Finanzielle Anreize für Hausärzte im Landkreis Neumarkt: Ist das die Lösung?

Wenn ambulante Behandlungen im Klinikum Neumarkt eine immer größere Rolle spielen, steigt gleichzeitig die Wichtigkeit der Nachsorge bei Hausärzten. Doch was tun, wenn es keinen gibt?
Darüber debattierten bei der Podiumsdiskussion der MZ am Dienstagabend die Landrats-Kandidaten Katharina Ziegler (CSU), Martin Meier (UPW), Stefan Haas (Grüne), Dirk Lippmann (SPD) und Sascha Renner (FDP).
Katharina Ziegler möchte eine Art Förderprogramm für Arztpraxen initiieren: Der Landkreis leiste finanzielle Anreize, wenn ein junger Hausarzt sich am Land niederlässt, sagte sie. Dies solle aber kein Freifahrtschein für Kommunen sein, selbst keine Anreize zu setzen, sondern komme nur in „besonders schwierigen Gegenden“ in Frage. Details dazu müssten gemeinsam im Kreistag geklärt werden.
Mit Medizinstudenten in Kontakt treten
Finanzielle Anreize durch den Landkreis beurteilte Martin Meier eher problematisch – vor allem in Hinblick auf andere Unternehmen, die ebenfalls keinen Nachfolger finden. Er sehe den Landrat hier eher als Moderator und Netzwerker. Zugleich sehe er die Problematik. „Das Thema ist da, das muss man angehen.“
Dirk Lippmann sieht als Zukunftsmodell, in Verbindung mit Medizinstudenten zu treten, gerade zu solchen aus dem Landkreis, und diese in Kontakt mit Hausärzten vor Ort zu bringen. Dabei müsse man berücksichtigen, dass junge Ärzte heute oft nicht mehr so wie bisherige arbeiten wollten. Hier seien medizinische Versorgungszentren eine gute Lösung, „da muss ich das System anpassen“. Es sei aber nicht Aufgabe des Landkreises, das zu betreuen. Jede Gemeinde werde bereit sein, Zuschüsse zu geben oder Räume für eine Arztpraxis zu suchen.
Hausärztin weg: „Schlag in die Magengrube“
Was es bedeutet, wenn eine Gemeinde einen Hausarzt verliert, erfahre die Gemeinde Berg derzeit, erklärte Stefan Haas. „Das ist ein Schlag in die Magengrube.“ Menschen bräuchten aber bei zunehmender Ambulantisierung eine Nachversorgung. Ein Versuch des Klinikums, ambulante Ansprechpartner vor Ort zu liefern, sind die Quartiersbüros in Neumarkt, Freystadt und künftig auch Parsberg.
Doch was, wenn deren Förderung ausläuft? Für Haas ist „ganz klar eine Verstetigung“ des Angebots das Ziel. Auch wenn der Landkreis möglicherweise selbst Geld in die Hand nehmen müsse.
Vorsichtiger beurteilte das Sascha Renner. Er wolle zunächst mögliche andere Förderungen und auch den konkreten Bedarf prüfen. „Wir müssen sorgsam mit unseren Landkreis-Geldern umgehen“. Die Idee, Medizinstudenten im Auge zu behalten, hält Renner hingegen für „eine geile Idee“.