Zum Jubiläum der Kreuzschwestern soll alles fertig sein: Das Schloss Offenstetten bekommt ein „Facelift“

Das Wasserschloss ist das Wahrzeichen von Offenstetten (Landkreis Kelheim). Von Weitem schaut es stattlich aus. Doch wer näher kommt, sieht, dass es an vielen Ecken bröckelt, dass der Putz gehörig blättert. Das soll sich jetzt ändern. Warum die optische Aufwertung des Wasserschlosses auch das Gebäude an sich schützen soll, lesen Sie hier.
„Das Schloss ist ein sehr sensibles Thema, wir werden immer wieder darauf angesprochen“, erzählt Cabrini-Zentrum-Gesamtleiter Stefan Seehofer. Das soll sich ändern. Denn in diesem Jahr erhält es ein „Facelift“, aber keine Sanierung, wie Seehofer betont.
„Es gibt zwar ein Sanierungskonzept“, so Seehofer. Das sei aber sehr umfangreich und zudem sehr teuer. Deshalb musste eine Alternative her. „Wir wollen das Schloss erhalten und entschieden uns, eine ,Notlösung‘ anzupacken“, so Seehofer. Dazu gehört, dass die Fassade hergerichtet wird. Beispielsweise werden offene Stellen am Putz geschlossen. Auch die maroden Fensterläden werden abgenommen. „Mitte März wollen wir starten“, so Seehofer. Ende Juni soll das „Facelift“ fertig sein, so hofft man, denn dann soll das 80-jährige Jubiläum der Kreuzschwestern gefeiert werden (siehe Infokasten).
Arbeiten sind nicht nur rein „kosmetischer“ Natur
Die Arbeiten sind freilich nicht nur rein „kosmetischer“ Natur. Sie sollen vor allem auch verhindern, dass weitere Schäden am Gebäude entstehen, etwa, weil Wasser in die Mauern eindringt. Auch bei den Fenstern, die teilweise über 100 Jahre alt sind, muss nachgebessert werden.

„Hier werden die Wetterschenkel hergerichtet, damit die Fenster intakt bleiben.“ Zur „Notsicherung“ zählt im Übrigen auch, dass am Dach schadhafte Stellen behoben werden.
Das dritte Obergeschoss des Schlosses ist seit Jahren vor allem auch aus Brandschutzgründen gesperrt. Damit man es wieder voll nützen könnte, wäre unter anderem ein größerer Umbau, etwa für einen zweiten Fluchtweg, nötig.
Das wird so schnell nicht passieren, denn der Umbau wäre einfach zu teuer. Bis vor 16 Jahren wohnten noch schwerst mehrfach Behinderte im Schloss, dann wurde das Haus Sonneneck gebaut.

In die Jahre gekommen ist aber nicht nur das Schloss selbst. Viele der Flachdach-Wohngebäude rund um das Schloss wurden zwischen 1968 und 1972 gebaut. Insgesamt sind acht Wohneinheiten über 50 Jahre alt und mussten saniert werden. „Da haben wir 2024 begonnen. Ein Haus ist noch offen.“ Vor allem innen wurde saniert. Das Raumkonzept wurde indes beibehalten, denn die Innenräume aus dieser Zeit seien sehr großzügig geschnitten. Heutzutage würde man, so Seehofer, wahrscheinlich nicht mehr so großzügig bauen. Der Plan sei nun, auch die Außensanierung voranzutreiben, Stichwort Vollwärmeschutz.
Der Durchgang ist in die Jahre gekommen
Sorgen bereitet Seehofer auch etwas anderes, und zwar der Durchgang, der vom Schloss zu den Wohneinheiten führt und optisch unschön den Schlosspark durchschneidet. Das ist auch ein Flachbau, und der weist mittlerweile einige Schäden auf. Der Boden hat sich gehoben, ist an anderer Stelle abgesackt. Aber hier bleibt alles erst einmal so wie es ist.

Den Durchgang einfach abzureißen, dass wäre ohnehin schwierig, denn darunter laufen teilweise Versorgungsstränge, etwa für Heizung oder Strom. „Ohne Gang wäre das alles nicht frostsicher“, erzählt Seehofer. Mal abgesehen davon, dass man hier wieder Einiges an Geld in die Hand nehmen müsste, um eine gute Lösung zu finden.
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Bei den Sanierungen achte man schließlich darauf, dass man auch kostenbewusst unterwegs sei, betont Seehofer. Kostenbewusst zu handeln und gleichzeitig alle Gebäude auf einen aktuellen Stand zu bringen, sei jedoch bisweilen schon ein Spagat, räumt Seehofer ein.

80 Jahre Kreuzschwestern - das wird heuer gefeiert
Anfänge: Heiligabend 1945 entstand die Idee, hier ein Waisenheim für Kriegskinder einzurichten. Am 18. April 1946 kamen die ersten Kreuzschwestern ins Schloss, am 7. Juli ist das erste Kind eingezogen. Am 26. Juni ab 17 Uhr soll es ein Jubiläum geben, am 28. Juni gibt es einen feierlichen Festgottesdienst.
Historie: Das Schloss besteht seit 1679. Es gibt Schlossführungen, auch mit einem Abstecher ins Cabrinistüberl für einen Kaffee. Die nächste Führung ist am 12./13. April. Es dürfen sich auch Gruppen anmelden, und zwar unter Telefon(0 94 43) 92 00
Spatenstich: In Rohr ist am 13. April Spatenstich für ein Wohnheim für Erwachsene mit 24 Wohnplätzen der Katholischen Jugendfürsorge, der Träger des Cabrini Zentrums. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant