Was es für ein gutes Leben am Land braucht - das würden Kelheims Landratskandidaten verbessern

Von Beate Weigert · 20. Februar 2026 um 11:00

Amtsinhaber und Herausforderer sagen, wie sie im Falle ihrer Wahl das „Leben am Land“ von Bad Abbach bis Volkenschwand attraktiver machen würden.

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Wer im Landkreis Kelheim lebt, lebt am Land. Beim Wahl-Talk mit den Landratskandidaten spielte auch dieses Thema eine Rolle. Sechs der sieben Kandidaten verrieten, bei welchen Aspekten sie etwas ändern würden.

Amtsinhaber Martin Neumeyer (CSU) verwies darauf, dass für vieles, was zur Daseinsvorsorge der Bürger gehöre, im Zuständigkeitsbereich der Gemeinden liege. Für Neumeyer ist aus Landkreis-Sicht die Mobilität der Menschen ein zentrales Thema. Dazu zähle der Land-Kexi, als Ergänzung zum ÖPNV. Aber auch die Infrastruktur der Straßen sei entscheidend wie der öffentliche Personennahverkehr insgesamt. Auch der Freizeitbus ist für Neumeyer ein gutes Angebot zum „Leben am Land“. Auch wer Arbeitsplätze vor Ort schaffe, verbessere dieses, weil die Bürger gar nicht erst wegfahren müssten.

Für Christian Nerb (FW) ist das Leben am Land „schön“. Allerdings wäre es noch schöner, wenn die Donautalbahn zweigleisig ausgebaut wäre und der Landkreis wieder zum RVV gehörte. Für beides würde er als Landrat kämpfen, sagt Nerb. Den On-demand-Bus Kexi wertet er als „guten Ansatz“. Allerdings hält der FW-Kandidat die neuen Sektoren für unpraktikabel. Er würde diese anders organisieren, verspricht der 65-Jährige. Und auch als Baugenehmigungsbehörde müsse das Kelheimer Landratsamt „offener werden“ und den Menschen das Bauen am Land auch ermöglichen.

Wie geht es mit dem (Land)-Kexi weiter? - Foto: Manfred Forster

Dr. Heinz Kroiss (FDP) würde sich als Landrat „zurücknehmen“ und den Gemeinden mehr „Luft zum Atmen“ geben. Sprich: „Nicht alles abschöpfen und bestimmen. Denn dann geht vor Ort nichts.“ Mit Blick auf die älter werdende Gesellschaft würde Kroiss Senioren mehr unterstützen, etwa beim Wechsel vom eigenen Haus in ein anderes Wohnumfeld. Dieser Wechsel gestalte sich derzeit oft schwierig. Auch hier bräuchten Kommunen „mehr Luft“, (Bau-)Gesetze müssten flexibler ausgelegt werden. Den Kexi könne man sich nur zu einem Teil leisten. „Wenn alles gut funktionierte, wäre er dreimal so teuer.“ Kroiss würde mehr Bürgerschaftliches (in Kommunen) fördern und Radverkehr.

Beatrix Kappelmeier (SPD) verwies darauf, dass vor allem die Vereine „ganz viel“ leisteten. Ohne sie liefe es nicht – „und ohne Auto auch nicht“. Auch die 57-Jährige hält den RVV-Ausstieg für falsch. Insbesondere für Azubis und Studierende wäre eine Rückkehr wichtig. Zudem hält auch die SPD-Kandidatin Wohnbereiche für die ältere Generation für essenziell, damit die allein zu Hause nicht vereinsamten.

Muss der Landkreis zurück in den RVV? - Foto: Manfred Forster

Peter-Michael Schmalz (ÖDP) wären gleichwertige Lebensverhältnisse von Stadt und Land wichtig. Am Land sieht er noch „viel Handlungsbedarf“, hier sei auch die Staatsregierung gefordert. Als Landrat würde er sich für den zweigleisigen Ausbau der Donautalbahn stark machen. Den Kelheimer Beschluss zum RVV-Ausstieg hält auch er für „fragwürdig“. Ein Amazon-Logistikzentrum würde das Leben am Land zudem verteuern, glaubt er. Zum Beispiel beim Bauen in umliegenden Gemeinden. Darum sei das Projekt für ihn ein „No-Go“.

Dr. Andreas Fischer (SLU) ist ebenfalls gern am Land daheim. Doch die Menschen bräuchten Perspektiven. Das Landratsamt müsse als Baugenehmigungsbehörde mehr Spielräume nutzen und den Menschen „weniger Steine in den Weg“ legen, fordert er. Auch der ÖPNV sei wichtig, „aber wir müssen schauen, was wir uns leisten können“. Der Land-Kexi funktioniere nur begrenzt und dafür sei er zu teuer. Fischer glaubt nicht, „dass wir da auf Dauer so weitermachen können.“