Rodinger Paar lebt Leidenschaft: Moon Child Massage setzt auf Klangschalen und Hawaii-Feeling

Von Marius Göhl, Theresa Baumann · 19. Februar 2026 um 05:00

Im Bayerwald bieten Sabine und Christian Strahl Massagen mit Klangschalen und hawaiianischer Herkunft an. Und das unter anderem in einem tipi-artigem Zelt in ihrem Garten in Roding im Landkreis Cham. Um welche Massagen es sich handelt und wie sich diese anfühlen? Wir haben es ausprobiert.

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Fährt man durch Regenpeilstein, springt einem Moon Child Massage nicht direkt ins Auge. Nur ein kleines Schild verweist auf die Hofeinfahrt von Sabine und Christian Strahl. Sobald man aber auf dem Grundstück ist, erkennt man sofort das große Zelt im Garten. Hier und in einem Massageraum bietet das Ehepaar seit 2023 verschiedene Massagen und Klangreisen an.

Sie haben sich ihren Traum verwirklicht: Für Christian und Sabine Strahl steht Selbstfürsorge an erster Stelle. - Foto: Marius Göhl

Die beiden ausgebildeten Masseure mögen Körperkontakt. Zur Begrüßung gibt es eine Umarmung. „Wir mögen es, Menschen mit den Händen und Klängen zu berühren“, sagt Sabine Strahl. Die 39-Jährige hat sich auf Klangschalenmassagen spezialisiert. „Bei mir hat alles mit der Klangschale gestartet. Das ist mein Baby. Ich kann es nicht anders sagen.“

Wenn man den Massageraum in ihrem früheren Büro betritt, steigen einem sofort Öle, Duftsprays und Räucherstäbchen in die Nase. Vor der Klangschalenmassage parfümiert die Masseurin den Raum mit Zitronenaroma. An der Wand auf einem Ständer stehen sie. Mehr als 15 Klangschalen. Jede macht einen anderen Ton – und hat laut Sabine auch eine andere Wirkung. „Vor zwei Jahren habe ich die Ausbildung für Klangschalenmassagen gemacht“, sagt sie. Absolviert hat sie sie in der Nähe von Stuttgart.

Den halben Tag Bauleiter, den halben Tag Masseur

Ihr Mann Christian hat in Bad Kötzting die Grundausbildung für Wellnessmasseure gemacht. In ihrem Portfolio haben die beiden aber nicht nur die klassische Aromaölmassage. Bei der Klangschalenmassage arbeite Sabine mit Schwingungen. Sie schlägt die Klangschalen an – zum Teil direkt am Körper. Außerdem bieten die Strahls Chakra-Massagen (Energiezentren mit Ursprung in Indien), eine hawaiianische Lomi-Lomi-Nui-Massage (Ganzkörperölmassage) oder eine Angel-Touch-Massage (sanfte Massage, zum Teil mit Federn).

Ihre Leidenschaft üben sie nur halbtags aus. Ihre alten Jobs haben die Teilzeit-Masseure behalten. „Ich arbeite immer noch in einer Zahnarztpraxis an der Anmeldung“, sagt Sabine. Christian hat Technisches Zeichnen gelernt. Das hat der Wahl-Masseur 16 Jahre lang gemacht. „Dann bin ich in eine Zaunbaufirma als Bauleiter und Betriebsleiter gegangen – jetzt aber auch nur noch in Teilzeit“, sagt der 41-Jährige.

Im Garten steht ihr großes Zelt. Eigentlich planten die beiden mit einer mongolischen Jurte – als Alternative entschieden sie sich für ein Lotus-Belle-Zelt. Auf dem Boden im Schneidersitz reden die beiden, die sich seit 25 Jahren lieben, von Selbstfürsorge. Zum einen für sie selbst, zum anderen für Leute, die ihr Angebot ausprobieren wollen. „Es geht nicht darum, einen Termin nach dem anderen abzuarbeiten. Wir nehmen uns Zeit und wollen, dass sich die Leute wohlfühlen“, sagt Christian.

Das Zelt im eigenen Garten: Ursprünglich wollten die Teilzeit-Masseure eine mongolische Jurte kaufen. - Foto: Strahl

Zu jeder Behandlung gehören Vor- und Nachgespräche. Sich die Zeit für die Vor- und Nachsorge der Kunden zu nehmen, ist für sie wichtig. Das kann von der Auswahl der richtigen Klangschalen bis hin zum Tee nach der Behandlung reichen.

Das Zelt, das im Garten steht, ist im Inneren ausgeschmückt. Kerzen, Instrumente und die Form des Zeltes sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Das Licht ist gedimmt. Es herrscht eine ungewöhnliche Stimmung.

In Portugal wird das Ehepaar fündig

„Im Urlaub in Portugal haben wir dann so ein Zelt gesehen. Es ist eigentlich für Glamping. Für uns war es dann die ideale Lösung“, erklärt Christian. Darin praktiziert das Ehepaar auch seine Klangbäder, bei denen die Gäste Teil einer Art Zeremonie werden. Dabei musizieren oder singen sie. Maximal elf Leute können an so einem Klangbad teilnehmen – auch aus Platzgründen. Ihre Gäste reisen für die Treatments zum Teil größere Strecken. „Wir hatten schon Leute aus München da, die dann den ganzen Tag geblieben sind“, sagt Sabine. Für Klangbäder oder das gemeinsame Singen treten die Strahls beispielsweise auch in Regensburg auf.

Ihr ungewöhnliches Angebot wird gut angenommen. „Es kommen immer mehr Interessierte. Viele trauen sich am Anfang nicht so recht, weil sie nicht wissen, was sie erwarten wird. Dabei gibt es nichts zum Trauen, sondern es ist nur ein Einlassen auf Neues. Genießen, entspannen und empfangen“, sagt die Masseurin.

Wozu vielleicht doch ein wenig Mut erforderlich ist, ist, sich auf außergewöhnliche Massagen wie die Lomi Lomi Nui einzulassen. „Hier wird der ganze Körper eingeölt. Die einen bevorzugen eine sanftere, entspannende, die anderen eine kraftvollere, vitalisierende Massage.“

Das Angebot klingt spannend. Ob und welche Behandlungsform für jemanden die richtige ist, bleibt eine individuelle Entscheidung. Eins steht fest: Die Strahls haben ihre Leidenschaft gefunden. Und in ein paar Jahren wollen sie auf Hawaii die originale Lomi Lomi Nui selbst kennenlernen.