Das Hemauer Bürgermeister-Triell: So umkämpft war das Rathaus lange nicht mehr

Von David Santl · 20. Februar 2026 um 19:00

Gleich drei Kandidaten treten in Hemau (Landkreis Regensburg) bei der Bürgermeisterwahl am 8. März an. Herbert Tischhöfer (CSU) will sein Amt verteidigen, Petra Lutz (SPD) wagt einen zweiten Anlauf und mit Dominik Faulhammer (Freie Wähler) wirft auch ein politischer Neuling seinen Hut in den Ring. Diese Projekte wollen sie im Fall eines Wahlsieges umsetzen.

Herbert Tischhöfer (CSU) will begonnene Projekte zuverlässig fortsetzen:

Seit sechs Jahren ist Herbert Tischhöfer (CSU) nun Bürgermeister. In dieser Zeit habe er wertvolle Erfahrungen gesammelt und viele Projekte angestoßen, sagt er. „Vieles ist im Fluss. Planungen laufen und Förderungen wurden gesichert.“ All diese Projekte wolle er zuverlässig verwirklichen und schrittweise zum Abschluss bringen. „Dazu gehört etwa das Baugebiet Sixenfeld, um dringend benötigten Wohnraum für Familien und junge Menschen zu schaffen“, sagt Tischhöfer. Zugleich setze er sich für neue Gewerbeflächen in Stadt und Ortsteilen ein. „Damit neue Betriebe entstehen und unsere wirtschaftliche Basis gestärkt wird.“

Herbert Tischhöfer (CSU) bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. - Foto: Tobias Rothmüller

Bei allen Projekten legt Tischhöfer großen Wert auf solide Finanzen. „Der erfolgreiche Haushaltskurs der letzten Jahre zeigt, dass verantwortungsvolles Wirtschaften und gezielte Investitionen Hand in Hand gehen können.“ Diesen Weg wolle er fortsetzen, damit Hemau handlungsfähig bleibt. Als weiteren Schwerpunkt sieht der Amtsinhaber die Fertigstellung zentraler Infrastrukturprojekte. Der Neu- und Umbau der Schule sei ein klares Bekenntnis zu Bildung, Nachhaltigkeit und modernen Lernbedingungen.

Ich möchte, dass Hemau in Bewegung bleibt und Fortschritt spürbar wird.Herbert Tischhöfer, Bürgermeisterkandidat CSU

Außerdem will Herbert Tischhöfer das Bleicher-Anwesen im Rahmen der „Sorgenden Stadt“ weiterentwickeln. „Es soll ein Ort der Begegnung, Unterstützung und Teilhabe für alle Generationen sein.“ Gleichzeitig wolle er das geplante Naherholungsgebiet realisieren und damit die Lebensqualität weiter erhöhen. Neben der Umsetzung laufender Vorhaben hat Tischhöfer noch viele weitere Ideen für die kommenden sechs Jahre. Dabei gilt für ihn vor allem eines: „Planen ist wichtig, umsetzen noch wichtiger. Ich möchte, dass Hemau in Bewegung bleibt und Fortschritt spürbar wird“, betont er.

Dominik Faulhammer (FW) will den Austausch mit den Menschen stärken:

Als Polizeibeamter hat Dominik Faulhammer (Freie Wähler) täglich mit Menschen unterschiedlichster Generationen zu tun. „Darum ist mir besonders wichtig, dass wir miteinander sprechen. Nur im offenen Austausch entstehen Verständnis, Vertrauen und am Ende die besten Lösungen“, sagt er. Gute Kommunalpolitik beginne mit Zuhören und lebe vom Miteinander. „Ich möchte ansprechbar sein, Impulse aufnehmen und Hemau bodenständig, lösungsorientiert und zukunftsgerichtet gestalten.“ Dabei will er auch neue Ideen einbringen. „Ich bin der Meinung, dass frischer Wind nötig ist, um Hemau voranzubringen.“

Dominik Faulhammer (Freie Wähler) ist ein neues Gesicht in der Hemauer Kommunalpolitik. - Foto: Seel

Das gelte für ihn zum Beispiel im Bereich Familien und Ortsteile. Faulhammer will Treffpunkte stärken, Angebote für Kinder und Jugendliche ausbauen und einen Rahmen schaffen, damit Familien gerne in Hemau leben und bleiben. Zudem ist es Faulhammer ein Anliegen, Sicherheit, Zusammenhalt und Ehrenamt auszubauen. „Ich will Vereine, Organisationen und engagierte Menschen bestmöglich unterstützen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt weiter stärken“, sagt er.

Ich bin der Meinung, dass frischer Wind nötig ist, um Hemau voranzubringen.Dominik Faulhammer, Bürgermeisterkandidat Freie Wähler

Großen Wert legt Dominik Faulhammer außerdem auf bezahlbaren Wohnraum, starke Betriebe und eine moderne Infrastruktur. „All das ist entscheidend für die Zukunft.“ Sein Ziel sei es, Entwicklung möglich zu machen, Chancen zu nutzen und Hemau nachhaltig weiter voranzubringen. Denn die Stadt, da ist sich Faulhammer sicher, habe enormes Potenzial. „Wenn wir miteinander sprechen, zuhören und zusammenarbeiten, entstehen die besten Lösungen. Dafür stehe ich. Mit Mut, Herz und Verstand“, betont der Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler.

Petra Lutz (SPD) will eine Bürgermeisterin für Jung und Alt sein:

„Hemau kann mehr“, steht auf den Plakaten von Petra Lutz (SPD). Den Slogan erklärt sie so: „Wir können mehr, als zuletzt passiert ist. Hemau hat mehr Chancen, um Lebensqualität zu schaffen.“ Dabei wolle sie nicht das Blaue vom Himmel versprechen. „Aber wir müssen raus aus dem Trott und uns was trauen.“ Lutz denkt etwa ans Grunwald-Anwesen. Dieses galt als Standort für eine Realschule. „Doch nun ist sicher, dass Hemau keine Realschule bekommt“, sagt Lutz. Sie will die Fläche nicht einfach brach liegen lassen, solange kein neues Konzept da ist. „Dafür ist das Anwesen viel zu schade.“ Ihre Idee: einen Ort für Vereine, Junge und Junggebliebene schaffen. „Dort könnten Sommerfeste der Vereine, Konzerte oder mal eine Rocknacht stattfinden.“

Petra Lutz (SPD) wäre die erste Frau an der Hemauer Stadtspitze. - Foto: Katharina Schneider

Beim Angebot für Junge sieht Petra Lutz generell Luft nach oben. „Ich will ihre Ideen ernst nehmen, aber sie auch in die Verantwortung nehmen“, sagt sie. Lutz hält es für denkbar, Jugendlichen einen Ort zur Verfügung zu stellen, um den sie sich selbst kümmern sollen. Zudem will sie Sprechstunden für Jugendliche und andere Altersgruppen anbieten. „Hemau soll für alle Generationen ein Zuhause sein.“

Hemau hat mehr Chancen, um Lebensqualität zu schaffen.Petra Lutz, Bürgermeisterkandidatin SPD

Darum will Lutz über geförderten Wohnungsbau oder Konzepte für Generationen-Wohnen nachdenken. „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, auch für Leute mit kleiner Rente oder Alleinerziehende. Nicht jeder kann sich einen Bauplatz leisten.“ Natürlich soll es aber weiter genug Bauland geben, in der Stadt wie in den Ortsteilen. Ein weiteres Anliegen ist Lutz die Zukunft der ärztlichen Versorgung. „Die Arztpraxen waren stets unser höchstes Gut.“ Vielleicht, so Lutz, wäre es ein Gedanke, alle Praxen an einem Ort zu bündeln. „Denn für Ältere ist Parken in der Innenstadt oftmals ein Problem.“

Die Kandidaten:

• Herbert Tischhöfer: Der CSU-Kandidat ist 59 Jahre alt und seit 2020 Bürgermeister. Zuvor war er Feinmechanikermeister.

• Dominik Faulhammer: Der Kandidat der Freien Wähler ist 33 Jahre alt. Er ist Polizeibeamter und arbeitet beim BRK-Hausnotruf.

• Petra Lutz: Die 61-jährige SPD-Kandidatin ist Kauffrau für Büromanagement, Schöffin und seit 2020 stellvertretende Landrätin.