Abensberger Martin Neumeyer (CSU) möchte verlängern im „Traumjob mit großer Verantwortung“

Amtsinhaber wissen, wie’s geht; aber kennen auch die Bürden des Amtes. So auch Martin Neumeyer, derzeitiger Landrat von Kelheim. Seine Abwägung fällt eindeutig aus: „Landrat ist ein Traumjob mit großer Verantwortung“ – den der CSU-Politiker aus Abensberg gerne weiterhin ausüben würde.
Kloster Weltenburg, die barocke Perle, präsentiert sich spätwinterlich nasskalt. Zum Glück quert Abt Thomas M. Freihart gerade den Innenhof und öffnet ein Besprechungszimmer für das Trio: Zum Treffen mit der MZ-Reporterin kommt Martin Neumeyer in Begleitung eines Freundes aus Italien – ein Kommunalpolitiker, der sich ein paar Tage den bayerischen Wahlkampf anschaut. Und wie sieht er aus, der Wahlkampf des CSU-Landratskandidaten?
Vor allem klassisch, antwortet Neumeyer: Auf rund 50 Versammlungen sei er mittlerweile gewesen, bei Infoständen und Terminen; um zu „erzählen, was wir in den letzten Jahren schon geschafft haben. Und was wir noch vorhaben“, wofür er eine dritte Amtszeit anstrebt. Auch, weil viele ihn darum gebeten hätten. Und: „Die Leidenschaft ist da, und die Gesundheit auch“, ergänzt der 71-Jährige.
Weiter voranbringen will er vor allem die kreiseigenen Krankenhäuser. Kelheim St. Lukas sei bestens am Start: mit der Caritas als starker Partnerin und den einstimmigen Kreistagsbeschlüssen zur künftigen Ausrichtung auf die Grund- und Notfallversorgung sowie zur OP-Generalsanierung.
Beschlüsse umzusetzen, das ist DemokratieMartin Neumeyer, Landrats-Kandidat der CSU
Auf dem richtigen Weg sieht er aber auch – anders als viele Mainburger – die dortige Ilmtalklinik. Sie soll eine „Sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung“ (SüV) werden; nach jüngster Beschlusslage werden trotzdem auch Krankenhaus-Leistungsgruppen beantragt. Für all dies gebe es Beschlüsse des Kreistags. Demokratische Pflicht sei, diese Beschlüsse umzusetzen, betont Neumeyer. Sie stattdessen „immer wieder in Frage zu stellen, ist undemokratisch“, kritisiert er den anhaltenden Widerstand innerhalb und außerdem des Kreistags.
Er verstehe ja den Protest vor Ort; „Krankenhaus ist einfach ein emotionales Thema.“ Auch für ihn selbst, räumt der langjährige Polit-Profi unumwunden ein: „Mir geht dieser Protest schon nahe; da habe ich kein dickes Fell“. Aber den Vorgaben der „großen Politik“ könne sich der Landkreis nicht widersetzen. Stattdessen habe man Mainburg mit SüV-Beschluss sowie Millionen-Investitionen in Brandschutz, Pflegeschule, Medizinisches Versorgungszentrum und Co. bestmöglich gewapnet für eine Krankenhaus-Reform, „die noch längst nicht vorbei ist!“
Mit Vorgaben und Aufträgen von Berlin und München an die Kommunen hadert der CSU-Politiker generell: „Wir müssen sie umsetzen, werden geschimpft und müssen auch noch dafür zahlen…“. „Bedenke das Ende“ – diese Sentenz aus dem Lateinunterricht würde er Parlamentariern und Regierungsvertretern gerne ins Stammbuch schreiben.
Ich will für die Menschen da seinMartin Neumeyer
Seinen eigenen „Seitenwechsel“ vor zehn Jahren bereut der frühere MdL und Integrationsbeauftragte dennoch nicht. Als Landrat könne er „für die Menschen da sein“ und zwischen Bürgern und Behörde moderieren. Aber „ein reines Servicezentrum wird das Landratsamt nie“, weist dessen Chef indirekt Versprechen seiner sechs Herausforderer zurück: „Wir haben eben auch Gesetze zu erfüllen“ und Verstöße zu ahnden; das sei man der Solidargemeinschaft schuldig. Diesseits dieser roten Gesetzes-Linie werde er aber weiterhin versuchen, behördliche Bürokratie abzubauen – und auch bei Bund und Land darauf drängen, so Neumeyer.
Die Spielräume, die dem Landkreis blieben, seien unter seiner Regie gut genutzt worden, befindet der CSU-Kandidat; allen voran für Schulprojekte: etwa die fast abgeschlossene Generalsanierung des Beruflichen Schulzentrums; die beschlossene Erweiterung der Riedenburger und Generalsanierung der Abensberger Realschule. Für letztere „planen wir die Sieben-Zügigkeit natürlich zukunftsfähig mit“.
Den Vorstoß des Kelheimer Bürgermeister-Kandidaten Stephan Schweiger (SPD) weist Neumeyer zurück: Mit einer weiteren Realschule, in der Kreisstadt, „müssten wir Riedenburg zusperren“, ist er sicher. Auf seiner eigenen Schul-Agenda steht noch die Eduard-Staudt-Förderschule. Ihr beschlossener Umzug von Thaldorf in die Kelheimer Kernstadt sei „wirklich gut“, wegen der Synergien mit umliegenden Schulen am Rennweg. Heuer wolle man die Grundstücks-Voraussetzungen „unter Dach und Fach bringen“.
Kritik gab es in den vergangenen Monaten an Neumeyers ÖPNV-Kurs. Der erklärte ÖPNV-Fan verteidigt die Kreis-Ausgaben hierfür, speziell für den Land-Kexi: Die Menschen im Landkreis bräuchten ein vernünftiges Mobilitätsangebot; vor allem Senioren, aber auch die Jugendlichen für Schul- und Berufsweg.
Ein Weg, der sie im Idealfall in einen zukunftsträchtigen Betrieb im Landkreis führt, hofft Neumeyer. Dafür steuere der Landkreis seinen Teil bei, etwa mit der Akquise von Einrichtungen wie den drei Technologiezentren und dem „Open Regional Campus“ und mit der Tourismus-Förderung.
Zur Person
Privat: Martin Neumeyer und seine Frau Maxi haben zwei erwachsene Söhne – die am 8. März ebenfalls kandidieren – und, nicht zu vergessen: Hündin Berta. Wenn Amt und Politik pausieren, kocht der gelernte Restaurantmeister gerne. Lesen und Saunieren sind weitere Hobbies.
Beruf: Der BWL-Absolvent war 20 Jahre lang als Gastronom selbständig. Ab 2003 war Martin Neumeyer Stimmkreis-Abgeordneter im Landtag, bis er 2016 erstmals zum Landrat gewählt und 2020 in diesem Amt bestätigt wurde.
Partei: Schon als (Regensburger) Schüler trat Martin Neumeyer der CSU bei. Seither repräsentierte er seine Partei unter anderem im Abensberger Stadtrat, in Bezirks- und Kreistag und als Kreisvorsitzender, als MdL – und aktuell als Kelheimer Landrat.