Einbruch bei Moldan-Motorgeräte in Schwandorf: Vorgehen der Täter gibt Rätsel auf

Wenn es um Motorsägen oder Gartenmaschinen geht, ist für viele Schwandorfer das Geschäft von Richard Moldan eine feste Adresse. Der Seniorchef steht täglich noch selbst im Laden im Stadtsüden. In der Samstagnacht wurde der Traditionsbetrieb von Kriminellen heimgesucht. Moldan hat seinen Stammkunden nun viel zu erzählen.
Wie berichtet, waren bislang unbekannte Täter von Freitag auf Samstag in ein Fachgeschäft für Forst- und Gartengeräte in Schwandorf eingebrochen. Bei dem betroffenen Betrieb handelt es sich um die Firma Moldan-Motorgeräte. Die Täter schlugen die gläserne Ladentür ein und entwendeten insgesamt 14 Stihl-Motorsägen. Die Polizei bezifferte den entstandenen Gesamtschaden auf 17.500 Euro.
Moldan-Motorgeräte wurde bereits 1985 vom heutigen Inhaber Richard Moldan gegründet. Die damals angemieteten Räume an der Regensburger Straße wurden wegen des starken Wachstums der Firma schon bald zu klein. Deshalb fiel 1995 der Startschuss für den Bau einer eigenen Halle mit über 800 Quadratmetern, davon 325 Quadratmeter Verkaufsfläche. Moldan-Motorgeräte ist seitdem an der Gutenbergstraße, in Nachbarschaft zum Kinderhaus Lindenblüten, zu finden.
Täter räumten zwei Regalwände mit Motorsägen leer
Die Ladentür des Geschäfts war nach dem Einbruch zunächst notdürftig mit einer Holzplatte gesichert. Im Geschäft selbst ging gleich am Montag der Betrieb wie gewohnt weiter. Wer den Laden betritt, stellt fest: Der Geruch von Benzin liegt wie eh und je in der Luft, und die Aufsitzrasenmäher stehen in Reih und Glied. Auch ansonsten sind die Regale gut gefüllt. Nur in der Abteilung für Motorsägen klaffen große Lücken. Zwei Regalwände sind komplett geleert. „Die haben sie alle mitgenommen“, sagt der Seniorchef.

Die flüchtigen Täter hatten es ausschließlich auf Benzin-Motorsägen abgesehen. Sie nahmen „gefragte Modelle“ wie die MS 500i mit ihrem 6,8 PS starken Motor ebenso mit wie Einsteigermaschinen. Insgesamt 14 Motorsägen entwendeten sie. Die Geräte hatten einen Verkaufspreis zwischen 199 und 2.300 Euro.
Doch ein Regal mit elf Motorsägen ließen sie – warum auch immer – komplett unberührt. Hier hat Richard Moldan vor allem Maschinen aus dem mittleren Preissegment von 450 bis 800 Euro ausgestellt, zum Beispiel die MS 182. „Das ist schon komisch. Da hätte ich doch lieber die günstigen Motorsägen nicht mitgenommen“, findet der Händler. Warum die Einbrecher so vorgingen, ist ihm absolut rätselhaft. „Vielleicht wurden sie ja auch bei ihrer Tat gestört?“, mutmaßt er.
Verdächtige Kundschaft? Betreiber ist nichts aufgefallen
Moldan vermutet jedenfalls, dass er von Berufskriminellen heimgesucht wurde. Er denkt auch, dass diese mit einem Kleinbus ihre Beute abtransportiert haben dürften. Schließlich ist manch entwendete Stihl-Maschine doch eher sperrig. Hatte er zuletzt verdächtige Kundschaft? „Gar nicht, uns ist nichts aufgefallen“, sagt der Geschäftsmann gegenüber der MZ.
Die Polizeiinspektion Schwandorf ermittelt indes weiter auf Hochtouren, um die flüchtigen Einbrecher zu erwischen. Bislang verfolge man aber noch keine heiße Spur, berichtete Polizeioberkommissar Stefan Dirnberger auf Nachfrage der MZ. Die Ermittler bitten weiter um Zeugenhinweise. Wer verdächtige Wahrnehmungen gemacht hat, soll sich unter der Telefonnummer (09431) 43010 melden.