Osram streicht in Regensburg bis zu 500 Jobs: Wird es betriebsbedingte Kündigungen geben?

Der Halbleiterhersteller ams Osram baut weltweit etwa 2000 Stellen ab – viele davon in Regensburg. Sollen die Beschäftigen freiwillig gehen oder kommt es zu betriebsbedingten Kündigungen?
Die neuen Sparpläne des Konzern haben am Dienstag insbesondere die Oberpfalz erschüttert: Bis zu 500 der aktuell etwa 2700 Stellen sollen im Regensburger Werk gestrichen werden. Wie der Abbau konkret umgesetzt werden soll, ist unklar – auch, weil dem Konzern zufolge noch nicht feststeht, wie viele Arbeitsplätze genau wegfallen werden. Wie die Gewerkschaft IG Metall mitteilte, sind betriebsbedingte Kündigungen in Regensburg zunächst nicht möglich.
Hintergrund ist demnach ein Ergänzungstarifvertrag, der betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2027 ausschließt. „Wenn der Arbeitgeber Personal abbauen möchte, muss er mit Betriebsrat und IG Metall über ein Freiwilligenprogramm verhandeln“, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.
Wechsel aus Schwaben nach Regensburg: Gespräche laufen
Allerdings: Der Abbau soll dem Unternehmen zufolge bis Ende 2028 andauern. Osram teilte am Dienstag aber mit, man werde „in Kürze Gespräche und Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen aufnehmen, um möglichst freiwillige und sozialverträgliche Lösungen zu vereinbaren“. Die Umsetzung der Sparpläne werde „so verantwortungsvoll und fair wie möglich erfolgen“.
In Deutschland will der Konzern insgesamt etwa 1000 Stellen streichen. Teil davon ist auch die bereits angekündigte Schließung des Standorts Schwabmünchen bei Augsburg mit rund 270 Beschäftigten. Etwa 60 Mitarbeiter des Werks sollten das Angebot erhalten nach Regensburg zu wechseln. Die Gespräche dazu dauerten an, sagte ams-Osram-Chef Aldo Kamper am Dienstag.