Fans pilgern zur Marchinger Serenade – Steinbühne frei für Liebe, Leid und Leidenschaft

Die Serenade im Steinbruch von Marching unter Leitung von Reinhold Furtmeier hat ihren eigenen unverwechselbaren Zauber. Einen Zauber, der seit 20 Jahren immer mehr Musikfreunde in seinen Bann zieht und der auch am Samstagabend wirkte – insbesondere bei lauen Sommertemperaturen unter tiefblauem Nachthimmel.
Dass es das Jubiläumskonzert der von ihm gestalteten und geleiteten Konzertreihe der Pfarrei St Laurentius ist, spielte für Reinhold Furtmeier nur eine Nebenrolle. „Wir haben vor 20 Jahren ins Blinde gearbeitet und uns keine Gedanken gemacht, wo das hinführen könnte“, erinnerte er sich vor Konzertbeginn im Gespräch mit unserer Zeitung.
Damals starteten 20 Musikerinnen und Musiker unter Leitung des hauptberuflich als Gymnasial-Musiklehrer tätigen Dirigenten. Heuer waren es 50 Instrumentalisten, die mit ihm die Liebe zu Klassik-Melodien vor den senkrechten Felswänden des Scheuermann-Steinbruchs teilen. Es sind keine Berufsmusiker, aber Frauen und Männer, die als Musiklehrer und für ähnliche Berufe ausgebildet sind.
Tonnenschwere „Bühne“
Für den Jubiläumsabend hatte die Familie Scheuermann eigens einen tonnenschweren Kalksteinmonolithen vor die Hauptbühne hieven lassen: Er war die Plattform für Gesangssolisten Carina Gehring (Sopran) und Felix Che Groll (Tenor) für ihre Soli, Duette und Walzerschritte.
Pfarrer Thomas Stummer dankte in seiner Begrüßung den Hausherren für ihre Gastfreundschaft und hervorragende Unterstützung sowie allen, die diese zauberhaften Konzertabende auch hinter den Kulissen erst möglich machen.
Für das Jubiläumsprogramm hatte Reinhold Furtmeier Werke von Christoph Willibald Gluck, Georg Friedrich Händel, George Bizet und italienischen Komponisten aus der Welt der Oper ausgewählt. Die heitere Welt der Operette war dem zweiten Teil des Konzertabends gewidmet. Es waren Melodien, die auch weniger erfahrene Konzertbesucher kennen, die schwungvoll mitreißen und den Sängern sowohl in ihren Soli als auch im Duett glanzvolle Entfaltungsmöglichkeiten geben.
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Felix Groll zeigte sich als Moderator des Abends zudem als charmant-eloquenter und humorvoller Lotse durch diese musikalische Welt. „Mein Ziel heute Abend ist, Sie alle zu Opernfans zu machen“, verhieß er dem Publikum. „Es ist ist wie bei Restaurantbesuch: Es gibt Millionen Gerichte, nicht alle schmecken, man sucht sich eben das Beste aus. Mit der Oper ist es genauso.“
Der Speiseplan und insbesondere die „Köche“, sprich: die Instrumentalisten samt Solisten des Abends boten musikalische Spitzengastronomie. Furtmeier hatte sie zu einem Klangkörper zusammengeführt, der feine Nuancen ebenso sanft emporhob wie die schmissigen Akkorde kraftvoll – etwa beim Stierkampf-Thema aus Bizets Oper „Carmen“. Aber auch zärtliche Momente im Duett der Sänger „Lippen, sie küssen so heiß“ aus der Operette „Giuditta“ von Franz Lehár umschmeicheln sie in romantischer Sentimentalität. Das Publikum ist hingerissen.
Reizvoller Dreiklang
„Es ist dieser Dreiklang von klassischer Musik, Natur unter freiem Himmel und dem Ambiente im Steinbruch, der diese Serenade so reizvoll macht“, fasst Bettina Waltl aus Pförring diesen über Jahre anhaltenden Zauber der Musikreihe in Worte.
Die vielen hundert Besucher in der ausverkauften Naturarena sahen das offensichtlich genauso: Mit Dauerapplaus, Standing Ovations und Bravo-Rufen holten sie die Protagonisten nach den letzten Klängen für eine Zugabe zurück auf die Felsenbühne. Selbst die Musiker fielen in den Applaus mit ein.