Für die Fasenacht: Schlossbrauerei Naabeck befüllt 19.000 Flaschen Rötzer Bier pro Stunde

Die ersten 1124 Kisten des Rötzer Genossenschaftsbieres (Landkreis Cham) sind abgefüllt in der Schlossbrauerei Naabeck in Schwandorf, und am Montag folgen noch einmal so viele – für die Rötzer Fasenacht ist man also schon einmal gerüstet, sagt Anton Eberl.
Nachdem bekannt wurde, dass der Inhaber des Stamsrieder Getränkefachhandels nach der Insolvenz den Geschäftsbetrieb der Genossenschaftsbrauerei zum 1. Februar übernommen hat, habe es, neben unzähligen Glückwünschen, einen regelrechten „Boom“ bei der Nachfrage nach dem Rötzer Bier gegeben, berichtet er.
Bevor man gewusst habe, wie es mit der traditionsreichen Rötzer Brauerei weitergeht, seien manche Märkte zuvor vielleicht ein bisschen zurückhaltender beim Kauf gewesen, vermutet Eberl, und das gleiche sich jetzt wohl aus.
Erste Abfüllung in der Schlossbrauerei Naabeck
Am 3. Februar war nun die erste Abfüllung am neuen Standort. Eingebraut wird das erste Mal kommenden Donnerstag, zuvor nutzte Eberl die Zeit für kleinere Überholungs- und Reinigungsarbeiten. Die neuen Etiketten auf den Flaschen, die bei der ersten Abfüllung schon zum Einsatz gekommen sind, zeigen wie gewohnt den Schwarzwihrberg und die Burg.

Nur bei den Kisten wird es in der ersten Zeit ein bisschen „bunt“: Das Genossen-Bier wird zum Teil in den roten Bierkisten des Stamsrieder Getränkehandels an den Mann gebracht, weil es bei den grünen Genossenschafts-Kisten einen Engpass gibt, wie Eberl erzählt. Zum einen wegen der großen Nachfrage und zum anderen, weil 70 Paletten Leergut mit Bügelverschlussflaschen zur Insolvenzmasse zählen und deshalb momentan nicht eingesetzt werden können. Die Bügelverschlussflasche kann, wie berichtet, aus wirtschaftlichen Gründen kein Comeback feiern.
19 000 Flaschen in der Stunde bei der Abfüllung
Bei der Abfüllung der Euroflaschen habe alles „wie am Schnürchen“ geklappt, berichten Anton Eberl und seine Frau Katrin. Beide sind regelmäßig vor Ort in Rötz und auch in der Schlossbrauerei Naabeck, mit der schon lange eine gute Zusammenarbeit bestehe.

Und nun geht alles ein wenig schneller: Wurde bei der Abfüllung bisher mit 3000 Flaschen pro Stunde gefahren, sind es jetzt 19.000 Flaschen pro Stunde. Um die Flaschen auf Herz und Nieren zu prüfen, ist dort ein hochmoderner Bottle Inspector der Firma Krones im Einsatz, der die Flaschen durchleuchtet, scannt und kleinste Unregelmäßigkeiten entdeckt. Die Palettierung läuft vollautomatisch.

Einigen Rötzern wird vielleicht aufgefallen sein, dass es den gewohnten Anblick des Biertanks an der Ortsdurchfahrt vor der Brauerei nicht mehr gibt – der Tank steht jetzt im Innenhof hinter dem Tor und wird dort befüllt.

Der Getränkemarkt in der Rötzer Brauerei hat nach wie vor zu den üblichen Geschäftszeiten geöffnet. Alles Administrative wird nun über das Büro des Stamsrieder Getränkehandels organisiert, dorthin kann man sich auch bei Fragen unter Tel. (0 94 66) 91 12 990 wenden.

Hintergrund
Vertrag: Der Insolvenzverwalter Dr. Hans-Peter Lehner hat die Brauerei mit Vertrag vom 22. Januar an Anton Eberl veräußert. Der Käufer hat das operative Geschäft übernommen. Laut Pressemitteilung der Kanzlei Wagner-Lehner vom Tag der Vertragsunterzeichnung werden alle Geschäftstätigkeiten in der Hussenstraße (insbesondere die eigentliche Brautätigkeit, der Lieferdienst sowie der Getränkemarkt/Rampenverkauf) weitergeführt, nicht aber der Betriebsteil in der Bahnhofstraße (Abfüll- und Reinigungsanlage, Etikettierung etc.).