Neue Kurse in der Skatehalle in Regensburg: MZ-Reporterin beim Selbstversuch

Cord-Cap, Chucks und ein extrem motivierendes Grinsen – das ist Carlotta „Carli“ Teckentrup, ihres Zeichens Deutsche Meisterin auf dem Streetboard. In der Skate- und BMX-Halle in Regensburg bringt sie Menschen jeden Alters das Skaten bei. Die jüngsten sind drei, die ältesten über 50. Jetzt war ich an der Reihe: Heike Haala, Reporterin der MZ und 44 Jahre alt.
Und so viel schon einmal vorneweg: Am Ende des Abends hatte ich mir meine ersten Sporen verdient. Nach einem ordentlichen Sturz auf den Allerwertesten und einigen Versuchen, während derer ich mich an Carlis Unterarmen festgekrallt hatte, fahre ich alleine eine – zugegebenermaßen kleine – Rampe hinunter. Alle, die es gesehen haben, kommen auf mich zugelaufen und halten ihre offene Hand in die Luft, damit ich sie abklatsche. Einer der Skater gibt mir sogar eine Gangster-Faust.
Goofy oder Regular? Das ist hier die Frage
So gut ist das beim Skaten nicht immer für mich gelaufen. Mit ihren 26 Jahren kam Carli in einer Zeit auf die Welt, als ich zwar sehr gerne Skateboard gefahren wäre, mich aber höchstens dann in die Nähe der paar Plätze oder auch der ehemaligen Skatehalle in der Margaretenau getraut habe, wenn ich meinen Bruder dort hingefahren oder wieder abgeholt habe. Die Hindernisse waren mir einfach zu hoch, die Typen ein paar Nummern zu cool, meine Fähigkeiten auf dem Board – zum Vergessen.
Diese Kurse und Events sind geplant
• Frauen: Am Internationalen Weltfrauentag am 8. März ist ein Girls Shred Day für Skateboard und BMX geplant. Ein Girls-Shred-Kurs für Mädchen ab sieben Jahren soll am 11. und 18. April, jeweils von 11 bis 14 Uhr, in der Halle des Vereins Spot stattfinden. Die Kosten liegen bei 59 Euro.
• Ferienkurse: In den Osterferien ist von 30. März bis 2. April ein Kurs für Fortgeschrittene angesetzt, in den Pfingstferien einer für Anfänger von 25. bis 28. Mai. In den Sommerferien gibt es Kurse für Anfänger von 3. bis 6. August sowie von 7. bis 10. September. Kosten: 149 Euro
• Kinder: Der „Mini Shredder“-Kurs ist für Kinder ab drei Jahren und findet jeden Montag von 15.30 bis 16.30 Uhr statt. Der Skate Kids-Kurs richtet sich an Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren, die die Welt des Skateboardens entdecken möchten – jeden Freitag von 15 bis 16.15 Uhr.
Der Carli aber vertraue ich sofort. Sie weiß, dass Mädchen und Frauen Vorbehalte, wie ich sie damals hatte, spüren. Deswegen gibt sie auch Kurse, die sich an Mädchen, Flinta-Personen oder sogenannte Later Skater richten, die mit 30 Jahren noch nie auf einem Board gestanden sind oder es nach langer Zeit wieder einmal versuchen möchten. Wer Skaten lernt, kommt um ein Vokabeltraining nicht herum. Goofy oder Regular? Das ist die Frage, die jeder angehende Skater als erstes beantworten muss. Es geht darum, welches meiner zitternden Beine vorne auf dem Board steht und mit welchem ich das Teil anschiebe – pardon: pushe.
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Nachdem ich Linkshänderin bin, pushe ich lieber mit diesem Fuß, was mich zu einer der raren Goofies macht. „Die meisten fahren Regular“, erklärt Carli. Und noch etwas klärt sich schnell: Nicht alles, auf dem ein Trick mit dem Skateboard möglich ist, heißt Halfpipe. In der Skatehalle gibt es keine einzige davon. Dafür stehen hier Quarterpipes, Banks, Ledges, Flat-Down-Rails, eine Wave und Bank-to-Bank-Obstacles.
Auf und Ab: Mit schlotternden Knien in der Miniramp
Mit Helm, Schonern an den Gelenken und schlotternden Knien stehe ich zwischen den Flanken der Miniramp, die sich links und rechts von mir steil nach oben biegen. Bevor mich Carli eine dieser Schrägen emporschiebt, achtet sie darauf, dass ich meine Füße entlang der Schrauben für die Achsen auf dem Board platziere und ordentlich in die Knie gehe. „Das ist stabiler“, erklärt sie. Prompt gelingt es mir, nicht mehr ständig mit den Armen in der Luft herumzurudern. Ich rolle bis zur anderen Schräge der Rampe, sogar noch ein wenig hinauf – und auch wieder herunter. Dann aber schießt mir das Brett unter dem Fuß weg und quer durch diesen Teil der Halle. Trotzdem platze ich fasst vor Stolz. Carli kennt diesen Gesichtsausdruck schon: „Manche sind überrascht, dass sie es geschafft haben. Manche freuen sich einfach. Andere stehen mit weit aufgerissenen Augen und voller Adrenalin vor mir“, sagt sie.
Ich gehöre definitiv zur letzten Kategorie. Die Haare unter dem Helm, die Knie, der Pulli – am Ende sind sie alle nass geschwitzt. Aber ich bin mir sicher: Ich muss so schnell wie möglich wieder aufs Skateboard.