Eine Köstlichkeit vom Tiroler Dreierlei: Spinatknödel sind schnell zubereitet und so gut

Wahrscheinlich hat der Knödel seine Heimat in der bayrisch-österreichisch-tschechischen Region, obwohl sich der Ursprung schwer in einer bestimmten Gegend festmachen lässt. Natürlich kommt bei uns in der Gegend kein Schweinebraten ohne Knödel auf den Tisch. Heute möchten wir aber einen Knödel genauer beleuchten, der seinen Ursprung in der Tiroler Küche hat, genauer gesagt sind die vorgestellten Spinatknödel ein Klassiker aus Südtirol.
Sie gelten als typisches, deftiges Gericht der Bauern in der Alpenregion, das früher oft als Fasten- oder Reste-, aber auch als Fastenspeise diente. Sie sind nach wie vor in der Südtiroler Gastronomie verwurzelt und Teil des traditionellen Tiroler Tris (Dreierlei), eine Kombination aus drei verschiedenen Spezialitäten der Region. Das Tiroler Tris besteht aus Spinatknödel, Schlutzkrapfen und Käsenocken.
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Während es sich bei den Schlutzkrapfen um gefüllte Teigtaschen handelt, bestehen die beiden anderen in der Hauptsache aus alten Semmeln, sprich Knödelbrot. Knödelbrot sind geschnittene Stücke aus getrocknetem, beziehungsweise altbackenem Weißbrot oder Semmeln. Dabei können die Semmeln sowohl aus kleinen Würfeln, als auch aus fein geschnittenen Scheiben bestehen.
Eine Semmel ergab früher einen Knödel
Als es noch wesentlich mehr Handwerksbäckereien gab, war es ganz normal, dorthin zu gehen und „G´schnittne“ je nach Bedarfsmenge zu verlangen. Es wurde immer die Anzahl der benötigten Semmeln angegeben. Dann wurden die altbackenen Semmeln direkt in einer Maschine aufgeschnitten. Für den Einzelhandel wird Knödelbrot heutzutage aus extra frisch gebackenem und danach getrocknetem Gebäck hergestellt. Das bedeutet aber, dass es mit der Menge oft schwierig ist, denn hier sind meist 200 g oder 250 g fertig abgepackt.
So werden Spinatknödel zubereitet







Vorher wussten wir, dass eine Semmel ungefähr einen großen Semmelknödel ergibt, sodass aus fünf G´schnittnen fünf Knödel wurden. Werden heute acht Semmelknödel benötigt, so habe ich entweder zu wenig, oder etwas zu viel im fertig abgepackten Päckchen. Da hilft nur, die Semmeln einzeln zu kaufen, selbst zu trocknen und zu schneiden. Oder gleich mehr zu kochen, denn sie lassen sich gut weiterverwerten, etwa zu „grejitzt´n“ (gerösteten) Knödeln, was übrigens beim Spinatknödel auch eine sehr gute Variante ist. Manchmal gibt es sogar dankbare Abnehmer für einen übrig gebliebenen Knödel. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass in meiner Kindheit immer hundefreundlich gekocht wurde, denn unser Schäferhund liebte Semmelknödel über alles. Als einmal ein Onkel meiner Mama, ein älterer Herr aus München, bei uns zu Gast war und der obligatorische Knödel für den Hund beim Essen übriggeblieben war, hatte der Gast dafür keinerlei Verständnis: „Naa, da Hund braucht den ned!“, konstatierte er und aß ihn noch „über Nout“ auf. Der Schäferhund wartete an diesem Tag vergeblich auf seinen geliebten Knödel, und reagierte darauf, indem er den Onkel keines Blickes mehr würdigte.
Das Rezept für 250 Gramm Knödelbrot
Doch nun zu unseren Spinatknödeln: Wir beginnen damit, 500 g Spinat zu waschen. Wichtig ist, dass dieser jetzt gut abtropft, bevor wir ihn fein schneiden oder mit einem Wiegemesser zu bearbeiten. Wenn die Spinatblätter noch klein sind (Babyspinat) lasse ich ihn auch gerne ganz, das ist aber Geschmackssache. Alternativ kann auch 250 g Tiefkühlspinat verwendet werden, der zuerst aufgetaut und die Flüssigkeit gut herausgedrückt wird. Dann häuten wir eine Zwiebel und zwei Knoblauchzehen würfeln sie fein. Mit etwas Öl werden sie in einer Pfanne glasig angeschwitzt und der Spinat dazugegeben. Frischer Spinat sollte in der Pfanne ganz zusammenfallen, bis er weiterverarbeitet wird. Danach Zwiebeln, Knoblauch und Spinat abkühlen lassen und gegebenenfalls überschüssige Flüssigkeit abgießen.
250 g Knödelbrot (aus 5 alten Semmeln) wird mit 150 ml lauwarmer Milch übergossen und drei Eier zugegeben. 100 g Bergkäse oder Parmesan wird gerieben und kommt ebenfalls zu den geschnittenen Semmeln. Den abgekühlten Spinat ebenfalls zugeben, gewürzt wird mit Salz und Muskat. Die Masse wird nun per Hand verknetet, bis die Zutaten alle gut durchmischt sind. Meist ist es notwendig, dass wir noch 2-3 EL Semmelbrösel zugeben, sollte die Masse zu feucht sein. Der Knödelteig sollte niemals „totgeknetet“ werden, weil die Knödel sonst nicht mehr gut aufgehen. Den Teig nun kurz ruhen lassen. In der Zwischenzeit haben wir uns einen Topf mit gesalzenem Wasser aufgesetzt, das zwar vorab aufkochen, beim Einlegen der Knödel aber nur noch simmern darf, sonst zerfallen sie.
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Die Knödel werden mit nassen Händen gleich groß und fest geformt und vorsichtig in das Salzwasser eingelegt. Den Topf keinesfalls ganz von der Herdplatte nehmen und auch nicht zu viele Knödel auf einmal einlegen, denn dann würde folgendes passieren: kühlt das Wasser zu stark ab, kann die in den Semmeln enthaltene Stärke nicht mehr verkleistern. Auch in diesem Fall würden die Knödel zerfallen, ebenso wie in sprudelnd kochendem Wasser.
Wir lassen also die Knödel nahe am Siedepunkt etwa 15 Minuten gar ziehen. Während sie anfangs im Wasser untertauchen, werden sie mit der Zeit nach oben kommen. Ein sicheres Zeichen, dass sie gar sind ist also, wenn sie vollständig an die Wasseroberfläche gestiegen sind und dort schwimmen.
Nun werden sie mit einer Schaumkelle herausgeholt und können nach dem Abtropfen sofort genossen werden. Dazu noch etwas geriebenen Parmesan aufstreuen. Sehr gut schmecken sie mit ein wenig zerlassener Kräuterbutter, oder Salat. Wer nicht auf die Linie achten muss, kann sich Käsesoße dazu erlauben. Natürlich ist der Knödel aber auch als Beilage zu Fleisch oder Gemüse geeignet. Bleiben Knödel übrig, können sie in Scheiben geschnitten, in der Pfanne in ein wenig Butterschmalz goldbraun herausgebacken werden.
Das nächste Mal
Über zehn Jahre ist es her, dass wir mit einfachen Gerichten aus dem Bayerischen Wald unsere Serie begonnen haben. Mit Kartoffelgerichten erinnern wir im nächsten Serienteil daran. Bis dahin können Sie sich gerne nochmal Gedanken darüber machen, welches Gericht davon als „Gurglmoatara“ bezeichnet wurde. Die Auflösung gibt es dann im folgenden Serienteil.