Tausende Grußkarten haben bald eine neue Adresse: Regensburger Kult-Papeterie zieht um

Bald hat Christine Kindermann noch mehr Platz für Grußkarten und alles rund ums Papier: Die Kult-Papeterie „Schau hi“ verlässt den Neupfarrplatz und hat künftig doppelt so viel Raum. Wie die Inhaberin erklärt, geht es „in eine der schönsten Straßen Regensburgs“.
Eine Grußkarte, passend für einen Abschied nach Amerika? Kein Problem – auch für diese etwas speziellere Anfrage einer Kundin haben Christine Kindermann und ihre Mitarbeiter bei „Schau hi Papiersachen“ gleich mehrere Empfehlungen. „Wir haben hier tatsächlich ein paar Tausend verschiedene Karten“, sagt die Inhaberin. „Uns ist sehr wichtig, dass die Menschen das finden, was sie suchen.“
Damit künftig noch mehr Platz für die Papeterie ist, die Regensburger und Auswärtige suchen, wird Kindermann mit ihrem Laden umziehen. Vom Neupfarrplatz geht es in die Wahlenstraße 1, in Räume mit doppelt so großer Ladenfläche. „Eigentlich hatte ich das nicht geplant“, sagt die Inhaberin. „Aber als ich mitbekommen habe, dass dieser Laden verfügbar ist, habe ich mir die Sache überlegt.“
Der vierte Umzug innerhalb Regensburgs
Die Räumlichkeiten beherbergten bislang ein Teppichgeschäft. Im April soll dort nun die Papeterie einziehen. „Der Laden ist wunderbar geschnitten“, sagt Kindermann. „Nachdem ich die Vor- und Nachteile abgewogen hatte, habe ich mich entschieden, noch einmal umzuziehen.“ Kindermanns Geschäft wechselt damit zum vierten Mal den Standort. Gestartet ist „Schau hi“ in der Weißen-Lamm-Gasse 1 an der Steinernen Brücke. Dann folgte die Ladeneröffnung in der Oberen Bachgasse 19, später ging es an den Neupfarrplatz. „Ich habe mit der Hausnummer 1 angefangen und bin jetzt wieder die Hausnummer 1. Für mich ist das ein gutes Zeichen, weil das meine Lieblingszahl ist“, erklärt die Inhaberin.
Ich habe mit der Hausnummer 1 angefangen und bin jetzt wieder die Hausnummer 1. Für mich ist das ein gutes Zeichen, weil das meine Lieblingszahl ist.Christine Kindermann, Inhaberin
Zum ersten Ortswechsel innerhalb der Domstadt kam es zunächst, weil sich Kindermann, die vor ihrer Selbstständigkeit im öffentlichen Dienst gearbeitet hatte, vergrößern wollte. „Gestartet haben wir auf elf Quadratmetern“, erzählt sie. „Als ich den Papierladen eröffnet habe, war das in Regensburg ein völlig neues Thema. Vorher gab es so etwas nur in Verbindung mit Basteln – aber keinen reinen Papier- oder Kartenladen.“
Umzug „in eine der schönsten Straßen Regensburgs“
Nach einiger Zeit in der Oberen Bachgasse, wo Kindermann das Sortiment weiter ausbaute, kam eine Anfrage, ob sie an den Neupfarrplatz ziehen wolle. „Ich mag die Obere Bachgasse immer noch sehr. Aber nach dem Lockdown habe ich mich für den Standort am Neupfarrplatz entschieden.“
In letzter Zeit habe sich der Platz aber stark verändert. „Ich ziehe jetzt in eine Lage, die unheimlich schön ist. Der Kohlenmarkt und die Wahlenstraße gehören für mich mittlerweile zu den schönsten Straßen in Regensburg.“ Positiv sei auch, dass dort keine Baustellen seien. „Es muss saniert werden – das ist ja auch vollkommen in Ordnung“, sagt sie über den Neupfarrplatz. „Aber es waren doch sehr viele Baustellen, und mit den Bussen und dem Autoverkehr war es häufig einfach sehr laut.“ Sorge vor dem Aufwand, den ein erneuter Umzug samt aller Papeterie mit sich bringt, hat die Inhaberin nicht. „Ich mag es, zu planen und eine Struktur zu entwickeln.“
Stadtkonzept ohne Läden „kann nicht funktionieren“
Schon jetzt weist das insgesamt siebenköpfige Team die Kunden auf die baldige neue Adresse hin. „Wir verpacken Käufe in Tüten, auf die wir unser Etikett kleben. Das haben wir jetzt entsprechend modifiziert, sodass wir einen Umzugsaufkleber mit der neuen Adresse haben.“ Wie die Kunden den baldigen Umzug finden? „Gut“, sagt Kindermann – und blickt zu einer ihrer Mitarbeiterinnen. „Cool“, sagt auch diese. „Die finden es auch toll, weil wir dann viel mehr Platz haben.“

Für Kindermann steht fest, dass ein Stadtkonzept ohne Läden nicht funktionieren kann. „Die Menschen brauchen das. Wir brauchen Theater, wir brauchen Kino – und wir brauchen Dinge vor Ort.“ Damit sich Geschäfte halten, brauche es gute Konzepte mit möglichst wenig Überschneidungen zu anderen Läden. „So bleibt es für die Leute spannend.“