Die Serenade im Steinbruch Marching stand kurz vor dem Aus

Die Serenade im Steinbruch im Neustädter Ortsteil Marching (Landkreis Kelheim) ist ein Kulturhöhepunkt in der Kommune – und weit über sie hinaus. Jetzt gibt es Neuigkeiten rund um die Veranstaltung.
Der musikalische Leiter der Serenade, Reinhold Furtmeier, teilt jetzt im Namen der Stadt mit, dass künftig nicht mehr die Neustädter Pfarrei, sondern die Kommune die Veranstaltung organisiert. Lange Zeit stand demnach die Fortführung der Serenade im Steinbruch auf der Kippe.
„Die Kirchenverwaltung der Neustädter Pfarrei St. Laurentius, die seit Beginn an die beliebte Veranstaltung im Marchinger Steinbruch organisiert und ausgerichtet hat, sah sich leider nicht mehr imstande, das berühmte Klassik-Open-Air weiterzuführen“, ist von ihm zu erfahren.
Serenade in Marching ist stetig gewachsen
Bereits seit einigen Jahren hätten sich immer weniger ehrenamtliche Helfer gefunden, die enormen Vorbereitungen zu stemmen. „Mit dem Anwachsen der Veranstaltung und der damit einhergehenden Vergrößerung des Orchesters, der wachsenden Bürokratie und den überbordenden Sicherheitsbestimmungen waren auch die Aufgaben stetig mehr und arbeitsintensiver geworden“, beschreibt er die Veränderungen.
Zahlreiche helfende Hände seien notwendig für Kartenverkauf, Aufbau von Bühne, Technik und Bestuhlung bis hin zum Catering und Service. Die gebe es mittlerweile einfach nicht mehr. Oder sie seien eben im Laufe der Zeit „in die Jahre“ gekommen. Auch ein finaler Aufruf zur Mithilfe im Pfarrbrief der Pfarrei habe nicht geholfen. „Die Serenade stand vor dem Aus“, stellt er fest.
Serenade mittlerweile sehr bekanntes Open Air
Zu den regelmäßigen Besuchern der Veranstaltung gehört seit vielen Jahren Bürgermeister Thomas Memmel. Er hatte dann laut Furthmeier den Lösungsvorschlag: Die Kommune soll in Zukunft die Trägerschaft des berühmten Klassik-Open-Airs übernehmen. In den Augen von Memmel und Furtmeier sei die Stadt auch gefordert. „Denn in den mittlerweile zwanzig Jahren ihres Bestehens hat sich die Serenade im Steinbruch zu einem der bekanntesten und renommiertesten Klassik-Open-Airs im gesamten Landkreis – und wohl weit darüber hinaus – gemausert“, betont Furtmeier.
Künftig werden also die bewährten Kräfte aus dem Kulturamt die organisatorische Vorarbeit leisten, die ja in dieser Hinsicht sehr erfahren sind. Außerdem stehen die Bauhof-Mitarbeiter für die konkreten Auf- und Abbauarbeiten im Steinbruch parat.
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Die Serenade ist mittlerweile zu einem kulturellen Aushängeschild der Stadt geworden. „Das traumhafte Ambiente der massiven steinernen Kulisse und das mittlerweile hohe musikalische Niveau der Serenade hat sich herumgesprochen, so dass man sich in den vergangenen Jahren sputen musste, um eine Karte für das beliebte Event zu ergattern“, beschreibt es Furtmeier.
Viele Ehrenamtliche haben die Veranstaltung getragen
Der betont, dass die Arbeit der Pfarrei bisher immer sehr professionell gewesen sei. Vor allem habe der Einsatz vieler Ehrenamtlicher die Veranstaltung getragen. Auch die Eigentümer des Steinbruchs, die Familie Scheuermann, habe die Serenade immer kräftig unterstützt.

Niemand habe sich vor 20 Jahren, als der damalige Neustädter Stadtpfarrer, Monsignore Johannes Hofmann, zusammen mit dem Steinbruch-Besitzer auf ein Glaserl Wein zusammensaß und beide bei dieser launigen Zusammenkunft die „Serenade im Steinbruch“ ersannen, träumen lassen, dass aus der abendlichen Musikserenade mit einem – anfänglich nur kleinen, kammermusikalisch besetzten – Orchester in einer kargen „Mondlandschaft“ mal ein angesagtes Sommer-Event wird, bei der Klassik-Fans aus der näheren und weiteren Umgebung von Neustadt in feiner Abendgarderobe einen festlichen Konzertabend in einem mittlerweile traumhaften Naturpark erleben können.
Zuspruch von vielen Seiten war sehr groß
Furtmeier will auf alle Fälle diese Tradition weiterführen: „Der große Zuspruch von Seiten zahlreicher Konzertbesucher, den Hausherren, sowie von den mitwirkenden Musikern selbst, die ebenfalls die Serenade in ihre Herzen geschlossen haben und sich jedes Jahr erneut über das unbeschwerte sommerliche Konzertereignis freuen, haben mich ermutigt, weiter zu machen“.
Deshalb ist sich Furtmeier sicher, dass die Serenade auch unter der neuen Trägerschaft das sommerliche Klassik-Event bleibt, zu dem man auch zukünftig immer am dritten Samstag im Juli (in diesem Jahr dann am 18. Juli) den – mittlerweile mehr aus nostalgischen Gründen von ihm aufgestellten – Wegweisern zur Serenade im Marchinger Steinbruch folgt.