Tischtennis mausert sich zu einem typisch Neustädter Sport

Der Name Neustadt an der Donau ist durchaus weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Das liegt zwar vor allem an historischen Stätten, wie den römischen Bädern in Bad Gögging oder dem Kastell Eining. Ein klein wenig zumindest hat dabei aber auch ein kleiner, eingeschworener Haufen aus der Sportfamilie des TSV seinen Anteil, der seine Mitbürger in Bewegung hält.
Abteilungsleiter Hans Pirthauer ist ehrlich: „Wir sind etwa 30 - also nicht so viele.“ Aber man sei ein eingeschworener Haufen und halte zusammen. Er spricht von der Tischtennisabteilung des hiesigen TSV. In früheren Jahren hat die Abteilung sogar bayerische Meisterinnen hervorgebracht. Nun hatte man länger warten müssen, bis ein achtbarer sportlicher Erfolg zu verzeichnen war. Die ersten Herrenmannschaft ist nach vielen Jahren wieder einmal aufgestiegen. Sie darf in der kommenden Saison in der Bezirksklasse A des Tischtennisbezirks Regensburg-Kelheim spielen.
Das habe sicherlich die gesamte Abteilung gefreut. Vor alle aber freut es Pirthauer, der seit 1998 der Abteilung vorsteht, dass dies hilft, Neustädterinnen und Neustädter weiter für diesen Sport zu interessieren. Wie viele andere Sportarten auch, hat das Spiel mit dem Zelluloid-Ball mit der massiven Medienpräsenz des Profifußballs zu kämpfen. Dabei hält Pirthauer Tischtennis für einen idealen Zeitvertreib.

„Es ist ein Gesundheitssport“, betont der Neustädter. Man könne es in jedem alter ausüben. Und vor allem: Man könne in jedem Alter mit diesem Sport beginnen. Letztendlich schon als Kleinkind. Das zeigt Vereinskollege Alexander Buchner, der seinem kleinen Sohn Bastian, während der auf der Tischtennisplatte sitzt, schon mal einen Schläger in die Hände drückt. Und hohes Alter sei keineswegs ein Grund, mit dem Sport aufzuhören. Und - ganz wichtig: Man brauche keine Sporthalle dafür. Jeder könne sich zu Hause eine Tischtennisplatte aufstellen.
Kreative Suche nach Nachwuchs in Neustadt a. d. Donau
Anders als bei durchaus etlichen anderen Sportvereinen in der Region wird bei den TSV-Tischtennisspielern in der neuen Saison, die im September beginnt, eine eigene Jugendmannschaft ins Rennen gehen. Das kommt aber nicht von ungefähr. Seit vielen Jahren organisiert die Abteilung Minimeisterschaften für Kinder aus Neustadt a. d. Donau. Da sind dann schon mal an die 30 Mädchen und Buben am Start. Der eine oder die andere bleibe dabei immer hängen, kommt auch später zum regulären Training. Heuer fand bereits zum 42. Mal eine solche Meisterschaft statt. All das trägt auch ergebnistechnisch Früchte. So schaffte die Jugendmannschaft heuer einen zweiten Platz am Ende der Saison.
Die Saison der Tischtennisspieler in der Region reicht immer von September bis April. Das bedeutet, dass es eine ziemlich lange Sommerpause gibt. Da besteht immer die Gefahr, dass Spielerinnen oder Spieler abhanden kommen, während der Monate ohne Sportangebot sich etwas anders suchen. Das ist im Grunde dasselbe Phänomen, das Sportvereine während der Coronazeit beklagten. Auch damals sprangen Sportler ab, weil sie andere Freizeitaktivitäten, die noch möglich waren, fanden und dann dabei blieben.
Die Pause wird einfach kürzer gemacht
Um so etwas zu verhindern, veranstaltet die Abteilung nach der regulären Saison im Sommer wöchentliche Turniere, bei denen auch Spieler aus anderen Vereinen teilnehmen können. Voriges Jahr anlässlich des 50-jährigen Jubiläums habe man damit angefangen. Man wolle das jetzt beibehalten. Dazu stoppt der Trainingsbetrieb im Grunde das ganze Jahr nicht. Training ist immer Montag und Donnerstag in der Grundschulturnhalle ab 18 Uhr. „Wer Lust hat, darf da jederzeit dazukommen“, betont der Abteilungsleiter.

Bei den Neustädter Tischtennisspielern geht es nicht nur um Sport, auch die Geselligkeit kommt dabei nicht zu kurz. Das Sommerfest steigt in wenigen Tagen. Und beim Volksfesteinzug war eine Abordnung der Abteilung wieder einmal mit dabei.