Alle Bürgermeisterkandidaten in Burglengenfeld halten am Wohlfühlbad Bulmare fest

Von Thomas Rieke · 20. Februar 2026 um 17:00

„Ohne Moos nichts los.“ Mit dieser provokanten Feststellung hat die Redaktion kürzlich versucht, die Bürgermeisterkandidaten von CSU, SPD und BWG etwas aus der Reserve zu locken. Sie sollten erklären, wie sie, trotz der Finanzknappheit der Kommune, liebgewonnene Einrichtungen wie den Bürgertreff oder die Stadtbücherei erhalten wollen. Ein Kapitel für sich ist das Bulmare. Auch hier haben wir um Stellungnahmen gebeten.

Und das aus besonderem Grund. Kämmerin Elke Frieser hat in ihrem jüngsten Vorbericht zum Haushalt festgestellt, die finanziellen Mittel, die für das Bad aufgebracht werden müssen, seien in den vergangenen Jahren „enorm gestiegen“ und sie verharrten auf hohem Niveau. An anderer Stelle fehle das Geld sehr.

Daher sollten die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat der Bulmare GmbH nach Auffassung der Kämmerin unbedingt Anstrengungen unternehmen, „das Bad wirtschaftlicher zu führen“. Die Verantwortlichen dürften sich nicht ausschließlich darauf verlassen, dass jegliches Betriebskostendefizit von der Stadt übernommen werden könne.

Bis 2042 ist jährlich eine siebenstellige Summe fällig

In der Praxis jedoch ist es offenbar schwierig, wenn nicht gar unmöglich, Verbesserungen zu erzielen. Johannes Ortner, einer der beiden Geschäftsführer der Bulmare GmbH, wiederholt gebetsmühlenartig, dass man sich aus eigenem Antrieb heraus seit jeher größte Mühe gebe, unnötige Kosten zu vermeiden. Und Bürgermeister Thomas Gesche (CSU), Vorsitzender des Aufsichtsrats, stärkte ihm diesbezüglich erst im Dezember den Rücken.

Gleichwohl bleibt die Finanzierung des Bades, wie aus den Eckdaten des neuen Haushalts herauszulesen ist, ein heißes Eisen. Bekanntlich wurde vor wenigen Jahren mit der Konvertierung des Schweizer-Franken-Kredits ein klarer Tilgungsplan für die nächsten drei Jahrzehnte aufgestellt. Demnach sind heuer für Ratenzahlungen und Zinsleistungen rund 1,4 Millionen Euro fällig. Die Millionengrenze wird erst 2042 unterschritten werden.

Wir fragten deshalb die drei Bürgermeisterkandidaten, wie sie die Lage der beliebten Freizeiteinrichtung beurteilen.

Michael Schaller (CSU) erklärte: Der Betrieb eines Ganzjahresbads sei in allen Städten eine Herausforderung und immer ein Zuschussgeschäft. Das Bulmare sei aber hochattraktiv und auch dank seines motivierten Personals ein Pfund, „mit dem Burglengenfeld wuchern kann“.

Das Bad leide jedoch an einem „SPD-gemachten schweren Geburtsfehler“, konstatiert der 49-Jährige. Es sei ohne überörtlichen Partner errichtet worden. Daneben habe sich die SPD bei der Finanzierung verzockt und dann jahrelang, trotz ständig steigender Verluste, „starrsinnig verhindert“, die Reißleine zu ziehen und aus dem Schweizer-Franken-Kredit auszusteigen.

CSU sieht „Geburtsfehler“ beim Wohlfühlbad

„Bei anderer Finanzierung wäre das Bad bald abbezahlt“, ist sich Schaller sicher. Die Umschuldung habe die CSU durchgesetzt und damit das Bad in seinem Bestand gesichert. Entscheidend sei aber auch hier: Effizienz, sinnvolle Weiterentwicklung, „keine Luftschlösser“, meint Schaller. Die CSU sei beispielsweise offen für die Ansiedlung einer Beherbergungsmöglichkeit beim Bulmare, um für Badegäste noch attraktiver zu werden und Synergien zu nutzen.

Auch für Martin Antretter, Bürgermeisterkandidat der SPD, ist das Bulmare fester Bestandteil der städtischen Infrastruktur. Vor allem der Unterhalt sei jedoch, ebenso wie der der Kindergärten, Schulen und Feuerwehren, mit einem enormen Aufwand verbunden. Jährlich stelle er für die Stadt eine Herausforderung dar. Die aktuelle Tilgungslast von rund 1,4 Millionen Euro sei nicht ohne Auswirkung auf andere Vorhaben, räumt der 55-Jährige ein. Doch sei dieser Weg „unvermeidlich, da wir das Bad nicht schließen können“.

Um die finanzielle Belastung der Stadt für das Bulmare zu reduzieren, strebt Antretter vor allem eine Verbesserung der Einnahmensituation an. Ferner sieht er Einsparpotenziale, zum Beispiel im Bereich der Energetik, die es zu nutzen gelte. Antretter wörtlich: „Dadurch können wir mögliche Defizite reduzieren und Mittel für andere Vorhaben frei machen.“

Für Gregor Glötzl (BWG) gehört das Bulmare fest zu Burglengenfeld und stellt einen „erheblichen weichen Standortfaktor dar“. Dies sei auch in einer Umfrage, die die Wählergemeinschaft kürzlich durchgeführt habe, deutlich geworden. Um das Defizit im laufenden Betrieb möglichst gering zu halten, müsse die Attraktivität weiter gesteigert werden, meint Glötzl. Gleichzeitig gelte es, durch eine neue regenerative Energieversorgung die Energiekosten zu senken.

Auch bei Schließung müsste Kredit zurückbezahlt werden

Gedankenspiele, das Bad zu schließen, wie sie in den zurückliegenden Jahren immer wieder geäußert wurden, sind für den Spitzenkandidaten der BWG „absoluter Humbug“. Die Schulden müssten ja trotzdem abbezahlt werden. Und das Defizit im laufenden Betrieb falle im Vergleich zu anderen kommunalen Bädern schon jetzt „sehr gering“ aus. Es bleibe somit nur die „Flucht nach vorne“: Attraktivität steigern, Energiekosten senken und somit das Defizit minimieren.