Mode prägte ihr Leben – Margit Merl übergibt ihr Teublitzer Geschäft bald in jüngere Hände

Von Renate Ahrens · 2. März 2026 um 05:00

Mit ihrem eigenen Modegeschäft in der Regensburger Straße in Teublitz hat sich Margit Merl ihren Lebenstraum erfüllt. Vor 42 Jahren wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit: Mit gerade einmal 27 Jahren übernahm sie das damalige Modegeschäft Leuthner samt Angestellten und führte es unter neuem Namen weiter. Nun, mit fast 70 Jahren, steht der nächste große Schritt an. Voraussichtlich zum Jahresende wird sie Mode Merl in jüngere Hände übergeben.

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Mode war für Margit Merl nach eigenen Worten nie nur ein Beruf, sondern stets Leidenschaft. Schon als Kind saß sie auf dem Sofa ihrer Großmutter, schnitt Model-Fotos aus dem Quelle-Katalog aus und zog sie neu an. Früh habe sie ein Gespür dafür entwickelt, was Frauen steht – ein Talent, das ihr ihre Stammkundinnen bis heute bescheinigten.

Aus vielen Kundinnen wurden im Laufe der Jahrzehnte Freundinnen, erzählt Margit Merl. Man kennt sich, begleitet sich durch verschiedene Lebensphasen, teilt kleine Sorgen und große Freuden. Was im Laden erzählt wird, bleibt im Laden – Diskretion und ehrliche Beratung waren für Merl immer selbstverständlich. „Das schätzen meine Kundinnen“, sagt sie.

Ein Geschäft in der Regensburger Straße war immer ihr Traum

Aufgewachsen in Premberg, absolvierte sie nach der Schulzeit zunächst eine Ausbildung zur Dekorateurin in Schwandorf. Auch dort konnte sie sich mit schönen Dingen umgeben – doch die Mode ließ sie nicht los. Es folgten Stationen in einem Schuhgeschäft in Schwandorf und schließlich im Damen- und Herrenmodegeschäft Leuthner in der Münchshofener Straße in Teublitz.

Im Juli 1984 übernahm sie das Unternehmen mit zwei Angestellten und bestehendem Kundenstamm und gab ihm ihren Namen: Mode Merl. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt sie rückblickend. Ein Geschäft in der Regensburger Straße sei jedoch immer ihr Traum gewesen. 2003 bot sich die Gelegenheit: Ein ehemaliges Schuhgeschäft wurde frei, Merl griff zu und zog um. Der Standort überzeugt sie bis heute – ebenerdig, mit großen Schaufenstern und Parkplätzen direkt vor der Tür. „An der Ampel schauen die Autofahrer direkt auf meine Kleider“, erzählt sie.

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.Margit Merl

Ihr Sortiment reicht nach den Worten der Inhaberin von junger Mode bis hin zu eleganter Damenmode, von Größe 36 bis 54, von preisbewusst bis exklusiv. Besonderen Wert legt sie auf passende Accessoires wie Taschen, Gürtel, Tücher oder Modeschmuck. „Meine Mode ist nicht preiswert – sie ist ihren Preis wert“, betont sie.

Die Anfangsjahre waren nicht immer einfach. „Ich habe durchaus Lehrgeld bezahlt“, erinnert sie sich. Manchmal habe sie Ware eingekauft, die nicht wie erhofft ankam. Den wachsenden Onlinehandel sieht die Händlerin dagegen nicht zwangsläufig als großes Problem. In ihrem Laden sei das persönliche Einkaufserlebnis entscheidend geblieben, sagt die Inhaberin: „Meine Kundinnen möchten die Stoffe fühlen, die Kleidung anprobieren und ehrlich beraten werden.“ Während der Corona-Pandemie brachte sie die Mode sogar zu ihren Kundinnen nach Hause – sie habe schließlich genau gewusst, was ihnen steht.

Im Laufe der Jahre rund 50 Modenschauen

In den vergangenen vier Jahrzehnten hat Margit Merl nach eigenen Worten zahlreiche Modetrends kommen und gehen sehen. Viele festliche Anlässe begleitete sie beratend – von Hochzeiten bis zu Familienfeiern. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr eine Braut, die sie komplett ausstattete: mit roséfarbenem Spitzenkleid, passendem Mantel, Tasche und Schmuck. Selbst die Schuhe organisierte sie in eigener Regie.

Ein Höhepunkt ihres Schaffens waren die Modeschauen, die sie jahrzehntelang organisierte – insgesamt rund 50. Ob im Rauchsaal in Teublitz vor 400 Gästen, beim Koller in Bubach, im Hammerschloss in Schmidmühlen oder auf Messen – die Veranstaltungen seien vielen bis heute in lebhafter Erinnerung geblieben. Und die aktuelle Mode? „Heute kann man alles tragen. Mode ist das, was gefällt“, sagt die Geschäftsfrau. Sie selbst liebt kräftige Farben und beschreibt sich selbst als fröhlich und optimistisch.

Noch ist ihr Geschäft gut gefüllt, doch sobald die aktuelle Ware verkauft ist, wird sie das Modehaus übergeben. Das soll Ende des Jahres sein, oder auch etwas später. Nachfolger sei ein junger Mann aus Teublitz aus der Modebranche, verrät Merl. Ganz verabschieden möchte sie sich allerdings nicht. Sie könne sich gut vorstellen, künftig stundenweise mitzuarbeiten und ihre Erfahrung weiterzugeben.

Wehmut spürt Margit Merl nach eigenen Worten kaum. Sie blicke mit Dankbarkeit zurück – und mit Vorfreude auf das Kommende. Sie freue sich darauf, mehr Zeit mit ihrem Mann zu verbringen, zu reisen, Fahrrad zu fahren oder tanzen zu gehen. Ganz ohne Beschäftigung werde es für sie allerdings nicht gehen, dazu sei sie ein viel zu aktiver Mensch.