Wärmeplanung Abensberg: Es fehlen noch wichtige Daten

Von Wolfgang Abeltshauser · 20. Februar 2026 um 05:00

In Neustadt a. d. Donau sind weitere Schritte für eine Wärmeauskopplung von der Raffinerie getan. Die Frage ist, welche Maßnahmen in Abensberg noch notwendig sind, um endgültig zu entscheiden, ob sich die Kommune an dem Projekt beteiligt. Wir haben nachgefragt.

Jüngst erst stand das Thema wieder einmal auf der Tagesordnung des Stadtrats der Kommune Neustadt a. d. Donau, als das Gremium beschloss, eine GmbH zu gründen, um das Projekt umzusetzen. In Abensberg ist man ein wenig der Zeit hinterher - räumen sowohl Bürgermeister Bernhard Resch als auch Umweltreferent Richard Zieglmeier ein. Denn es laufe die Zeit davon, um endlich notwendige Daten und Fakten zusammenzutragen. Grund ist laut Referent, dass das Planungsbüro, das man im Auge hatte, für die weitere Begleitung des Projekts abgesagt hat.

Das Unternehmen hatte einen ersten Wärmeplan erstellt, dabei vor allem die Innenstadt als auch den Bereich An den Sandwellen als potenzielle Gebiete für eine Versorgung mit Fernwärme ausgemacht. Als es jetzt in die konkrete Vorplanung gehen sollte, habe sich dieses Büro aber als nicht kompetent genug dafür gesehen - und abgelehnt.

Die lange Abensberger Suche nach einem Planungsbüro

„Ich habe danach wochenlang ein Planungsbüro gesucht“, sagt Resch im Gespräch mit dieser Zeitung. Dazu komme, dass in den Stadtwerken krankheitsbedingt ein wichtiger Mitarbeiter fehlt, der bisher hier viel Arbeit geleistet habe. Letztendlich sei der Einsatz des Bürgermeisters erfolgreich gewesen. Er habe ein Büro gefunden, das sowohl die juristischen als auch baufachlichen Belange bewältigen könne. Die erste konkrete Arbeit dieses Unternehmens war es laut Resch wiederum, eine Ausschreibung auszuarbeiten, mittels derer ein Ingenieurbüro gefunden werden soll, das nun die wichtigen Erhebungen für Abensberg erstellen soll. Danach solle das schon beauftragte Büro den Projektablauf fachlich begleiten.

„Die Ausschreibung wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden“, betont der Bürgermeister. Um hinterherzuschieben, dass man seitens der Kommune ganz strikt die Aufgabenliste bei dem Thema abarbeite, die von der Bundesregierung vorgegeben sei. Nur so könne man mit den erhofften Fördergeldern rechnen.

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Dies muss gesuchte Ingenieurbüro ebenso erledigen: Einmal muss laut Resch und Zieglmeier die Wärmemenge herausgefunden werden, die in Abensberg benötigt wird. Einfach gesagt heiße das, in den beiden genannten Stadtbereichen von Haustür zu Haustür zu gehen, um nachzufragen, ob man sich grundsätzlich einen Anschluss vorstellen könne. Ob das in der Realität durch Hausbesuche oder anderweitig geschehe, könne laut Resch nur mit dem dafür beauftragten Unternehmen gemeinsam besprochen werden.

Potenzielle Großabnehmer ein entscheidender Faktor

Resch und Zieglmeier sind sich sicher, dass es mitentscheidend ist, ob potenzielle Großabnehmer anschlussbereit sind oder nicht. Im Blick haben beide dabei Unternehmen im Bereich der Sandwellen - und sicherlich auch die Realschule. Darauf angesprochen sehen es sowohl Resch als auch Zieglmeier als sinnvoll an, dass die Kommune auch von sich aus auf die Bevölkerung zugeht, um Werbung für einen Anschluss zu machen.

„Auf welche Weise das aber geschieht, sollten wir auch gemeinsam mit den beauftragen Unternehmen entscheiden“, sagt Resch. Er könne sich dazu etwa einen Pressetermin vorstellen - oder auch persönliche Anschreiben beziehungsweise Besuche. Und sind diese Daten erst einmal erhoben, bleibt dennoch eine Unbekannte. Derzeit können weder Neustadt a. d. Donau noch Abensberg Anschlusswilligen konkrete Preise nennen, so dass deren mögliche Zusagen immer unter Vorbehalt sein werden. Ein endgültiges Ja oder Nein werde es laut Resch wohl erst dann geben, wenn der Preis bekannt ist. Das sei aber leider nicht anders zu organisieren.

In Neustadt a. d. Donau müssen 80 Millionen Euro investiert werden

In Neustadt a. d. Donau wurde jetzt in besagter Ratssitzung immerhin mit 80 Millionen Euro erstmals eine geschätzte Gesamtsumme genannt, die dort investiert werden müsste. Kosten zu ermitteln, die auch die Voraussetzung für die Preise sind, ist dann auch die zweite große Aufgabe des gesuchten Ingenieurbüros. Da gehe es laut Resch vor allem darum, die notwendigen Strecken für die Wärmeleitungen in der Stadt festzustellen - und deren Kosten. Fest steht laut Zieglmeier, dass eine Wärmeleitung aus Neustadt a. d. Donau, die über Bad Gögging käme, beim Klärwerk Abensberg erreichen würde.

Resch betont, dass er sich vom beauftragen Planungsbüro aber nicht nur diese Fakten wünscht. Er wolle eine ganzheitliche Wärmeplanung, in die die in der Stadt vorhandenen Energiequellen eingearbeitet sein müssten. Wie berichtet besitzen die Stadtwerke selbst eine Wärmeleitung, die von einem Hackschnitzel-Brenner an der Abensstraße betrieben wird. Unter anderem wird damit das Rathaus beheizt. Dazu gibt es in der Innenstadt einen privaten Anbieter, der unter anderem Wärme an Grund- und Mittelschule abgibt.

In Neustadt a. d. Donau ist man durchaus einige Schritte weiter als in der Nachbarstadt Abensberg. Wie berichtet hat die Kommune vor einigen Wochen das bestehende Leitungsnetz der Waso GmbH übernommen - und dazu die Kundenverträge. Das Unternehmen versorgt derzeit Haushalte und Betriebe mit Wärme, die in firmeneigenen Heizanlagen, die mit Hackschnitzel befeuert werden, erzeugt wird. Laut Bürgermeister Thomas Memmel sei das ein sinnvoller Schritt gewesen, denn es hätte keinen Sinn gemacht, wenn man in der Stadt für die Wärmeauskopplung an der Raffinerie ein eigenes Netz gebaut hätte.

Projektgesellschaft gegründet

Jüngst hat nun der dortige Stadtrat beschlossen, dass das Projekt über eine „Neustadt an der Donau Wärmeversorgung Projektgesellschaft GmbH“ erfolgen soll. Es wird also eine eigene GmbH gegründet, die eine Gesellschaft der Stadtwerke ist, was kommunalrechtlich zulässig ist. Die Kontrolle der Projektgesellschaft könne über den Werkausschuss des Stadtrats erfolgen. Ziel der Projektgesellschaft sei die Bündelung aller projektbezogenen Tätigkeiten, die klare Trennung vom laufenden Betrieb der Stadtwerke sowie die eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten, Risiken und Finanzierungsstrukturen, hieß es dazu in der Stadtratssitzung.

Einen Schritt weiter scheinen die Neustädter auch beim Thema Kunden zu sein - zumindest einen kleinen. So hat wie berichtet der Zweckeverband Bad Gögging beschlossen, dass die Limes-Therme an eine solche Wärmeleitung angeschlossen werden soll.