Mann niedergestochen: Blutige Messer-Attacke in Regensburger Asylunterkunft

Von Philip Hell · 14. Januar 2026 um 16:00

Schwere Vorwürfe gegen einen Tunesier in Regensburg: Der Flüchtling soll mehrere Mitbewohner in einer Asylunterkunft im Süden attackiert haben.

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Am Mittwoch startete der Prozess gegen den 27-Jährigen vor dem Landgericht Regensburg. In dem Verfahren gegen den Mann aus Tunesien geht es um mehrere Vorfälle.

Zum einen wirft die Staatsanwaltschaft dem Flüchtling vor, dass er vor rund einem Jahr einen Mitbewohner in der Unterkunft im Stadtsüden attackiert hat. Dabei soll er sein Opfer mit einem Messer in der Hand angesprochen haben. „Wenn du ein Mann bist, dann komm raus“, soll der Angreifer gesagt haben. Abends kam es laut Anklage erneut zu einer Konfrontation. Dabei soll der Angeklagte sein Opfer mit einer Bierflasche und mit Fäusten malträtiert haben.

Mann (27) geht mit Messer auf Mitbewohner in Regensburg los

Nur fünf Tage später soll der 27-Jährige erneut auffällig geworden sein. Dabei soll der Tunesier auf einem Flur der Unterkunft regelrecht ausgerastet sein. Er habe herumgeschrien und sein späteres Opfer gepackt und gewürgt. Ein Mitbewohner trennte die beiden – nur zwei Minuten später ging der Tunesier allerdings wieder auf den Mann los.

Mit einem acht Zentimeter langen Messer soll der 27-Jährige auf sein Opfer losgegangen sein. Der Geschädigte stand dabei laut Staatsanwaltschaft an einem Waschbecken und rechnete nicht mit einem Angriff. Den Ermittlern zufolge packte der Angeklagte den Mann und sagte, er werde ihn „schlachten und umbringen.“ Der Tunesier soll mehrfach zugestochen haben, einmal traf er dabei laut Anklage den Bauch seines Kontrahenten und fügte ihm eine sieben Zentimeter tiefe Wunde zu.

Tunesier flüchtete nach mutmaßlicher Tat in Asylunterkunft

Erneut kam den Ermittlern zufolge ein weiterer Mitbewohner zu Hilfe und trennte Angreifer und Opfer. Auch danach kam es allerdings wohl erneut zu einem Gerangel. Schließlich flüchtete der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Tunesier unter anderem versuchten Mord vor. Das Opfer der Attacke befand sich zwei Tage in einem Krankenhaus. Lebensgefahr bestand der Anklage zufolge allerdings nicht. Die Staatsanwaltschaft schließt nicht aus, dass die Steuerungsfähigkeit des Tunesiers bei der Bluttat aufgrund von Alkohol und Medikamenten vermindert war.

Angeklagter schweigt zu blutiger Messer-Attacke in Regensburg

Der 27-Jährige wird vom Regensburger Rechtsanwalt Philipp Janson vertreten. Der Jurist erklärte für seinen Mandanten zum Prozessauftakt am Mittwoch, dass er sich vorerst nicht zu den Vorwürfen äußern möchte. Das könne sich im Laufe des Verfahrens allerdings noch ändern.

Am ersten Prozesstag hörte das Gericht zwei ehemalige Bewohner der Geflüchtetenunterkunft. Einer von ihnen wurde von Polizeibeamten vorgeführt. Er sitzt seit November in Haft – warum wurde beim Prozess nicht öffentlich. Er berichtete von regelmäßigen Trinkgelagen unter Geflüchteten. Auch Haschisch sei „überall“, so der Mann, der ebenfalls aus Tunesien stammt. Von der Tat habe er nichts mitbekommen, nur gehört, dass der Angeklagte danach „in die Schweiz gefahren“ sei.

Der andere ehemalige Bewohner berichtete recht vage von der Tat. Er habe die beiden Kontrahenten getrennt, den Angeklagten kenne er nicht, er könne sich lediglich an einen Mann in einem roten T-Shirt erinnern, der ein Messer dabei hatte.

Der Prozess wird fortgesetzt. Ein Urteil soll nach jetzigem Stand am 10. Februar fallen.