Ganztagsschule in Schwandorf-Ettmannsdorf wird immer konkreter – Konzept gefiel den Stadträten

Von Jan Lange · 13. Februar 2026 um 15:00

Geplant ist die Offene Ganztagsschule in Ettmannsdorf schon einige Jahre – nun ist das Vorhaben einen großen Schritt vorangekommen. Dem Bauausschuss wurde die Genehmigungsplanung samt Kostenberechnung vorgelegt. Und die gestalterischen Vorstellungen kamen bei den Stadträten gut an.

Ab dem Schuljahr 2026/27 haben Erstklässler einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung, später soll dies auf alle Grundschulstufen ausgeweitet werden. Diesen Anspruch im Blick, investierte die Stadt Schwandorf in den Vorjahren kräftig in die Ganztagsbetreuung. Neue Angebote wurden an der Gerhardingerschule und in Fronberg geschaffen. Auch für eine Ganztagsschule an der Grundschule Ettmannsdorf gibt es schon länger Pläne. Nun werden sie konkreter. Bis zum 1. August 2026 wird der Neubau zwar nicht stehen, aber das Projekt könnte bis dahin die entscheidende Phase erreichen.

Die Planung wurde zwischenzeitlich optimiert

Nachdem Schwandorfs Stadtrat im November 2022 die Errichtung der Ganztagsschule (GTS) in Ettmannsdorf beschlossen hatte, wurde die Planung zwischenzeitlich optimiert. So wurde unter anderem der Grundriss angepasst. Nun soll es einen direkten Übergang vom Bestandsgebäude zur neu errichteten GTS geben. Ursprünglich war nur ein Verbindungssteg zwischen der Grund- und der Ganztagsschule vorgesehen. Die Verbindung zwischen Alt- und Neubau erfolgt nun über ein neu errichtetes Foyer, das sowohl als Übergangsbereich fungiert als auch als separater Zugang zum neuen Gebäude.

Auf Wunsch der Regierung der Oberpfalz wurden die Räume in der GTS zudem flexibler gestaltet und ermöglichen jetzt vielfältigere Nutzungsvarianten, hieß es im Bauausschuss vonseiten der Planer.

Am Standort der Ganztagsschule, die als Massivbau realisiert werden soll, wurde nichts verändert. Der Neubau soll an der Grundstücksgrenze zur benachbarten Förderschule errichtet werden. Die Kubatur des Neubaus orientiert sich an den angrenzenden Bauteilen der Grundschule.

Die Küche und der Speisesaal befinden sich in dem eingeschossigen Gebäudeteil, auf dem auch eine Dachterrasse entstehen wird. Der Speisesaal kann aufgrund seines flexiblen Grundrisses auch für schulische Veranstaltungen genutzt werden und wird hierfür medientechnisch unter anderem mit Leinwand, Beamer und Anschlüssen für Lautsprecher ausgestattet.

Die Aufenthalts- und Ruheräume sollen wiederum im zweigeschossigen Bereich mit Pultdach angesiedelt werden. Die beiden Aufenthaltsräume im Erdgeschoss können mittels einer Faltwand sowohl einzeln als auch gemeinsam genutzt werden. Auch im oberen Geschoss wird es zwei Aufenthaltsräume sowie zwei Ruheräume unterschiedlicher Größe geben. Alle Aufenthaltsräume werden laut Bauverwaltung von Größe und Ausstattung so konzipiert, dass sie auch als Klassenzimmer für den Unterricht genutzt werden könnten.

Der Neubau soll einen eingeschossigen Gebäudeteil auf der linken und einen zweigeschossigen auf der rechten Seite haben. - Foto: Franziska Mikuta, Landschaftsarchitekten Neidl & Neidl

Die Gesamtkosten sollen laut den Planern bei rund 3,6 Millionen Euro liegen. Damit ist die Summe gegenüber der Kostenschätzung von 2022 noch einmal gestiegen. Damals war man von einem Betrag von knapp über drei Millionen Euro ausgegangen. Auch bei der Schätzung vor drei Jahren hatte es bereits eine deutliche Kostensteigerung gegeben.

Räume im Erdgeschoss sind barrierefrei

In den Gesamtkosten sind die Errichtung einer Photovoltaikanlage sowie einer barrierefreien Bushaltestelle und einiger zusätzlicher Stellplätze an der St.-Vitalis-Straße enthalten.

Die Planung sei toll, fand 3. Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller (Grüne). Ein Manko sei aus ihrer Sicht aber die „fehlende Barrierefreiheit“. Wie die Planer erläuterten, werden die Räume im Erdgeschoss barrierefrei sein. Wegen zwei Räumen im Obergeschoss mache es keinen Sinn, einen Aufzug an die Ganztagsschule anzubauen. Wenn man einen Aufzug anbringen wolle, mache dieser mehr Sinn am Altbau, um auch das dortige dritte Geschoss barrierefrei erreichen zu können, so die Planer.

Der Bauausschuss hat einstimmig dem Stadtrat die Billigung der Genehmigungsplanung mit Kostenberechnung empfohlen.

Nach dem Votum im Schwandorfer Stadtrat sollen die Unterlagen beim Fördermittelgeber eingereicht werden. Parallel soll der Bauantrag erarbeitet werden. Christian Gruber von HGS Architekten rechnet damit, dass im Mai die Baugenehmigung beantragt werden könnte.