Drogen, Urin und Müll: Stadt Regensburg will Problem-Hotspot in der Maxstraße dichtmachen

Von Philip Hell · 24. Februar 2026 um 19:00

In der Maximilianstraße brodelt es. Das einst prächtige Entree der Regensburger Altstadt verkommt zusehends. Nun will die Stadt handeln – nur: Bringt der derzeitige Plan was?

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„Diese Leute sind verrückt“, sagt ein Geschäftsmann aus der Maximilianstraße. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen, zu groß ist die Angst vor eben „diesen Leuten“. Die Leute, die jeden Tag vor seinem Laden herumlungern, Drogen verkaufen, herumbrüllen oder pöbeln. Zumeist seien das nach wie vor kriminelle Asylbewerber aus Tunesien. „Ich habe viele Kunden verloren“, sagt der Unternehmer.

„Besonders Frauen trauen sich nicht mehr, bei mir einzukaufen.“ Seit rund zwei Jahren gehe das so. Polizei und Ordnungsamt kämen nicht dagegen an, sagt der Unternehmer. Es werde ständig bei ihm geklaut. Mittlerweile gehe er nicht einmal mehr zur Polizei. „Was bringt das? Ich stelle mich stundenlang hin und warte, bis ich meine Anzeige aufgeben kann und einige Monate später wird das Verfahren eingestellt. Ich war noch kein einziges Mal bei einem Gerichtsverfahren geladen.“

In den vergangenen Wochen hat der Geschäftsmann einen neuen Hotspot ausgemacht. Den Bereich rund um die Maximilianstraße 26. Dort sind unter anderem die Sparkasse, das Amt für Integration und Migration und das M26 untergebracht. Unmittelbar an dem Gebäude führt die Grasgasse vorbei. In letzter Zeit sei es dort zu Einbrüchen gekommen, berichtet der Unternehmer aus der Nachbarschaft. „Die Leute schlafen dort oder verstecken ihre Drogen.“

Regensburg: Umbau des Arkadengangs soll halbe Million Euro kosten

Die Grasgasse ist nun auch in den Fokus der Verwaltung geraten. Am Mittwochabend beschäftigt sich der Verwaltungsausschuss damit, ob man den Arkadengang entlang des Bürogebäudes in der Maximilianstraße 26 dichtmacht. Im derzeitigen Zustand sei der Gang für Kunden des Amtes für Integration und Migration „unzumutbar“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Durch seine Lage werde der Arkadengang „von verschiedenen Personengruppen genutzt, um dort ihre Notdurft zu verrichten“. „Des Weiteren wird der Bereich als Müllabladeplatz genutzt und es finden sich regelmäßig Hinterlassenschaften des Milieus.“ Um welche Hinterlassenschaften es sich dabei handelt, geht aus der Vorlage nicht hervor.

Um dem ein Ende zu setzen, will die Verwaltung den Arkadengang dicht machen. Das soll in Summe rund eine halbe Million Euro kosten, dabei hat die Stadt schon jetzt viel Geld in das Haus gesteckt, dass ihr seit 2014 gehört. Der Boden soll entfernt und vollständig neu aufgebaut werden. Metall- und Natursteinflächen sollen gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Zudem sind laut Vorlage eine neue Automatiktür am Haupteingang sowie eine Rolltoranlage an der Tiefgaragenzufahrt vorgesehen. Zum Schutz vor Vandalismus werden die Fassadenöffnungen entlang der Grasgasse weitgehend mit festverglasten Elementen geschlossen und der Arkadengang wird vom Einfahrtsbereich der Tiefgarage abgetrennt. Die Verwaltung plant, die Maßnahme bis Ende November 2026 durchzuziehen – vorausgesetzt, der Verwaltungsausschuss und der Stadtrat beschließen die Maßnahme.

Die CSU sieht den Vorschlag der Verwaltung kritisch, betont Dagmar Schmidl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin im Verwaltungsausschuss. „Natürlich ist das ein unschöner Ort.“ Die Frage sei allerdings, ob man eine halbe Million Euro für die Maßnahme ausgebe. „Das muss doch günstiger gehen“, sagt Schmidl.

Regensburger Problem-Hotspot soll umgebaut werden: Grüne und CSU skeptisch

Zumal nach Kenntnisstand der CSU das Gebäude früher einer Bank gehörte, der seinerzeit offenbar baurechtlich nicht erlaubt worden war, den Arkadengang zu schließen. Darüber hinaus stellt sich für die CSU die Frage der Verdrängung. „Die Ursache der Probleme bekämpft man mit dieser Maßnahme nicht.“

Die Grünen sind indes noch unentschlossen. Man sehe auf jeden Fall Handlungsbedarf, sagt OB-Kandidatin und Verwaltungsausschussmitglied Helene Sigloch. Der Bereich sei unattraktiv. „Wir hätten es allerdings schön gefunden, wenn der Bereich öffentlich bleibt.“ Insbesondere, um sich unterzustellen, wenn es regnet. Die Kosten beschäftigen dabei auch die Grünen. „Eine halbe Million Euro erschien uns etwas viel“, sagt Sigloch. Ob man dem Plan zustimme, werde sich noch zeigen.

Man habe einige Rückfragen an die Verwaltung gestellt. Markus Reitmeier, Sprecher der Polizeiinspektion Regensburg Süd, betont dass die Beamten in dem Areal regelmäßig Drogen-Handel feststellen. „Darüber hinaus kommt es vermehrt zu körperlichen Auseinandersetzungen.“ Das betrifft Reitmeier zufolge nicht nur die Maximilianstraße. Die Sachverhalte wirkten sich auch auf die umliegenden Gassen aus. Zum Thema Arkadengang teilt der Polizeisprecher mit: „Die Stadt Regensburg begründet ihr Vorhaben mit Hinterlassenschaften verschiedener Personengruppen und -milieus (Notdurft, Müll) in diesem Bereich. Aus polizeilicher Sicht kann die Schließung des Arkadengangs einen zielführenden Beitrag zur Beseitigung dieses Problems leisten.“