Im Landkreis Regensburg wollen 91 Kandidaten in 39 Rathäuser

Knapp vier Wochen bleiben ihnen noch bis zur Wahl: Insgesamt 91 Kandidaten bewerben sich am 8. März um die Bürgermeister-Sessel im Landkreis. In mindestens elf Kommunen wird es danach ein neues Gemeindeoberhaupt geben, weil die Amtsinhaber nicht mehr antreten. Wir geben einen Überblick:
■ In zwei Gemeinden wird kein Bürgermeister gewählt
Nicht in allen Landkreiskommunen wird in wenigen Wochen ein Bürgermeister gewählt. In Kallmünz und Sinzing entscheiden die Wähler am 8. März nur über die neue Zusammensetzung des Gemeinderats. Die Bürgermeister wurden hier außer der Reihe gewählt. In Kallmünz ist das schon seit 1993 der Fall. Weil der Amtsinhaber damals erkrankte, musste schon vor Ablauf der Amtsperiode neu gewählt werden. In Sinzing wurde dies notwendig, nachdem Amtsinhaber Patrick Grossmann 2023 in den Landtag gewählt worden war.
■ Die meisten Bewerber gibt es in Laaber
Dass heuer in nur 39 der 41 Kommunen ein Bürgermeister gewählt wird, mag mit dafür verantwortlich sein, dass sich die Zahl der Bewerber gegenüber den letzten Wahlen 2020 deutlich reduziert hat. Damals traten 98 Kandidaten in 40 Kommunen an. Die meisten Bewerber wollten 2020 in Regenstauf ins Rathaus. Nachdem Amtsinhaber Siegfried Böhringer von der SPD nicht mehr angetreten war, konkurrierten gleich fünf Bewerber um seine Nachfolge. Trotzdem setzte sich Josef Schindler von der CSU im ersten Wahlgang durch. Mit Susanne Nichtewitz-Bauer von der SPD und Harald Richter von den Freien Wählern treten zwei Kandidaten von 2020 auch diesmal wieder gegen Schindler an.
Doch auch heuer gibt es einen Urnengang mit fünf Bürgermeisterkandidaten. Diesmal ist das in Laaber der Fall, wo es zu einer außergewöhnlichen Konstellation kommt. Amtsinhaber Hans Schmid tritt für die neu gegründete Wählergruppierung Liste für Laaber an. Die CSU, deren Kandidat Schmid vor sechs Jahren noch war, hat ihrerseits Daniela Hofmeister aufgestellt. Dazu kommen Simon Straubinger von den Freien Wählern, Klaus Meier von der SPD und Julia Tiefenbach-Kuhn, die einzige Kandidatin der FDP im Landkreis.
■ In neun Kommunen steht nur ein Kandidat zur Wahl
Sehr übersichtlich fällt das Kandidaten-Angebot in insgesamt neun Kommunen aus. Hier steht jeweils nur ein Bewerber zur Wahl, in nahezu allen Fällen ist das der Amtsinhaber. Die einzige Ausnahme ist Riekofen, wo der amtierende Bürgermeister Johann Schiller nicht mehr kandidiert. Um seine Nachfolge bewirbt sich Heinrich Mühlbauer vom Bürgerblock Taimering ohne Gegenkandidaten.
Der Bürgermeister-Posten in Riekofen ist ehrenamtlich – wie auch in Bach, Brunn, Hagelstadt, Mötzing, Pielenhofen und Wolfsegg – alles Kommunen, in denen nur ein Kandidat zur Wahl steht. Einzig Florian Obermeier in Bernhardswald und Elisabeth Kerscher in Wiesent führen ihre Gemeinde hauptamtlich – und stehen ohne Gegenkandidaten zur Wahl.
■ Wähler dürfen weitere Person auf Wahlzettel schreiben
Tritt nur ein Bewerber an, heißt das aber nicht, dass die Wähler nur hinter seinem Namen ein Kreuz machen dürfen. Denn das Wahlrecht lässt es in diesen Fällen zu, dass jeder Wähler auf dem Wahlzettel handschriftlich eine weitere Person ergänzen und ankreuzen darf. Ist diese Person wählbar und bekommt die Mehrheit der gültigen Stimmen, dann ist sie zum Bürgermeister gewählt – vorausgesetzt sie erfüllt alle gesetzlichen Voraussetzungen und sie nimmt die Wahl innerhalb von zwei Wochen an. Lehnt sie die Wahl ab, kommt es innerhalb von drei Monaten zur Neuwahl des Bürgermeisters.
CSU schickt ein Drittel aller Kandidaten ins Renen
Die meisten Bewerber für das Bürgermeister-Amt kommen am 8. März aus den Reihen der CSU. Insgesamt 32 Kandidaten schickt sie ins Rennen um die Bürgermeisterposten. Das ist gut ein Drittel aller Bewerber. Neun davon sind Amtsinhaber. Auffallend ist, dass die CSU dort eher spärlich vertreten ist, wo nur ein Bürgermeisterkandidat ins Rennen geht. Nur in drei dieser neun Kommunen gibt es christ-soziale Bewerber. Dort, wo mehr als ein Kandidat ins Rennen geht, schickt die CSU dagegen fast überall einen eigenen Kandidaten ins Rennen. Einzige Ausnahme: In Neutraubling – immerhin die größte Stadt im Landkreis – gibt es keinen Anwärter der CSU.
Mit acht amtierenden Bürgermeistern ziehen die Freien Wähler in die Kommunalwahl. Insgesamt schicken sie 22 Bewerber ins Rennen. 14 Bürgermeisterkandidaten kommen aus den Reihen der SPD, davon sind fünf Amtsinhaber. Keinen regierenden Bürgermeister gibt es im Landkreis bislang aus den Reihen der Grünen. In insgesamt sieben Kommunen wollen sie das ändern und treten mit eigenen Bewerbern an. Das Kandidatenfeld ergänzen eine Kandidatin von der FDP, ein Kandidat von den Linken sowie 14 Bewerber von lokalen Wählergruppierungen, davon sechs Amtsinhaber.
Frauen kandidieren, wo Frauen regieren
Deutlich in der Minderheit sind die Frauen unter den Bewerbern für das Bürgermeister-Amt. Nur 17 von ihnen wurden in 13 Kommunen als Kandidatin für den Rathaus-Sessel nominiert – eine weniger als noch vor sechs Jahren. Damals wollten 18 Frauen in die Rathäuser einziehen.
Immerhin: Prozentual kandidieren am 8. März mehr Frauen als es derzeit Bürgermeisterinnen im Landkreis gibt. Während 17,6 Prozent der 91 Bürgermeisterkandidaten Frauen sind, werden im Augenblick nur fünf Kommunen von Frauen geführt. Das sind etwas mehr als zwölf Prozent aller Bürgermeister im Landkreis. Interessantes Detail dabei: Frauen kandidieren offenbar bevorzugt dort, wo schon Frauen regieren oder regiert haben. Das trifft ganz besonders auf Brennberg zu: 18 Jahre lang lenkte Irmgard Sauerer die Geschicke der Vorwaldgemeinde. Um ihre Nachfolge bewerben sich jetzt Marion Macht für die CSU und Simone Adlhoch für die Freien Wähler. Ein Mann tritt hier nicht an.
Freie Wähler und SPD mit den meisten Kandidatinnen
In Mintraching, wo Angelika Ritt-Frank (SPD) regiert, und in Zeitlarn mit Bürgermeisterin Andrea Dobsch von den Freien Wählern haben sich jeweils ein Mann und eine Frau als Herausforderer positioniert. In Mintraching sind das Wolfgang Mätzner von der CSU und Regina Seebauer-Sperl von den Freien Wählern, in Zeitlarn Erik Schlegel von der CSU und Stefanie Grünauer von der SPD. In Laaber treten zwei Kandidatinnen gegen drei männliche Bewerber an.
Die meisten Bürgermeisterkandidatinnen kommen aus den Reihen der Freien Wähler und der SPD mit jeweils fünf Bewerberinnen. Bei den Sozialdemokraten sind damit mehr als ein Drittel der Kandidaten Frauen. Bei der CSU ist nur jeder achte Bewerber eine Frau, insgesamt treten vier christlich-soziale Kandidatinnen an. Dazu kommen jeweils eine Bewerberin von den Grünen, von der FDP und von der Freien Bürgerlichen Wählergruppe Pfakofen und Rogging.