Tunesier randaliert nach Mord-Prozess in Regensburg und greift Beamte an

Von Philip Hell · 10. Februar 2026 um 15:00

Teilnahmslos sitzt der 27-Jährige auf der Anklagebank im Regensburger Landgericht. Der Blick gesenkt. Doch dieser Mann steht unter Mordverdacht – und gibt auch in Haft keine Ruhe.

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Dem Mann aus Nordafrika wird vorgeworfen, im vergangenen Frühjahr versucht zu haben, einen Mitbewohner in einer Flüchtlingsunterkunft im Stadtsüden zu ermorden. Mit einem Messer soll er den Mann verletzt haben. So sieht das zumindest die Anklage.

Kein Aggressionsproblem? Tunesier rastet nach Prozess in Regensburg aus

Der Tunesier schilderte dem Gericht allerdings etwas völlig anderes. Er sei das Opfer gewesen. Wie der andere Mann verletzt wurde? Das wisse er nicht. Er habe jedenfalls kein Aggressionsproblem, so der Tunesier.

Ein Vorfall in der JVA Stadelheim lässt daran allerdings durchaus zweifeln. Die Meldung der Justizbeamten, die der Vorsitzende Richter Gassmann am Dienstag verlas, stammt von Ende Januar. Damals wurde der Afrikaner von einem Prozesstermin in Regensburg zurückgebracht. In einem Warteraum rastete er aus, so schildern es die Beamten. „Nach wenigen Minuten begann er zu randalieren.“ Er wurde in einen eigenen Raum gesperrt. „Der Gefangene war fortwährend aggressiv.“ Der Tunesier sei auf die Beamten zugestürmt und habe eine „Angriffshaltung“ eingenommen. „Er schlug seinen Kopf mit voller Wucht gegen die Wand.“ Die Beamten sperrten ihn daraufhin in einen besonders gesicherten Haftraum.

Mordprozess in Regensburg: Angeklagter versteht Dolmetscher auf einmal nicht mehr

Auch im Prozess selbst sorgt der Tunesier für Ärger. Nach mehreren Verhandlungstagen behauptete er am Dienstag auf einmal, dass die Kommunikation mit seinem Dolmetscher nicht funktioniere. „Ich nix verstehen.“

Die Kammer wollte ihm das nicht so recht glauben und setzte die Verhandlung mit den Plädoyers fort. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft forderte eine mehrjährige Haftstrafe, während der Verteidiger des Mannes, Philipp Janson, auf Wunsch seines Mandanten keinen konkreten Strafantrag stellte. In seinem letzten Wort sagte der Mann: „Ich verlasse mich auf Gott.“

Am kommenden Mittwoch will das Landgericht sein Urteil verkünden.