Plädoyer für mehr Mut: Der gebürtige Abensberger Florian Münzberg legt seinen ersten Roman vor

Plädoyer für mehr Mut: Der gebürtige Abensberger Florian Münzberg legt mit „Die Insel der Zwischenzeit“ seinen ersten Roman vor. Darin spielt die Psychologie eine große Rolle.
„Soll ich‘s wirklich machen oder lass ich‘s lieber sein?“ sang in den 1990er Jahren die Band „Fettes Brot“ und mündete dann in einem entschlossenem „Jein“. Dieses „Jein“, Sinnbild für Zweifel und die Angst vor Neuem, vor Unbekanntem, wer kennt es nicht? Auch Florian Münzberg war früher ein „Bedenkenträger“, manches Mal auch ein „Overthinker“, wie man auf Neudeutsch sagen würde, jemand, der immer alles bis ins Letzte durchdachte, sich im Kreis drehte.
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Er kennt die Ängste, die man mit sich trägt, also auch sehr gut. Aber er hat sich auch fachtheoretisch damit beschäftigt. Und daraus ist schließlich ein Buch geworden. In „Insel der Zwischenzeit“ fließen viele psychologische Theorien mit ein, gekleidet ist das Ganze in einen Roman, der sich als leichtfüßige Parabel mit Ängsten auseinandersetzt.
Psychologische Themen haben den 35-Jährigen schon immer interessiert. „Eigentlich wollte ich nach dem Abi Psychologie studieren“, so der gebürtige Abensberger, der mittlerweile in München wohnt. Der Numerus clausus bremste ihn aus, deshalb studierte Münzberg BWL in Regensburg und Shanghai.
BWL studiert, Psychologie besucht
Sein Interesse an der Materie hat das nicht geschmälert. Nebenbei besuchte er Psychologie-Vorlesungen an der Uni, wälzte in der Bücherei Fachliteratur. „Ich lese bestimmt 50 bis 60 psychologische Bücher pro Jahr.“ Vor allem die Frage, wie man resilient wird, wie man mit den Brüchen im Leben umgehen kann, Stichwort „positive Psychologie“, findet er interessant.
Und so stand dann irgendwann auch mal ein persönlicher Wunsch auf seiner Liste ganz oben, nämlich ein eigenes Buch schreiben.Das Gerüst dafür hatte er schon länger in der Schublade, und im vergangenen Sommer hatte der selbstständige Unternehmensberater etwas Zeit und brachte das Ganze dann in Form. „Innerhalb von vier Wochen hatte ich das Buch fertig.“ Der Prozess des Schreibens, abends, auf dem Balkon, der sei für ihn fast befriedigender gewesen als das fertige Buch in den Händen zu halten, erzählt Münzberg. Freilich, dass schon 300 Exemplare verkauft wurden, dass auch Menschen „vom Fach“ sein Buch loben, das freut ihn natürlich sehr. „Dabei habe ich es vor allem für mich geschrieben, auch als zukünftige Erinnerung an mich selbst, als Wegweiser“, versichert er.
Und um das geht es: Das Buch dreht sich um einen Mann, der seinen Ängsten begegnet, und zwar in Form von „Geistern“. In Münzbergs Buch dreht sich Vieles um Selbstreflexion. „Gehe in deine Angst rein, weil dahinter liegt das, was du dir wünschst. Die Angst kann ein Kompass für das Leben sein“, so der Autor. All zu oft steht der Romanheld vor der Frage nach dem „Ja“ oder „Nein“, dem „Weiter“ oder „Stehenbleiben“, dem „Vorwärts “ oder „Rückwärts“. Das Buch ist auch ein Plädoyer für Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, für den Mut, den eigenen Ängsten zu begegnen und so ein freierer Mensch zu werden.
Idee für ein zweites Buch ist schon da
Münzberg hat das Schreiben im Übrigen so genossen, dass er schon ein zweites Buch in der „Pipeline“ hat. Wieder geht es um psychologische Themen, um die Männerseele. „Viele psychologische Bücher sind ja eher so geschrieben, dass sie Frauen ansprechen. Ich wollte mal etwas für die männliche Zielgruppe machen.“ „Heulen für Anfänger“ wird irgendwie auch wieder ein Buch über Mut, es soll Männer humorvoll zur Innenschau einladen, helfen, die Tür zu den eigenen Gefühlswelten aufzustoßen, fernab von Optimierungswahn. „Auch vermeintlich harte Jungs, wie Oliver Kahn beispielsweise, haben Depressionen oder Burn-out“, so Münzberg.
„Die Insel der Zwischenzeit“: Wie Angst lähmen, aber auch befreien kann
Inhalt: „Die Insel der Zwischenzeit“ erzählt die humorvolle Geschichte eines jungen Mannes, der seiner Angst begegnet. Auf einer geheimnisvollen Insel erkennt er, wie Zweifel, Nähe, Veränderung und Stille ihn zugleich lähmen und befreien. Was als Kampf beginnt, wird zu einer tiefen Freundschaft – und zu der Erkenntnis, dass Angst kein Feind ist, sondern ein Kompass.
Methodik: Inspiriert wurde Münzberg unter anderem von der Theorie des Psychoanalytikers Fritz Riemanns und den vier Grundängsten zwischen Nähe und Distanz, Dauer und Wandel. Für Riemann war Angst keine Störung, sondern eine Form von Intelligenz. Sie schützt, sie warnt, sie zwingt uns, lebendig zu bleiben. Das Buch zeigt, wie Angst funktioniert, was im Körper passiert, wenn wir Angst haben, was uns lähmt, was uns wieder in Bewegung bringt. Aber auch, was möglich wird, wenn man ihr zuhört, und auch, wie man Angst verstehen kann, ohne ihr zu gehorchen.
Vermarktung: Das Buch ist für 21,99 Euro erhältlich in allen Buchläden als Selfpublishing-Werk von Tredition.