Außergewöhnliches Rezept aus Rötz: So macht man Kekse aus Haselnusskätzchen

Von Eveline Kaltenegger · 2. März 2026 um 11:49

Sie sind ein echter Frühjahrsbote: die ersten Hasel-Blüten. Nicht nur Naturfreunde freuen sich, sondern auch Küchenkönner. So lässt sich aus den goldenen Fäden milder Tee machen – oder leckere Haselnusskätzchen-Kekse. Eveline Kaltegger aus Rötz (Landkreis Cham) verrät, wie es geht.

Noch liegt Kühle in der Luft, die Landschaft wirkt zurückhaltend, beinahe still. Und doch beginnt das neue Naturjahr oft ganz unscheinbar: mit den ersten Blüten der Hasel. Die Gemeine Hasel, botanisch Corylus avellana, öffnet ihre Kätzchen häufig schon im Januar oder Februar.

Wie kleine goldene Fäden hängen sie an den Zweigen und bewegen sich im Wind – zart, aber voller innerer Kraft. Die Hasel wächst in Hecken, an Feldrändern, in Gärten, in lichten Wäldern und im Unterholz größerer Baumbestände. Sie gehört selbstverständlich zu unserer Landschaft – bodenständig, robust und zuverlässig. Jahr für Jahr setzt sie eines der ersten Zeichen dafür, dass neues Leben bereitsteht.

Ein Frühblüher mit eher stiller Energie

Die auffälligen, gelben Kätzchen sind die männlichen Blüten. Sie geben große Mengen Pollen frei, der vom Wind weitergetragen wird. Die weiblichen Blüten bleiben dagegen fast verborgen – winzig klein, nur durch ihre feinen rötlichen Narben erkennbar.

In der traditionellen Pflanzenkunde wurde die Hasel geschätzt. Ihre Blüten und andere Pflanzenteile enthalten sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, denen antioxidative Eigenschaften zugeschrieben werden. Diese können helfen, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen – ein wohltuender Impuls gerade am Übergang vom Winter in den Frühling.

Aus den jungen Kätzchen lässt sich beispielsweise ein milder Tee bereiten. Dazu werden frische oder schonend getrocknete Blüten mit heißem Wasser übergossen und einige Minuten ziehen gelassen. Der Geschmack ist dezent und weich. In der Volksheilkunde wurde ein solcher Aufguss zur Unterstützung des Stoffwechsels und der Durchblutung verwendet. Auch Tinkturen aus Haselbestandteilen fanden Anwendung.

Und später im Jahr schenkt die Hasel ihre nahrhaften Früchte: Haselnüsse sind sehr reich an ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E, Magnesium und weiteren Mineralstoffen. Sie liefern Energie, unterstützen Herz und Nerven und gelten als wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.

Kein üppiges „Blütenbuffet“, trotzdem nicht unwichtig

Die ökologische Rolle der Hasel ist differenziert zu betrachten. Als windbestäubte Pflanze bildet sie keinen Nektar, sondern ausschließlich Pollen. Für viele blütenbesuchende Insekten ist jedoch Nektar die wichtigste Energiequelle – deshalb ist die Hasel kein üppiges „Blütenbuffet“.

Die Haselnusskätzchen liefern Nahrung für Insekten. - Foto: Eveline Kaltenegger

Dennoch hat sie ihren Platz im Naturgefüge. Ihr Pollen steht sehr früh im Jahr zur Verfügung – zu einer Zeit, in der nur wenige andere Pflanzen blühen. Besonders für früh aktive Insektenarten kann dieser Pollen eine wertvolle Eiweißquelle sein. Dazu zählen einzelne Wildbienenarten, Hummeln sowie einige Schwebfliegenarten, die zeitig unterwegs sind.

Der Pollen dient dabei vor allem der Versorgung der Nachkommen, da er reich an Proteinen ist. Im Vergleich zu nektarreichen Blühpflanzen bleibt der ökologische Wert der Hasel zwar moderat, doch als früher Baustein im Jahreslauf trägt sie zur Stabilität des saisonalen Nahrungsangebots bei.

Nimmt man den Bienen was weg, wenn man Kätzchen sammelt?

Rund um die Haselblüte taucht immer wieder die Frage auf, ob das Sammeln von Kätzchen den Bienen schadet. Ein genauer Blick zeigt: Die Sorge ist meist größer als die tatsächliche Auswirkung.

Die Gemeine Hasel wird vom Wind bestäubt. Ihre Kätzchen produzieren große Mengen an Pollen – Millionen von Pollenkörnern pro Blüte, oft Hunderte Kätzchen an einem einzigen Strauch. Der überwiegende Teil dieses Pollens wird ohnehin durch die Luft getragen.

Für Honigbienen ist Haselpollen im zeitigen Frühjahr eine mögliche Eiweißquelle für die Brut. Da die Hasel jedoch keinen Nektar bildet, stellt sie kein vollständiges Nahrungsangebot dar. Zudem wachsen Haselsträucher in vielen Hecken, Gärten und Landschaftsbereichen, sodass das Pollenangebot sehr umfangreich ist. Ein behutsames Sammeln einzelner Zweige für den Eigenbedarf entzieht den Bienen daher in der Regel keine entscheidende Nahrungsgrundlage. Weitaus stärker wirken sich Faktoren wie fehlende Blütenvielfalt, großflächige Monokulturen und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf die Insektenwelt aus.

Achtsamkeit ist wichtig – und ebenso das Vertrauen darauf, dass maßvolles, respektvolles Nutzen Teil eines natürlichen Kreislaufs sein darf.

Fröhliche Vorboten für Ostern: die Haselnusskätzchen-Kekse - Foto: Eveline Kaltenegger

Und hier das Rezept für Haselnusskätzchen-Kekse

Was kaum einer weiß: Die männlichen Blüten des Haselnussstrauchs lassen sich auch beim Backen verwenden. In der Küche bringen sie eine dezente, leicht nussige Note in den Teig – und verbinden den Genuss mit einem Stück gelebter Natur.

Zutaten (für ca. 20–25 Stück): 50 g frische Haselnusskätzchen, fein gehackt oder geschreddert, 150 g Mehl, 60 g Zucker, 50 g weiche Margarine oder 50 ml Öl, 50 ml Pflanzenmilch, 1 TL Backpulver, 1 Prise Salz, optional: 1 TL Vanillezucker

Die Haselnusskätzchen werden fein zerkleinert. - Foto: Eveline Kaltenegger

Zubereitung: Die Haselnusskätzchen sorgfältig fein hacken oder mit einem Mixer zerkleinern. Mehl, Backpulver, Zucker, Vanillezucker und Salz in einer Schüssel vermengen. Öl und Pflanzenmilch hinzufügen und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Die gehackten Haselnusskätzchen unterarbeiten.

Den Teig etwa 0,5 cm dick ausrollen und Plätzchen ausstechen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C (Umluft 160 °C) etwa 12 bis 15 Minuten backen, bis die Ränder leicht goldbraun sind. Gut auskühlen lassen.

Fertig zum Ausrollen: der Teig - Foto: Eveline Kaltenegger

Der Genuss: Die Haselnusskätzchen-Plätzchen schmecken mild, fein und leicht nussig – eine besondere Art, den frühen Frühling auch kulinarisch zu erleben.