Extras für Vegetarier und Muslime: Was gibt es im Regensburger Gefängnis zu Essen?

Von Philip Hell · 16. Februar 2026 um 09:00

Nur Wasser und Brot? Von wegen! Ein Dokument aus der Staatsregierung offenbart nun, wie abwechslungsreich der Speiseplan in der Regensburger Justizvollzugsanstalt ist.

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Der Grünen-Landtagsabgeordnete Toni Schuberl wollte von der Staatsregierung wissen, wie viel veganes Essen es in den bayerischen Justizvollzugsanstalten gibt. In seiner Antwort betont das Justizministerium, dass die Gefängnisse Wert darauf legen, den Inhaftierten eine abwechslungsreiche Ernährung zu ermöglichen.

„Die Speisepläne werden unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erstellt.“ Grundsätzlich könnten die Gefangenen zwischen drei Kostformen wählen: Normalkost, schweinefleischlose Kost und fleischlose Kost. Damit wolle man dem Anliegen einiger Gefangener Rechnung tragen, religiöse Speisevorschriften einzuhalten. Das dürfte insbesondere Muslime betreffen, die kein Schweinefleisch essen.

Vegane Häftlinge dürfen sich ihr Essen selbst mitbringen

Und was ist mit Veganern? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Bayerische Oberste Landesgericht im September. Die Richter entschieden, dass die Gefängnisse keine veganen Gerichte beschaffen müssen – sie müssen es den Gefangenen allerdings ermöglichen, sich selbst vegane Speisen zu beschaffen. Wie das im Knast gehen soll, führt das Justizministerium in seiner Antwort nicht aus.

Grünen-MdL Schuberl wollte von der Staatsregierung darüber hinaus auch wissen, was es exemplarisch in der 46. Kalenderwoche in den bayerischen Gefängnissen zu essen gab. Das Justizministerium listet das in seiner Antwort minutiös auf.

Abwechslungsreiche Kost im Regensburger Gefängnis

Am Montag, den 10. November, gab es in der JVA Regensburg mittags für alle Gefangenen Kartoffelpuffer mit Apfelmus. Am Dienstag wurde in der Augustenburg wahlweise Hackbraten vom Schwein oder vom Rind serviert. Für Vegetarier gab es Blumenkohl-Käse-Medaillons. Die Beilage war für alle Gefangenen gleich: Rahmsoße, Reis, Salat und Joghurtdressing. Am Mittwoch stand Gulaschsuppe auf dem Speiseplan – mit Fleisch oder ohne. Dazu zwei Semmeln und ein Dessert. Am Donnerstag bekamen die Gefangenen Schnitzel zu essen. Wahlweise vom Schwein, von der Pute oder aus Gemüse. Dazu wurden Kartoffelsalat und Ketchup serviert.

Der Knast-Speiseplan nimmt auch auf christliche Traditionen Rücksicht: Am Freitag gab es für die Insassen Fisch mit mediterraner Tomatensoße und Spaghetti. Für Vegetarier wurde ein Gemüsespieß gereicht. Samstags wird es dagegen süß: Alle Gefangenen wurden mit Grießsuppe, Quarkstrudel mit Vanillesoße verköstigt. Auch auf einen Sonntagsbraten muss man in der Haft nicht verzichten: Champignonbraten mit Spätzle kam am 16. November auf den Tisch. Für Vegetarier gab es dagegen Gemüsefrikadelle mit Spätzle und Champignonrahmsoße.

All das gab es jeweils am Mittag – die einzige warme Mahlzeit am Tag. Denn, so das Justizministerium: „Frühstücks- und Abendverpflegung erfolgen grundsätzlich in Form von Kaltverpflegung.“