Der Verein Spot bietet seit zwei Jahren Flinta-Slots in Regensburg an – Weibliche Skaterszene wird größer

Von Marius Göhl · 6. März 2025 um 09:00

Es ist Flinta-Tag in der Skatehalle von Spot Regensburg. Mädchen und Frauen aller Altersklassen skaten durch die Halle. Sie machen Kickflips, fahren die Miniramp und wollen ihre Fahrweise verbessern. Der Flinta-Zeitraum ist besonders und zeigt das soziale Engagement des Vereins.

Hier finden Sie ein Video:

Flinta ist ein Akronym für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, transgeschlechtliche und agender Personen. Der Begriff fasst also alle Gruppen zusammen, die nicht dem cis-männlichen Geschlecht entsprechen. Um einen Raum für die Bedürfnisse dieser Menschen zu schaffen, öffnet Spot die Halle am Freitag von 16.30 bis 19 Uhr nur für Flinta-Personen.

Szene wird immer größer

Seit zwei Jahren bietet der Verein den Slot. Besonders im Winter sei der Zeitraum sehr beliebt, erklärt Carlotta Teckentrup, Vorstand und Beauftragte für Kinder- und Jugendarbeit im Verein: „Wir haben viele Mädels, die nur für den Flinta-Slot kommen, weil es einfach einen geschützten Raum gibt, um sich auszuprobieren.“

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Immer mehr Mädchen hätten Lust, zu skaten. Oftmals scheitere es aber am Einstieg in die Szene. „Gerade im Winter ist die Halle ein Riesenvorteil. Wenn man am Wochenende dann aber zum ersten Mal in die Halle kommt und hier super viel los ist, ist es wirklich schwer, sich einzufinden. Gerade dann ist der Flinta-Spot super. Jeder hilft sich und jeder kennt sich. Es ist sehr inklusiv“, sagt Johanna Lichtenegger, eine Skaterin, die fast jeden Tag in der Spot-Halle ist.

Derzeit skaten circa zehn Personen regelmäßig am Flinta-Slot, sagt Teckentrup. Die Szene wächst. Dennoch ist der Anfang die größte Hürde beim Skaten. „Es ist eine männerdominierte Sportart. Das muss man ganz klar sagen. Der Flinta-Slot ist eigentlich etwas, das man heutzutage anbieten muss“, sagt Teckentrup.

Bevor es bei Spot den wöchentlichen Flinta-Slot gab, hatte der Verein einmal im Monat einen Abend, an dem nur Flinta-Personen fahren durften. „Die Nachfrage war irgendwann sehr groß. Wir wollten den Personen dann die Möglichkeit geben, frei von anderen Einflüssen skaten zu können. Ich kann das natürlich nur schwer nachvollziehen. Aber ich stelle es mir schwer vor, als Flinta-Anfängerin in eine volle Skatehalle zu kommen“, sagt Paul Ernsberger, vertretungsberechtigter Vorstand bei Spot.

Das Angebot schätzt auch Antonia Breindl aus Straubing. Für sie sei Skaten eine großartige Möglichkeit, um das Selbstbewusstsein zu stärken und aus sich rauszukommen. Dafür fährt sie ihre zehnjährige Tochter Emma dreimal in der Woche extra aus Straubing in die Domstadt. Besonders der Flinta-Slot sei für Emma der geschützte Raum, um sich auszuprobieren.

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„Wir haben etwas gesucht, wo Emma im Winter fahren kann und Anschluss unter Mädels findet, die eine Community bilden und sich gegenseitig wertschätzen“, sagt Breindl. Community hat Emma bei Spot gefunden. Spot ist mehr als nur ein Skateverein. „Jeder kennt jeden“, sagt Teckentrup.

Auch für Fabienne Straubinger bietet Spot mit seinen mittlerweile mehr als 300 Mitgliedern ein besonderes Vereinsgefühl. „Die Halle ist gefühlt mein zweites Zuhause. Wir haben hinten auch ein kleines Vereinszimmer, wo wir oft sind“, sagt Straubinger.

Eine Halle, die alles hat

Die Funsport-Halle im Regensburger Westen teilt sich Spot mit dem Verein Parkour Regensburg und dem Boule Club Ratisbonne. „Wir sind drei Vereine in der Halle. Das läuft sehr friedlich ab. Wir respektieren uns gegenseitig“, sagt Ernsberger. Bei Events, wie dem Spot*innen Contest, werde unter den Vereinen viel kommuniziert. Dann gebe es auch keine Probleme.

In der Skatehalle fühlen sich die Mitglieder wohl. „Die Funsport-Halle wurde 2016 eröffnet. Aus Skatersicht hat unsere Halle eigentlich alles, was man braucht. Wir versuchen, alles abwechslungsreich zu gestalten. Vielleicht schaffen wir es, in den nächsten Jahren nochmal umzubauen. Aktuell ist das meiner Meinung nach eine der besten Hallen in ganz Bayern“, so Ernsberger.