukunft eine Stadt für junge Leute ist, in der aber auch die alten Menschen gut versorgt sind. Sein persönliches Fazit lautet mit einem Augenzwinkern: „Es war mir eine Ehre, mich für die Bürger zu engagieren, aber nicht immer eine Freude.“