Neugierde treibt den Tenor Felix Che Groll

Es ist eine durchaus bewegte, stationsreiche Karriere, auf die Felix Che Groll als 26-Jähriger bereits zurückblicken kann – und zugleich steht der Opernsänger noch ganz am Beginn eines neu eingeschlagenen Weges. Denn zu einem Zeitpunkt, als er sich als Bariton gut etabliert hatte, kam es zur Zäsur: „Mein Körper und meine Stimme haben mir gesagt, dass ich etwas verändern muss“, beschreibt Groll rückblickend.
Da er als Bariton stimmlich immer schon sehr hoch gelegen habe, sei er das Wagnis eingegangen und habe es als Tenor versucht. Ergebnis: „Es hat funktioniert.“ Das war im Dezember 2023. Das vergangene Jahr hat Felix Che Groll dann komplett dem Fachwechsel gewidmet: „Ich habe sämtliche Engagements abgesagt, mich ausschließlich auf das Neue konzentriert.“ Im Februar hat der Sänger seinen Master im Fach Operngesang an der Hochschule der Künste in Berlin gemacht.
Aufgewachsen in Train
Aufgewachsen ist Felix Che Groll in Train. Schon früh wurde sein Gesangstalent entdeckt: Entscheidender Förderer und Wegbegleiter war Reinhold Furtmeier, der seinerzeit am Mainburger Gabelsberger-Gymnasium Grolls Musiklehrer war: „Unter anderem durch ihn habe ich die Oper entdeckt.“ Bereits in der sechsten Klasse übernahm der junge Sänger Partien als Solist.
Früh setzte ihn Furtmeier auch in seinem Chor in Neustadt ein. Als Felix Che Groll, der neben seiner Arbeit als Sänger verschiedentlich auch als Regisseur agiert, 2019 in Abensberg mit Glucks „Orpheus und Eurydike“ seine erste Oper inszenierte, tat er dies mit seinem musikalischen Ziehvater als Leiter und Dirigent.
Wechselnde Engagements führten Groll im Laufe der Zeit in verschiedene deutsche Städte und nach Österreich. Als Bariton sang er unter anderem den Papageno in Mozarts „Zauberflöte“ oder den Marcello in Puccinis „La Bohème“. Im Tenorfach feierte der Sänger im April diesen Jahres sein Debüt als Lehrjunge in „Die Meistersinger von Nürnberg“ an der Deutschen Oper Berlin. Mit der Uraufführung von Sidney Cobretts „Tintenfischlady“ steht im Herbst ein weiteres Stück an derselben Bühne auf dem Programm. Inzwischen lebt Felix Che Groll auch in der Hauptstadt. Als bekennender Fan von Richard Wagner sind Bayreuth und die Festspiele für den Sänger ein hehres Ziel für die Zukunft. In der Villa Wahnfried ist Groll bereits aufgetreten.

Vorher kommt es jedoch zu einer kurzzeitigen Rückkehr in die Heimat: Bei der 20. Auflage der Serenade im Steinbruch tritt Felix Che Groll zusammen mit Sopranistin Carina Gehring in Marching auf.
„Bedeutet mir sehr viel“
„Wie könnte es anders sein?“ möchte man angesichts der Leitung der Veranstaltung sagen – denn diese obliegt Grolls Ziehvater Reinhold Furtmeier. Entsprechend groß ist die Vorfreude des Sängers, der bereits vor zehn Jahren bei der Serenade gastierte, mit Blick auf den Opern- und Operettenabend: „Das bedeutet mir sehr viel.“
Den Herausforderungen, die die Arbeit als freischaffender Sänger mit sich bringt, begegnet Felix Che Groll positiv, aber auch mit Ernst und Weitsicht: „Man muss neugierig sein. Und man muss sich gut präsentieren“, beschreibt er seine bisherigen Erfahrungen. Wichtig sei es zudem, langfristig zu denken und sich frühzeitig um Engagements zu bemühen.
Überraschend mag die Antwort des Sängers auf die Frage sein, wie er denn in seiner Freizeit entspanne: „Ich gehe in die Oper!“ Daneben sorgen Spaziergänge und Treffen mit Freunden für Abwechslung.
Und woher kommt der ungewöhnliche zweite Name? Ein prominenter Namensvetter stand da Pate, so Groll: „Mein Vater ist Motorradfan und hat schon viele Touren gemacht. Und weil Che Guevara ebenfalls gerne mit dem Motorrad durch Südamerika gefahren ist, wurde ich auch nach ihm benannt.“