Pfleiderer verkauft Teil des Werksgeländes in Neumarkt an Max Bögl

In den vergangenen zwölf Monaten war bei Pfleiderer einiges los: ein neuer Chef, viel neues Kapital und jüngst der Verkauf eines Teils seines Werksgeländes in der Ingolstädter Straße. Dessen Käufer ist das Bauunternehmen Max Bögl. Der Verkauf passt zu einer Entwicklung bei Pfleiderer in den vergangenen Jahren.
Konkret geht es bei dem verkauften Grundstück um den südlichen Teil des ursprünglichen Produktionsgeländes in der Ingolstädter Straße. Aktuell lagert das Unternehmen auf Teilen des Grundstücks Holz. Das werde auch künftig so sein, erklärt Pfleiderer in einer Pressemitteilung. Denn das Unternehmen hat sich auf einem Teil des verkauften Grundstücks langfristig eingemietet.
Weil der Schritt zu Spekulationen über den Standort und die wirtschaftliche Verfassung führt, betont das Pfleiderer: Der Verkauf betreffe nur das Grundstück und wirke sich nicht auf die „operative Präsenz“ und den „täglichen Geschäftsbetrieb“ aus.
Trotzdem: Pfleiderer hat in den vergangenen Jahren wirtschaftlich unruhige Zeiten erlebt. Ende 2024 hatte der damalige CEO Frank Herrmann von einem extrem herausfordernden Markt für Pfleiderer gesprochen. Wie aus dem Konzernabschluss für 2024 hervorgeht, steckte Pfleiderer mit rund 45 Millionen Euro in den roten Zahlen. Verbesserte Erträge erwartete die damalige Unternehmensführung für 2027. Anfang 2025 schob das Unternehmen eine vereinbarte Tariferhöhung um einige Monate, die die Pfleiderer-Mitarbeiter erstreikt hatten.
Pfleiderer war 2024 in den roten Zahlen
Im Dezember 2025 verkündete Pfleiderer, eine Finanzierung in Höhe von 110 Millionen Euro mit einem US-amerikanischen Investmentunternehmen abgeschlossen zu haben. Die Eigentümer der Pfleiderer Group – diverse Beteiligungsfonds - gaben zudem 25 Millionen Euro Eigenkapital. Das Unternehmen bezeichnete dies als eine Stärkung der finanziellen Flexibilität.
Unter diesem Gesichtspunkt ist auch der Verkauf des Grundstücks an Max Bögl zu sehen. Pfleiderer setze „Kapital aus nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten“ frei, heißt es in der Pressemitteilung. Hicham Abel, seit März 2025 neuer CEO von Pfleiderer, sagt dazu: Die Transaktion „ist ein positives Zeichen für die fortgesetzte Stärkung und Fokussierung unserer Position“.
Wie Max Bögl auf Anfrage mitteilt, hat das Sengenthaler Bauunternehmen noch keine Nutzungspläne für das restliche, nicht vermietete Grundstück. Diese werden erst im Laufe des Jahres erarbeitet, hieß es von Max Bögl.