Chef der Maschinenfabrik Reinhausen: Politisches „Totalversagen“ in Regensburg

Von Christian Eckl · 2. März 2026 um 15:00

Der Firmenchef Nicolas Maier-Scheubeck findet harsche Worte für die Kommunalpolitik der letzten 30 Jahre: „Totalversagen“ wirft er den Verantwortlichen in Regensburg vor und beschreibt, dass die Infrastruktur vernachlässigt wurde. Bei der IHK präsentiert eine frühere Bürgermeisterin die Forderungen der Wirtschaft.

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Am kommenden Sonntag wird eine neue Stadtspitze gewählt. Die Zufriedenheit der Wirtschaft mit der Scheidenden scheint ausbaubedürftig. Doch Versäumnisse sieht ein wichtiger Regensburger Firmenlenker nicht nur bei der SPD-Amtsinhaberin – er spricht von „Totalversagen“ in den vergangenen 30 Jahren.

Dr. Nicolas Maier-Scheubeck ist Sprecher der Geschäftsführung bei der Maschinenfabrik Reinhausen (MR). Wörtlich erklärt er gegenüber der Mittelbayerischen: „Die Vernachlässigung der Infrastruktur ist bereits im Rückblick der letzten 30 Jahre als politisches Totalversagen zu klassifizieren – und hält leider unverändert an“, so der Wirtschaftslenker.

Der Bau der Pilsenallee dauerte vom Planungsbeginn 2006 bis zur Fertigstellung 2014 lediglich acht Jahre – „wo wäre Regensburg ohne diese Straßenverbindung“, so Maier-Scheubeck – und er fügt an, dass diese bis heute nicht in Richtung Landkreis verlängert wurde. Seine Diagnose des Problems: „Mangelnde Kompromissbereitschaft.“ Kompromisse seien nur noch zu Lasten der Zukunft möglich, „obwohl vordergründig genau das Gegenteil vorgegeben wird“.

Maier-Scheubeck: „Da spannt sich ein unheilvoller Bogen von der verfehlten Rentenpolitik und dem konsumtiven Missbrauch des Sondervermögens im Bund bis zur Streichung jeglicher Planungs- und Investitionsmittel für den Bau der Sallerner Regenbrücke und die Sanierung der Frankenbrücke im Haushaltsentwurf der Stadt Regensburg“, so Maier-Scheubeck. Und weiter: „Planungsbeginn der Sallerner Regenbrücke war 2008, im Jahre 2026 ist noch immer nicht absehbar, ob – wie zuletzt geplant – in 2028 begonnen werden kann.“ Der Haushaltskompromiss in Regensburg bringe hier möglicherweise eine weitere Verzögerung. Maier-Scheubecks Fazit: „So wird die Wirtschaft geschädigt, der Bürger zermürbt und das Terrain für ganz rechts außen bereitet.“

Fordern weniger Bürokratie: IHK-Präsident Christian Volkmer (l), Petra Betz, Vorsitzende des IHK-Gremiums Regensburg und selbst von 2002 bis 2008 Bürgermeisterin, sowie der IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes (r.) bei der Vorstellung der Broschüre „Wirtschaft mitdenken!“. - Foto: Stefan Hanke

Die IHK plädierte im Zusammenhang mit der Kommunalwahl in Regensburg auf Entbürokratisierung und mehr Wirtschaftsnähe. „Eine starke Wirtschaft braucht Kommunen, die Betriebe als zentrale Kunden verstehen“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes. „Eine serviceorientierte Verwaltung prägt das Bild einer Kommune nachhaltig und wird zum echten Standortvorteil“, so IHK-Präsident Volkmer, der selbst Unternehmer in Regensburg ist. Und weiter: „Politik und Verwaltung sollten sich zur Wirtschaft bekennen und das mit ihren Entscheidungen und ihrem Tun auch zeigen“, so der IHK-Präsident.