„Heimatgfui“ in Aquarell: Für Amelie Ruhfaß aus Abensberg ist Malen „pure Magie“

Von Lucia Pirkl · 26. Februar 2026 um 15:00

Die Familie hilft eifrig mit: Die ehemalige Dirndlkönigin Amelie Ruhfaß lädt zur Vernissage ins Haus in der Mauer. Wer die Werke sehen will, soll sich allerdings sputen.

Ihr Lächeln dürfte ganz Abensberg kennen. Amelie Ruhfaß verzauberte damit 2023 so manchen Gillamoosgast und gewann nicht zuletzt dadurch die Wahl zur Dirndlkönigin. Ein Jahr lang vertrat die Frohnatur ihre Heimatstadt. Um Heimat dreht sich nun auch ihre kleine Kunstausstellung, die an diesem Wochenende das Haus in der Mauer belebt – fast wie eine „Pop-Up-Ausstellung“, die nur für kurze Zeit auftaucht. Fast wie so manche Blume, die sie zeichnet, ist auch die Ausstellung „vergänglich“, ist nur an diesem Wochenende am Samstag und Sonntag zu sehen.

Mit der Mohnblume begann alles. Ruhfaß - Foto: Ruhfaß

Unter dem Leitgedanken „Heimat ist kein Ort – Heimat ist ein Gefühl“ zeigt die junge Frau Werke, die ihre enge Verbundenheit zu Abensberg und zum Landkreis widerspiegeln. Prägende Motive der Region – darunter markante Bauwerke, Kirchen und Sehenswürdigkeiten, das Wappen des Landkreises, heimische Blumen. Tiere sowie Elemente bayerischer Tradition sind darunter.

Und für die bayerische Tradition musste nun auch die Eckbank der Oma herhalten, die diese für das besondere „Gfui“, der Enkelin extra für die Ausstellung lieh. In einer anderen Ecke steht ein Vogelhaus vom Opa, dem diese Ausstellung auch gewidmet ist. Und weil ohne Familie eh nix geht, hilft Schwester Karolin in diesen Tagen beim Aufbau der Ausstellung.

Die Mama kurbelte kräftig mit an

Dass es überhaupt dazu kam, verdankt Ruhfaß ein Stück weit einem anderen Familienmitglied, nämlich ihrer Mama: „Die hat damals, ohne zu fragen, meine Bilder zum Kunstnachtmarkt in die Stadt gebracht“, erzählt sie lachend. Die Resonanz war dann so gut, dass dann irgendwann daraus die Idee entstand, auch eine Ausstellung zu machen.

Das Wahrzeichen Abensbergs als Aquarell - Foto: Ruhfaß

Ruhfaß kreiert ihre Bilder mit einem Mix aus Aquarell und Fineliner. Zarte, fließende Farbverläufe treffen auf präzise Linien und detailreiche Ausarbeitungen. Gemalt wird oft „mitten in der Nacht“, erzählt Ruhfaß, freilich am Wochenende. Sie zeichnet die Motive aus dem Kopf raus oder nach Vorlage mit Bleistift vor und später kommt dann der Pinsel zum Einsatz. „Da bin ich dann voll produktiv, male 30 Bilder. Und dann langt‘s auch wieder für ein paar Wochen.“ Die Ideen liefert ihr die Natur, „Blumen male ich am liebsten und mit der Mohnblume hat es angefangen“, aber auch die Mama inspiriert sie ein ums andere Mal, nach dem Motto: „Guck, das wär doch ein schönes Motiv.“

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Gemalt hatte Ruhfaß auch schon als Kind gern, der Opa gab dazu immer mal wieder den Anstoß. Aber dann lag das Malzeug lange Zeit unbenutzt in der Schublade. Mit Fußball, Job und später dann dem Amt als Dirndlkönigin war die derzeitige BWL-Studentin genug ausgelastet. „Aber nach der Dirndlköniginnenzeit musst dich umstellen, dann sind die Wochenenden plötzlich wieder frei und man fragt sich, ,was mach ich jetzt mit der vielen Zeit‘“.

Und so entdeckte sie die Malerei neu für sich, „da komm ich super runter“, sagt die quirlige Abensbergerin. Zu ihrem Studium und ihrem Job in einer Steuerkanzlei sei das ein guter Ausgleich: „Ich finde, man braucht drei Sachen, Sport, das Künstlerische und was für den Kopf, zum Nachdenken. “

Schwester hat ein besonderes Auge

Dass beim Malen aus dem Nichts etwas entsteht, das sei für sie im Übrigen wie „pure Magie“. Diese Magie jetzt für die Ausstellung auch gut in Szene zu setzen, dabei hilft ihr ihre Schwester Karolin: „Die hat ein Auge dafür, wo man welches Bild anhängt und die hat auch die handwerklichen Fähigkeiten dazu. Ohne sie wäre die Ausstellung nicht möglich“, sagt Ruhfaß. Auch der Rest der Familie greift ihr unter die Arme. „Der Papa wird mit seiner Jazzband da sein. Von meiner Familie krieg ich immer die volle Unterstützung“, freut sie sich.

Ausstellung im Haus in der Mauer

Dauer: Am kommenden Wochenende präsentiert Amelie Ruhfaß ihre Malereien, Bilder und auch viele Postkarten im Haus in der Mauer.

Vernissage: Eröffnung ist am Samstag, 28. Februar um 19 Uhr. Es gibt einen Sektempfang und musikalische Umrahmung. Zu sehen ist die Ausstellung dann auch noch am Sonntag, 1. März von 16 bis 20 Uhr.

Inhalt: Mit ,Heimatliebe‘ möchte sie dazu einladen, Vertrautes neu zu entdecken und die eigene Beziehung zur Heimat bewusst wahrzunehmen – leise, ehrlich und mit viel Liebe zum Detail.

Auftrag: Amelie Ruhfaß gestaltet Karten auch gern persönlich und verkauft sie. In der Ausstellung hat sie ebenfalls jede Menge Karten mit dabei.