Leerstehender Hotelriese beim Regensburger Hauptbahnhof wird umgebaut

Von Marion Koller · 20. Februar 2026 um 11:00

Mehrere Hundert Quadratmeter sind noch im Castra Regina Center in Regensburg zu vermieten. Gibt es eine Lösung für Flächen der früheren Kursana Residenz? Das einstige Star Inn Hotel soll zusätzliches Stockwerk und eine Art Krone bekommen.

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Zwei Leerstände im Castra Regina Center (CRC) beim Hauptbahnhof haben sich gefüllt: Auf eine Bäckerei ist das Petit Café & Bistro gefolgt. Nach dem Auszug eines alteingesessenen Optikers eröffnete die Kette Brillen.de. Trotzdem bleibt der riesige Gebäudekomplex ein Problemfall. Zwei Praxen mit fast 400 Quadratmetern, die Pflege-Wohnungen in der einstigen Kursana Residenz und das frühere Star Inn Hotel sind verwaist. Das Seniorenheim hat im Herbst 2022 zugesperrt, das Hotel mit 150 Zimmern schon 2021. Der Star-Inn-Namenszug ist von der Fassade verschwunden. Die Eigentümer hatten große Pläne für den markanten Riegel. Was ist daraus geworden?

Dr. Claudia Mayer, Chefin der Apotheke aktiv im CRC, sieht die Leerstände sehr kritisch. „Na klar spüren wir, dass das Kursana weg ist. Altenheim und Bewohner haben bei uns eingekauft“, sagt sie. „Aber wir packen das schon, weil wir ansonsten einiges zu tun haben.“ In Teilen müsse das Gebäude auch saniert werden.

Ende der 80er Jahre das erste Regensburger Ärztehaus

Mayer hat vor einigen Jahren in ein Reinraumlabor im dritten Stock investiert. „Das hat sich gelohnt“, sagt sie. Das bisherige Labor war zu klein geworden. Die Apotheke stellt Chemotherapien für Krebsärzte und Infusionen für Gastroenterologen her.

Pietro Cammarata führt seit sieben Jahren das Feinkostgeschäft La Sicilia in der CRC-Passage. Der 45-Jährige deutet auf die Regale mit Wein und Olivenöl, auf die Theke mit Salami und Käse. „Alles von sizilianischen Herstellern.“ Er ist zufrieden mit dem Umsatz, aber nur, weil er auch die Gastronomie und mit seinem Kaffee zahlreiche Praxen beliefert. „Ich muss damit leben, dass nicht alles voll ist im Castra Regina Center“, sagt er. „Die Mieten sind sehr hoch, die Leute riskieren es nicht mehr, so große Flächen zu mieten.“ Die Stammkunden aus der Kursana-Residenz fehlen auch ihm immer noch. Sie haben vor allem Weißwein gekauft. „Aber umziehen würde ich nur wegen einer Vergrößerung“, sagt Cammarata, der jeden mit seinem Humor ansteckt. Eine Mitarbeiterin des Hörhauses bedauert, dass wegen der Verkehrsberuhigung beim Bahnhof die meist älteren Kunden von Westen her nicht mehr mit dem Auto kommen können. „Sie sind oft nicht gut zu Fuß.“

Im Petit Café trinken zwei Frauen Cappuccino und checken ihre Handy-Nachrichten. „Kein Kommentar“, antwortet der Betreiber auf die Frage, ob er mit den Gästezahlen zufrieden ist. Er sei erst seit einem knappen Jahr im CRC. 20 000 Quadratmeter umfasst das Gebäude, das 1989 als erstes Regensburger Ärztehaus eröffnete. Eine Reihe von Fachärzten, darunter Radiologen, Augen- und Kinderärzte sowie ein ambulantes Operationszentrum, behandeln dort. Das CRC und das frühere Hotel gehören dem Immobilienunternehmen Swiss Life Asset Managers Deutschland. Sprecherin Michelle Günther teilt am Donnerstag auf Anfrage mit, das Unternehmen freue sich, „dass wir gemeinsam mit der Stadt Regensburg die weiterführende Planung für das Areal abstimmen konnten und bereits die entsprechende Baugenehmigung dafür erhalten haben“. Weitere Details nennt der Konzern vorerst nicht. Aber dabei geht es sicherlich um die Umbaupläne für das frühere Hotel, die das Münchner Büro CSMM bereits im Gestaltungsbeirat vorgestellt hat. Auf Wunsch der Architekturwächter sollten einige Änderungen vorgenommen werden.

Der frühere Hotelkomplex soll in die Höhe wachsen

Unter anderem soll der Turm um ein Stockwerk in die Höhe wachsen und eine Art Krone mit hohen, schmalen Fenstern erhalten. Der Hotelkomplex wird modernisiert.

Die Einschätzung von Mietern, dass teilweise eine Sanierung des Castra Regina Centers nötig sei, teilt der Konzern nicht. Das Objekt befinde sich in einem guten Zustand. „Wir investieren kontinuierlich in Instandhaltung, Modernisierung und Sicherheit“, versichert Günther. Dazu zählten die Aufwertung der Außenbereiche, der Allgemeinflächen und der technischen Infrastruktur sowie bereits abgeschlossene Großprojekte wie die Flachdach- und die Tiefgaragensanierung.

Einen Teil der 6000 Kursana-Quadratmeter hat inzwischen eine Arztpraxis gemietet, die mehr Platz benötigte. Ob die angekündigten Serviced Apartments – Wohnungen auf Zeit für Fachkräfte – kommen, verraten weder die Swiss Life Asset Managers Deutschland noch die Planer.