Regensburg: Tunesier treiben Ausländerkriminalitäts-Statistik in die Höhe

Die Domstadt ist sicher. Das betont Markus Fuchs, Leiter der Polizeiinspektion Regensburg Süd, immer wieder, als er dem Verwaltungsausschuss des Stadtrats am Donnerstag den Sicherheitsbericht für das Jahr 2024 vorstellt. Das täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass Regensburg auch Probleme hat, wie ein Blick in die Statistik zeigt.
Thomas Straub (AfD) hatte sich die Zahlen mal genauer angesehen und festgestellt: Im Jahr 2015 registrierte die Polizei 453 Fälle, in denen der Täter keinen deutschen Pass hatte – im vergangenen Jahr waren es dagegen 2132. Zur Einordnung: Insgesamt gab es im vorigen Jahr knapp 13.200 Straftaten. Woran die Steigerung der Ausländerkriminalität liege, wollte Stadtrat Straub von den Vertretern der Polizei wissen. Inspektions-Leiter Fuchs wies darauf hin, dass die Zahl der Straftaten, die von Ausländern begangen wurden, im Zehnjahresvergleich 2015 am niedrigsten war. Dennoch gab er unumwunden zu: „Das liegt auch daran, dass mehr Zuwanderer innerhalb von Regensburg leben.“
Kriminelle Tunesier machen nach wie vor Probleme in Regensburg
Der Blick auf die Statistik zeigt aber auch: Diese Zahl schnellte erst 2023 und 2024 so richtig in die Höhe. Spitzenreiter vor dieser Zeit war das Jahr 2018: Damals begingen Ausländer rund 1650 Straftaten. Woran liegt also dieser Anstieg? Laut Fuchs hätten kriminelle Tunesier nicht unerheblichen Anteil daran. Eine bestimmte Gruppe von Flüchtlingen aus dem nordafrikanischen Land sorgt seit geraumer Zeit für Ärger in Regensburg. „Es gibt unter ihnen einen Anteil, der sehr viele Straftaten begeht“, sagte der Leiter der PI Süd. Eine Reihe von Maßnahmen habe dazu geführt, dass das Problem besser geworden sei. 2023 begingen Tunesier 1235 Straftaten – 2024 zählte die Polizei 1061 Vorfälle. Dennoch will die Polizei nicht locker lassen, sagte Fuchs. „Es bleibt ein Marathon, kein Spurt.“
Auf Nachfrage von Stadtrat Christian Janele (Christlich-Soziale Bürger) sagte PI-Leiter Fuchs, dass Tunesier etwa 0,14 Prozent der Regensburger Bevölkerung ausmachten. Zugleich seien sie 2024 für etwa zwölf Prozent der Straftaten verantwortlich. „Sie sind deutlich überrepräsentiert.“
„Wir dürfen nicht alle Tunesier über einen Kamm scheren“
Stadtrat Klaus Rappert (SPD) warf ein, dass diese Entwicklungen nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, dass Regensburg nach wie vor eine sichere Stadt sei. „Es sind nicht alle Tunesier, die in Regensburg leben, kriminell.“ Man habe ein Problem mit einer bestimmten Gruppe. Zugleich wollte Rappert wissen, wie nachhaltig das Vorgehen der Staatsanwaltschaft sei, viele der Tunesier zügig in Untersuchungshaft zu nehmen. Fuchs sagte: „Unser Eindruck ist es, dass viele ihre Zeit in Deutschland so nutzen, um relativ viele Straftaten in kurzer Zeit zu begehen.“ Zum größten Teil seien die Straftäter aus Tunesien nicht geläutert, wenn sie aus der Untersuchungshaft freikommen. Fuchs betonte zugleich: „Wir dürfen nicht alle Tunesier über einen Kamm scheren. Viele leben und arbeiten hier, ohne straffällig zu werden.“